Fußball

Das 2:1 gegen Bröndby fiel Salzburg schwerer als das gegen den FC Barcelona

Der Ernstfall in den Play-offs um die Champions League ist doch etwas ganz anders als internationale Testspiele gegen internationale Topklubs. Mit so viel Leidenschaft wie Bröndby Kopenhagen trotz seiner sechs Ausfälle am Dienstagabend agierten in Salzburg weder der FC Barcelona zwei Wochen davor oder Spaniens Meister Atletico Madrid vor drei Wochen. Und darum tat sich Österreichs Topklub beim 2:1 (0:1) gegen den dänischen Meister fiel schwerer als beim 2:1 gegen den FC Barcelona, musste dafür viel mehr Aufwand betreiben. Es war sozusagen ein Hindernislauf vom schnellen Rückstand bis zum Happy End, dem Siegestor nach 89 Minuten und 30 Sekunden. Das sich Red Bull Salzburg nach seinem riesigen Aufwand aber durchaus verdiente. Und damit die erste österreichische Mannschaft wurde, die gewann, wenn der polnische Glatzkopf Szymon Marciniak pfiff. Mitunter durchaus eigenwillig. Trotzdem: Nächsten Mittwoch gibt´s im Bröndby-Stadion von Kopenhagen einen ganz heißen Tanz.

„Wir haben uns das anders vorgestellt“, gestand Trainer Matthias Jaissle nach seiner Europacuppremiere. Damit meinte er sicher den Rückstand nach vier Minuten durch Mikael Uhre, dem ein Fehler von Salzburgs Dänen Rasmus Kristensen voranging. Der erste Torschoss von Bröndby. Den nächsten Abschluss der Dänen gab es erst in der 76. Minute bei einem Lattenschuss des Tunesiers Ben Slimane. Das Glück des Tüchtigen. Wie Salzburg das Match noch drehte und gewann, machte Jaissle zurecht richtig stolz. Er half der geglückten Aufholjagd nach der Pause mit einer Umstellung nach. Der Amerikaner Brendon Aaronson kam zur zweiten Hälfte für den Argentinier Nicolas Capaldo. Mit dem 20 jährigen konnte Salzburg Tempo und Druck erhöhen. Aaronson war dann auch an beiden Toren beteiligt. Beim Ausgleich scheiterte er nach einem Pass von Kristensen am dänischen Tormann Mads Hermansen, Karim Adeyemi nützte den Abpraller. Für den Siegestreffer sorgte dann Aaronson (Bild oben) selbst. Nach großartiger Vorarbeit des Franzosen Oumar Solet, der zwischen zwei Dänen durchmarschierte und dann noch den Pass zu Aaronson spielte.

Überhaupt Solet: Bisher wusste man nicht, warum Salzburg eigentlich 4,5 Millionen Euro für ihn an letztes Jahr Olympique Lyon zahlte, obwohl er nach einer Kreuzbandoperation noch nicht topfit war. Letzte Saison war er nur Mitläufer, kam an Andre Ramalho nicht vorbei. Zu Saisonbeginn überraschte es doch einige, dass Jaissle auf Solet setzte. Gegen Bröndby wusste man warum. Nach der Pause war der 21 jährige nicht mehr Innenverteidiger, sondern  der Spielmacher im Mittelfeld. Beeindruckend. Salzburg hatte ein deutliches Chancenplus, 29:2-Torschüsse. Dafür sind zwei Tore eigentlich eine magere Ausbeute: „Eigentlich hatten wir alles unter Kontrolle“, meinte Kristensen, der wusste, was Salzburg im Retourspiel erwartet: Ein sehr intensives Spiel, eine Superstimmung im mit 26.000 Zuschauern sicher ausverkauften Bröndby-Stadion. „Wir werden dort nichts verwalten, sondern wollen gewinnen“, kündigte Kapitän Andreas Ulmer an.

Ex-Salzburg-Torjäger Marc Janko meinte im Münchener Sky-Studio, er habe auch dort den Stein gehört, der den Salzburger am Ende vom Herzen fiel. Ein Stein vom Herzen fiel auch den Bossen, den Spielern und den Fans von Bayern München: Der deutsche Meister gewann mit dem ersten Sieg unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann auch den ersten Titel mit ihm. Den deutschen Supercup mit dem 3:1 (1:0) bei Borussia Dortmund. Wobei Robert Lewandowski mit einem Doppelpack das Duell  der Torjäger gegen den Ex-Salzburger Erling Haaland gewann, der leer ausging.

Foto: Red Bull Salzburg.

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