Eishockey

Das deutsche Eishockeywunder mit dem Pepita-Hut von Innsbruck und Österreich

Mit der riesigen Schlagzeile „unsere härtesten Helden“ feierte „Bild“ Samstag sogar auf Seite eins die erste deutsch Eishockeymedaille bei Olympia seit 1976 in Innsbruck. Damals standen die „Bronzejungs“ um Kapitän Alois Schloder und den legendären Ex-Bundestrainer Xaver Unsinn  mit seinem Pepita-Hut. Der ist auch 42 Jahre später dabei: Teamchef Marco Sturm lässt nach jeder Partie die Mannschaft über den besten Spieler abstimmen. Der Gewinner bekommt Unsinns Pepita-Hut, den sich Sturm extra vom Verbands-Museum auslieh.

Deutschland nützte das Fehlen der NHL-Stars in Südkorea perfekt aus. Schlug Weltmeister Schweden 4:3, ebenso Titelverteidiger Kanada in einer laut „Bild“ epischen Eischlacht. Und da erinnert sich einer, der vor fünf Jahren dabei war, an Österreichs Cordoba am Eis. Als es im Februar 2013 in Bietigheim, einem Städtchen 20 Kilometer von Stuttgart entfernt, gelang, gegen den hohen Favorit Deutschland das Ticket für Olympia 2014 zu lösen. Damals wurden die deutschen Teamspieler ebenso verdammt wie sie jetzt als Helden gefeiert werden. Unter ihnen der 35jährige Verteidiger Christian Ehrhoff, zu seiner NHL-Zeit auch ein Mitspieler von Thomas Vanek in Buffalo.

In Bietigheim hätte Deutschland einen Sieg nach regulärer Spielzeit gebraucht. Doch da stand es 2:2, jubelte Österreich. Das 2:3 in der Verlängerung war völlig egal. Das wurde im Eishockey ähnlich bejubelt wie 1978 das 3:2 bei der Fußball-WM in Argentinien über Deutschland in Cordoba. Der Hans Krankl des Eishockeys hieß Markus Peintner (Bild), derzeit als Trainer von Villach von schlimmen Sorgen um das Play-off-Ticket geplagt. Zudem Assistent von Österreichs Schweizer Teamchef Roger Bader.  Von der Mannschaft, die unter Manny Viveiros und Verbandskapitän Giuseppe Mion Geschichte schrieb,  gehören fünf Jahre später acht Spieler zum Kandidatenkreis von Bader und Peintner für die A-WM in Kopenhagen: Tormann Bernhard Starkbaum, die Verteidiger Mario Altmann und Martin Schumnig, Thomas und Michael Raffl, sofern er mit Philadelphia nicht ins NHL-Play-off kommt, Thomas  Hundertpfund, Martin Ulmer und Rafael Rotter.

Deutchland zog aus der Blamage von Bietigheim offenbar richtige Konsequenzen: Franz Reindl stieg vom Generalsekretär des Verbands zum Präsidenten auf, Teamchef Pat Cortina, der uch in Innsbruck als Traienr egarbeitet hatte, war bald Geschichte. Die Anzahl der Ausländer in der Liga wurde verringert. Mit dem ehemaligen NHL-Profi Marco Sturm an der Bande ging es aufwärts. Drei der Bietigheim-Verlierer spielen Sonntag im Olympiafinale gegen Russland um Gold, darunter der 35jährige Patrick Reimer aus Nürnberg. In Österreich sorgte das Bietigheim-Wunder für keinen Aufschwung. In Sotschi wurde der Aufstieg ins Viertelfinale gegen Slowenien leichtfertig verpasst.

Eines zeigte das olympische Turniere auch auf: Wie übertrieben in Wien Graz, Klagenfurt, Villach, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn die Lobhudelein auf die nordamerikanischen Legionäre sind.  Die Kanadier und Amerikaner traten ohne die NHL-Stars mit einer B-Mannschaft an. Hauptsächlich mit Legionären aus Russland, Schweden und der Schweiz. Keiner aus der hochgejubelten EBEL-Liga fand Berücksichtigung. Kein Riley Holzapfel, Taylor Vause, John Hughes, Corey Locke, Andrew Clark, Jordan Hickmott usw. war ein Thema. Was einmal mehr beweist: Sie sind nicht zweit-, sondern drittklassig. Höchste Zeit, dass der Verband gegenüber der Liga in Sachen Ausländerflut einen härteren Kurs einschlägt.

Foto: Erste Bank Liga.

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