Fußball

Das Gesicht des Schalker Aufstiegs mit kurzer Rapid-Vergangenheit

62.000 Zuschauer feierten im Stadion den Aufstieg von Schalke 04, die Führungsetage, Beteuer und Spieler feierten fast bis sechs Uhr früh im „Blauen Salon“. Einer der letzten, der ging, war der Niederösterreicher Martin Fraisl. Als er kurz nach fünf Uhr früh den Josh-Hit „Cordula grün“ sang, trug er noch seine Tormannhandschuhe. Drei Stunden zuvor war Trainer Mike Büskens auf ein Sofa gestiegen und schmetterte „nie mehr zweite Liga“. Sechs Jahre zuvor hatte der 54 jährige ein fünfmonatiges Gastspiel in Wien. Bei Rapid. Nicht so erfolgreich wie jetzt die drei Monate auf Schalke. Als er am 3. März die Mannschaft übernahm, lag sie auf Rang sechs. In sieben Partien führte sie Büskens mit sechs Siegen in die Bundesliga zurück. Das bedeutet einen Punkteschnitt von 2,57.  Eine Runde vor Schluss konnte ganz Schalke jubeln. Der Schweizer Sportvorstand Peter Knäbel bezeichnete Büskens als Gesicht des grandiosen Endspurts. Von dem auch Vorgänger Dimiter Grammozis, bei dem Büskens Assistent war, profitierte: Mit dem Aufstieg verlängerte sich sein Vertrag auomatisch um ein Jahr.

Als Spieler hatte Büskens bei Schalke 1997 mit dem Gewinn des UEFA-Cups unter dem holländischen Trainer Huub Stevens seinen größten Erfolg gefeiert. Die Eurofighter-Truppe hat bei dem königsblauen Traditionsklub Kultcharakter, steht Jahrzehnte später noch immer hoch im Kurs. Zu ihr gehörte auch Andreas Müller. 2014 wurde er Rapids Sportchef. Redete zwei Jahre später kurz vor der Eröffnung des neuen Allianz-Stadions Präsident Michael Krammer und dem Präsidium ein, mit Zoran Barisic als Trainer werde man zwar Vizemeister, aber nie an Red Bull Salzburg vorbeikommen. Das könne nur mit Büskens gelingen. Also holte Müller seinen Freund Büskens nach Wien. Aber das entwickelt nicht so wie von Müller versprochen. Mitunter starke Vorstellungen, besonders wenn Louis Schaub einen guten Tag hatte, aber gesamt nicht so, wie es Müller angekpndigt hatte. Insgesamt elf Siege, acht Unentschieden und sechs Niederlagen, ein Punkteschnitt von nur 1,64. In der Bundesliga je fünf Siege und Unentschieden, vier Niederlagen. Nach der vierten, der 0:1-Heimpleite gegen Wolfsburg durch ein Tor der Rapid-Leihgabe Philipp Prosenik, war der Ärger bei Krammer so groß, dass er sich über Nacht sowohl von Müller als auch von Büskens trennte. Der ging zum Unterschied von Müller ohne große Worte. Rapids Kommunikationschef Peter Klinglmüller hält bis heute zu Büskens Kontakt, zählte zu den SMS-Gratulanen zum Aufstieg.

„Du musst kämpfen für deine Träume, die bekommst du nicht geschenkt. Respekt, was die Mannschaft Gas gegeben hat“, freute sich Büskens. Seit dem Aus bei Rapid war er bei Schalke Berater, Betreuer der Leihspieler, dann Assistent von Stevens, als der einsprang und von Grammozis, jetzt Chef. Die Bierdusche nach dem Aufstieg ertrug Büskens auf der Pressekonferenz mit stoischer Miene (Bild oben). Er bleibt nach dem Aufstieg auf der Trainerbank, wahrscheinlich als Assistent seines Nachfolgers, der noch offen ist. Stevens, der zu Schalkes Aufsichtsrat gehört, bezeichnete Büskens als Schützer der Kultur von Schalke. Egal, ob als Cheftrainer oder als Assistent.

Knapp vor dem Aufstieg stehen der Steirer Romano Schmid und der Tiroler Marco Friedl mit Werder Bremen. Das 3:0 (0:0) bei Absteiger Erzgebirge Aue brachte Werder eine Runde vor Schluss auf den zweien Aufstiegsplatz hinter Schalke. Innenverteidiger Friedl erzielt das Führungstor.

Foto: Schalke.

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