Eishockey

Das Wunder von Minsk: U 20 hat Aufstieg selbst in der Hand

Noch bevor Freitag das Präsidium des Eishockeyverbands in Wien über die heikle Situation nach dem Ausstieg des Sponsors Erste Bank per Saisonende tagte, kam aus  Minsk eine fast unerwartete Erfolgsmeldung: Österreich feierte bei der U 20-WM im vierten Spiel den dritten Sieg, bezwang Favorit Lettland 2:1 (1:1, 1:0, 0:0), übernahm Platz eins, hat es nun selbst in der Hand, Sonntag Vormittag gegen Slowenien den erste Aufstieg in die Top Division seit zehn Jahren zu schaffen Das ist schon wie ein Wunder von Minsk, das man nicht abtun, sondern hoch schätzen sollte. Weil es einen Weg für die Zukunft aufzeigt, der heißt. Mehr Vertrauen für junge österreichische Spieler und auch österreichische Trainer. Bei Villach, den Vienna Capitals, den Innsbrucker Haien, Red Bull Salzburg und dem KAC waren die „Helden“ von Minsk diese Saison noch kein Thema.

Die Slowenen bezwang Österreich letzte Woche beim vorletzten WM-Test in St.Pölten 3:2. Aber das hat nichts zu sagen, deswegen wird das Match am Sonntag nicht zum Selbstläufer. Bestes Beispiel: Auf ein 2:9-Debakel gegen Lettland bei der WM-Generalprobe in Minsk folgte eine Woche später der 2:1-Triumph. Weil die richtigen Lehren aus der Lehrstunde gegen die Letten gezogen wurden, in der  Österreich fünf Tore in Unterzahl kassiert hatte. Teamchef Marco Pewal bläute den rot.weiß-roten Hoffnungsträger Disziplin ein,ja keine Strafen zu riskieren. Und die hörten auf den 41 jährigen Kärntner, konnten daher jubeln (Bild oben).  Auf die Strafbank mussten die Österreicher erst im Finish, aber da hielt Villachs Torhüter Alex Schmidt fehlerlos. Ihre Tore erzielten die Sieger in numerischer Überlegenheit. Das Powerplay funktionierte, Zunächst traf Top-Scorer Bernhard Baumgartner mit seinem fünften WM-Treffer zum Ausgleich, dann sorgte Verteidiger Luis Lindner, ein Kärntner, der auch im Salzburger Akademie war, für das Siegestor. Lindner ist einer der elf Legionäre, einer der vier aus Nordamerika. Er verteidigt für die Boston Juniors.

Dabei fehlt in Minsk mit Marco Rossi der vermeintlich größte österreichische Trumpf, der aus persönlichen Gründen absagte. Vielleicht überlegen in Kanada jetzt seine Berater und der Vorarlberger, ob es für seine Karriere mit Blickpunkt NHL-Draft  wirklich ein Nachteil gewesen wäre, in Minsk zu spielen. Ein Sensationsaufstieg bei der WM hätte für den Marktwert vielleicht mehr bedeutet  als drei Partien mit den Ottawa 67´s in der Ontario Hockey League. Aber es klappte bisher  auch ohne Rossi. Keiner redete vorher von Aufstiegshoffnungen. Entweder war das Kalkül oder sie übertrafen bisher ihre eigenen Erwartungen.

Für Pewal, der in seiner Karriere als Center einmal Meister mit Villach und viermal mit den Salzburger Bullen war, dreimal mit Österreichs Team bei der WM  den Aufstieg geschafft hatte (2006, 2008, 2010) wäre es ein sensationeller instand in seiner ersten Saison als Chef der U 20-WM. Zu dem ihn Sportchef Roger Bader gemacht hatte, als sein Vorgänger Alex  Mellitzer in die zweite deutsche Liga zu Heilbronn übersiedelte. Bader machte den Assistenten zum neuen Chef, gleichsam ein Bekenntnis zum österreichischen Weg. Und lag gut damit.  Wenn jetzt noch der  Aufstieg gelingen sollte, wäre das ein historischer Sonntag für Österreichs Eishockey.

 

Foto: ÖEHV.

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