Fußball

Deprimierend! Solche schwarzen Tage ist Salzburg nicht gewohnt

Wie ist das möglich, kann so etwas passieren? Freitag 5:0-Gala im Semifinale gegen Atletico Madrid, Montag eine 0:6 (0:2)-Demütigung im Endspiel der Youth League gegen Benfica Lissabon. Keine Spur von der Wiederholung des Finaltriumphs gegen die Portugiesen vor fünf Jahren, keine Chance für den FC Salzburg auf den zweiten Triumph, die beste U 19-Mannschaft Europas zu sein. Zwei Gesichter von Talenten, die ihre Klasse schon bewiesen. Solche schwarzen Tage sind die Salzburger nicht gewohnt, auch wenn man den 8. März und das 1:7 (0:4)-Debakel im Achtelfinale der Champions League bei Bayer München noch im Hinterkopf hat. Damals meint man, man dürfe den historischen Erfolg, erstmals in die k.o.-Phase der Königsklasse gekommen zu sein, nicht vergessen. Ähnlich verhält es sich bei den Jungbullen: Der Vorstoß ins Endspiel der Youth League war nicht das, was man erwarten durfte. Bedeutete trotz des Debakels gegen Benfica einen großen Erfolg

„Wir waren nicht so scharf wie Freitag, der Gegner schon stärker!“ Im Semifinale führte Benfica gegen Juventus nach zehn Minuten 2:0, stieg nach einer roten Karte für den Tormann erst im Elferschießen auf. Gegen Salzburg hieß es nach 15 Minuten 2:0. Und dabei spielte Benficas Geheimwaffe eine entscheidende Rolle: Der 20 jährige Mittelstürmer Henrique Araujo. Der spielte in der Youth League zuvor nur im Achtelfinale beim 3:2-Auswärtssieg über den FC Midtjylland aus Dänemark, ging ansonst in der zweiten Mannschaft in der zweiten Liga erfolgreich auf Torjagd. Für die er in 24 Spielen 13 Treffer erzielte. Im Semifinale spielte Araujo nicht, erst im Endspiel. Er war in der Aktion zur schnellen Führung nach zwei Minuten dabei, traf selbst zum 2:0. Salzburg brauchte lange, um seinen Rhythmus zu finden, kam erst nach 35 Minuten zur ersten torgefährlichen Offensviaktion.  Roko Simic und Dijon Kameri, Freitag  herausragend, blieben Nebendarsteller. Alle Hoffnungen, so wie 2017 den Rückstand aufzuholen (damals nur 0:1) waren nach 57 Minuten einem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten mit dem zweiten Araujo-Tor zum 0:4 endgültig zerstört. Benfica genoss das Finale, ließ nicht nach, jubelte nochmals. Den Schlusspunkt setzte Araujo mit einem verwandelten Elfmeter. „Das tut jedem weh, mir persönlich auch“, gestand Aufhauser.

Für Benfica war es der erste internationale Titel seit 60 Jahren. Seit dem 5:3 im Finale des Europacups der Meister in Amsterdam mit dem jungen Eusebio als strahlenden Helden gegen die große Mannschaft von Real Madrid mit Alfredo di Stefano, Ferenc Puskas (der alle drei Tore erzielte) und Francisco Gento. Trainer Bela Guttmann, ein gebürtiger Ungar, der 1964 kurz Österreichs Teamchef und 1973 Trainer der Wiener Austria war, bekam danach wegen zu hohen Gehaltsforderungen keinen neuen Vertrag, weshalb er zornig prophezeite: „Ihr werdet in 100 Jahren international keinen Titel mehr gewinnen“. Seinen „Fluch“ beendete „nur“ die U 19 in der Youth League. Aber es ist doch ein internationaler Titel, der zählt und Prestige bringt.

 

Foto: UEFA.

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