Eishockey

Der coole Haufen denkt defensiv, wird bei der WM im richtigen Moment bereit sein

Der Mannschaftsabend im Schweizerhaus ohne das Trainerteam gehört fast schon zur Tradition des Eishockeyteams während der WM-Vorbereitung in Wien. Freitag Abend ist dies im Prater wieder passiert. Sozusagen als Ende der harten drei Tage während der letzten Vorbereitung auf die WM in Bratislava: „Nach drei Wochen Pause hab ích mich gefühlt, als wäre ich 25 Stunden lang am Eis gestanden“, gestand Philadelphia-Legionär Michael Raffl, „das erste Training ist nach einer solchen Pause normal grässlich. Auch das erste Spiel.“ Das steigt Sonntag ab 16.15, genau sechs Tage oder 144 Stunden vor dem WM-Auftakt in Bratislava in der  Kagraner Erste Bank Arena gegen Dänemark. Auch die Dänen haben Verstärkung aus der NHL: Der 29jährige Stürmer Mikael Bodker, der 689 Spiele für Ottawa, San Jose, Colorado und Phoenix absolvierte.

Letztes Jahr kam Raffl direkt zur WM nach Kopenhagen, versäumte die ersten zwei Spiele, steuerte danach vier Tore und drei Assists zum Klassenerhalt bei. Heuer sieht er für sich und die Mannschaft bessere Voraussetzungen. Für sich, weil er eine Woche und zwei Tests Vorbereitung mit dem Team, das er als einen coolen Haufen bezeichnete, in dem es Spaß mache, zu spielen, absolviert. Nach Dänemark am Dienstag gegen Kanada mit seinem künftigen Coach bei den Flyers, Alain Vigneault, und seinen Mitspielern Sean Courturier, der vor vier Jahren Weltmeister war, und Carter Hart, der 20jährigen Tormannentdeckung in der enttäuschenden Saison: „Wenn du bereits vor den letzten sieben Spielen im Grunddurchgang keine Chance mehr auf das Play-off hast, ist die Zeit bis zum letzten einfach furchtbar.“ Beim coolen Haufen hat er das schon vergessen. Für Raffl war mit dem Zeitpunkt der Vertragsverlängerung in Philadelphia klar, dass er seine dritte A- WM für Österreich spielen wird.

Bei der er vom Team wieder den Klassenerhalt, bessere Leistungen als vor einem Jahr in Kopenhagen erwartet: „Wir haben gelernt, defensiv zu denken, wie man spielen muss, um Erfolg zu haben, Wir werden uns auch in Bratislava von Spiel zu Spiel steigern, im richtigen Moment bereit sein“. So denken sie alle, Verteidiger Dominique Heinrich, wie Raffl bei seiner dritten A-WM daheim sieht bis auf die Spiele gegen Russland und Schweden in jedem anderen,seriöse Chancen zu punkten. Sowohl gegen Lettland als auch gegen die Schweiz, Norwegen, Tschechien und zum Schluss gegen Aufsteiger Italien: „Das Ziel muss sein, dass es nicht auf das letzte Spiel mehr ankommt!“  Heinrich ist der einzige Teamverteidiger, der bei seinem Klub  regelmäßig im Powerplay zum Einsatz kommt. Das antwortete der 28jährige Routinier auf die Frage, ob er die Entwicklung in der EBEL-Liga für positiv findet.

Teamchef Roger Bader sieht dem Test gegen Dänemark gelassen entgegen. Diesmal werden auch Konstantin Komarek sowie Dominic Zwerger, die gegen Deutschland fehlten, dabei sein. Zwerger wurde wegen einer Knöchelverletzung geschont. Was bei einem WM-Spiel nicht passiert wäre. Komarek absolvierte ein speziell auf ihn abgestimmtes Trainingsprogramm, eine Art neue Vorbereitung: „So gut habe ich ihn noch nie zuvor trainieren gesehen“, lobte Bader. Der auch von Tormann Bernhard Starkbaum nach dessen wochenlanger „Verbannung“ auf die Bank bei den Vienna Capitals einen guten Eindruck hat. Der 33jährige wird gegen die Dänen spielen: „Er soll alles reinhauen, was er drauf hat und dann sehen wir weiter“, meinte Bader. Ob ein Goalie den Status der  Nummer eins bekommt und auch so behandelt wird oder ob wie letztes Jahr in Kopenhagen alle drei Keeper zum Einsatz kommen werden.  Sicher wird nicht einer die ersten zwei Spiele in Bratislava bestreiten. Denn nur 18 Stunden nach dem Anpfiff gegen Lettland beginnt die zweite Partie gegen Russland.

Geklärt ist die Kapitänsfrage: Wie beim Aufstieg vor zwei Jahren in Kiew spielt Thomas Raffl (Bild oben), der in Kopenhagen verletzt gefehlt hatte, mit dem „C“ auf dem Trikot.  Thomas Hundertpfund, Raffls „Vertreter“ beim Klassenerhalt, ist  in der Kapitänshierarchie für die WM die Nummer zwei, gefolgt von Manuel Ganahl und Raphael Herburger. Noch offen sind einige WM-Plätze. Für den 1,99 Meter großen Dornbirn-Verteidiger Raphael Wolf, der zu Saisonbeginn in der Alps League bei Bregenzerwald spielte, den vor zwei Monaten keiner wirklich auf der WM-Rechnung hatte, sieht Bader reelle Chancen: „Ein guter Eisläufer, daher auch beweglich, was bei solchen Riesen nicht alltäglich ist.“

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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