Fußball

Der erste Schritt von Prödl zurück in die Premier League und zu Foda

Den Ligacup benützen die Klubs der englischen Premier League meist, um den Reservisten Spielpraxis zu geben. Mitunter geht das auch schwer schief wie bei den Tottenham Hotspurs, die Dienstag Abend beim Viertligisten Colchester im Elferschießen scheiterten und sich arg blamierten. Bei Watford, dem Träger der roten Laterne, klappte es hingegen. Drei Tage nach dem 0:8 bei Manchester City, dem schwersten Debakel der Klubgeschichte, noch höher als das gegen den Meister im letzten Cupfinale in Wembley (0:6). begann daheim an der Vicarage Road gegen Zweitligist Swansea keiner der 0:8-Verlierer. Statt dessen kamen unter anderem zum Zug: Sebastian Prödl, von spanischen Ex-Trainer Javi Gracia aus nicht nachvollziehbaren Gründen seit mehr als einem Jahr komplett auf das Abstellgleis gestellt, Danny Welbeck, 42facher englischer Teamstürmer, der bei Arsenal und Manchester United schon viel bessere Zeiten erlebt hatte. Roberto Pereyra, der Siegestorschütze am Dienstag, ein Argentinier mit Juventus-Vergangenheit, war beim 0:8 in Manchester eingewechselt worden. Ebenso Ismaila Sarr, ein senegalischer Flügelstürmer, für den Watford 30 Millionen an den französischen Erstligsten Rennes gezahlt hatte, was Vereinsrekord bedeutete. Sarr kam auch Dienstag von der Bank ebenso wie Mittelfeldroutinier Tom Cleverley und Gerard Deulofeu, der Spanier mit Barcelona-Vergangeheit. Das Trio  zählt eigentlich zur ersten Garnitur Watfords.

Prödl hat in seiner Karriere schon vor viel größeren Kulissen gespielt als vor 8903 Besuchern am Dienstag. Aber für ihn war sein erstes Match über die volle Distanz für die“Hornets“ seit 29.August 2018 (!) wie eine Erlösung. In den ersten sechs Runden der Premier League stand er wieder nicht im Kader, das 3:0 im Ligacup gegen Coventry hatte er noch unter Gracia ohne Einsatzminute von der Bank aus miterlebt. Das passierte Dienstag Prödls Landsmann Daniel Bachmann. Dem 38jährigen Brasilianer Heurelho Gomes traut der nach drei Jahren in „Hornissen-Nest“ Watford zurückgekehrte Trainer  Quique Sanchez Flores offenbar noch immer mehr zu als dem 13 Jahre jüngeren Österreicher, der in der Premier League bisher auf der  Tribüne sitzen musste. Wie Prödl. Aber der 32jährige Steirer hofft, dass dies jetzt der Vergangenheit angehört: „Ich habe gezeigt, dass ich für 90 Minuten auf diesem Niveau fit bin“, stand auf der Homepage von Watford Mittwoch zu lesen, die Prödls Comeback eine eigene Geschichte widmete.

In der er sich erinnerte, dass in der Saison 2015/16 der erste Sieg unter Quique Flores (Bild oben links mit Prödl)  auch gegen Swansea gelang. Damals 1:0, worauf eine starke Saison für Watford-Verhältnisse mit Platz 13 folgte.  Prödl sagte dezidiert,, er wolle nach einem Jahr mit vielen Problemen, unter anderem der Knieoperation, bald auch in der Premier League im“heart of defense“, wie die Engländer das Abwehrzentrum nennen, wieder spielen. Am liebsten schon in den zwei Partien bis zur Länderspielpause. Am Samstag in Birmingham gegen den Vorletzen Wolverhampton im Duell der einzigen bisher sieglosen Mannschaften der Premier League und dann daheim gegen Aufsteiger Sheffield: „Wir haben die Qualitäten, um zu gewinnen, wenn wir selbstbewusst auftreten, wenn alle an einem Strang ziehen“. Bisher hat Watford nur zwei Punkte. Zu den vielen Rätseln um Prödls „Verbannung“ bei Watford zählt auch die Tatsache, dass ein Wechsel nach Italien zu Torino Edne August am Nein von Präsident Gino Pozzo gescheitert war. Seit der Italiener den Klubs vor sieben Jahren übernahm, ist Quique Flores  Cheftrainer Nummer acht. Der Dienstag die Leistung der „B-Mannschaft““ lobte, in erster Linie aber von Welbecks Tor zum 1:1 redete. Prödl weiß, dass er bald spielen muss, um sein großes Ziel zu schaffen: Für Österreich zum zweiten Mal bei der Europameisterschaft spielen. Teamchef Franco Foda hatte seinem früheren Schützling aus Sturm-Zeiten lange nicht fallen gelassen. Erst nach der Knieoperation im Jänner wurde er nicht mehr nominiert. Aber das würde sich ändern, wenn er bei Watford wieder Leistungen bringt.

Ach Österreichs Ex-Teamkapitän Christian Fuchs bekam von Leicesters Trainer Brendan Rodgers im Ligacup Spielpraxis. Leicester kam mit dem 4:0 in Luton weiter. Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl ließ sich beim „Hafenderby“ im nur 38 Kilometer entfernten  Portsmouth auf kein Risiko ein, brachte gegen den 20. der Championship, sprich der zweiten Liga, seine Bestbesetzung, in der Kevin Danso wegen einer Knöchelverletzung fehlte. Southampton gewann sicher 4:0 (2:0), was vor den Premier League-Spielen am Samstag bei Tottenham und eine Runde später gegen Chelsea sicher wichtig war.

 

Foto: Watford.

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