Tore mit einem Fersler vorzubereiten, scheint eine spezielle Note bei der Austria zu sein. Letzte Runde gelang dies Abubakr Barry beim schnellen Führungstor gegen Sturm durch Matteo Schablas, das aber nicht reichte. Die Austria verlor 2:5. Sonntag in Hartberg gelang dies dem Ersatz des gesperrten Barry, U 17-Vizeweltmeister Vasilje Markovic bei seinem Startelfdebüt. Er verlängerte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Pass von Reinhold Ranftl (Bild) mit der Ferse zu Kapitän Manfred Fischer, der zum Goldtor traf. Diesmal reichte der Assist-Fersler zum ersten Sieg über Hartberg nach drei Niederlagen gegen die Steirer in Serie, der für Austria sehr wichtig war.
Dabei begann das Spiel eigenartig. Kang-hee Lee bekam schon in der ersten Minute von Referee Stefan Ebner die gelbe Karte, als er den Ball zu Johannes Handl zurückspielte, aber dabei unabsichtlich auch Elias Havel etwas „erwischte“. Eine überzogene Entscheidung. Die rote Karte für Hartbergs Innenverteidiger Konstantin Schopp bei seinem ersten Einsatz von Beginn an war in Ordnung. Der Sohn des früheren Hartberg-Trainers überzeugte bis zur 37. Minute, als er im Ehrgeiz, noch den Ball zu treffen, voll Austrias Philipp Wiesinger am Knöchel erwischte. Ebner zeigte zunächst die gelbe Karte, wechselte nach Intervention von VAR Markus Hameter auf rot.
Das spielte natürlich der Austria in die Karten, was auch Trainer Stephan Helm zugab: „Trotzdem ist es in Hartberg schwierig. Der Boden ist sehr holprig, der Gegner gibt wenige Räume, man muss aufpassen, keinen Konter zu kassieren. Es war eine sehr konzentrierte Leistung, die Punkte hier mitzunehmen, ist nicht einfach!“ Sein Lob für Markovic: „Er hat ein Riesenherz, rennt sich die Seele aus dem Leib!“ Zum Sky-Interview ließ man Markovic nicht: „Man muss junge Spieler auch schützen. Auf ihn ist seit der WM sehr viel eingeprasselt.“ Siegestorschütze Fischer gab selbstkritisch zu: „In der zweiten Hälfte war gar nichts mehr von uns, im Grunde genommen haben wir das Spiel aus der Hand gegeben!“ Auf Dauer wird es mit Johannes Eggestein als „Alleinunterhalter“ im Angriff nicht funktionieren. Auf der Bank saßen mit Romeo Vucic, Marko Raguz und Abdoulaye Kante drei Stürmer. Vucic wurde nach 79 Minuten eingewechselt.
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