Am Ende jubelten 9000 LASK-Fans über das späte Tor von Kapitän Peter Zulj zum glücklichen 1:0 (0:0)-Heimsieg über Altach. Glücklich deshalb, weil bei 0:0 Altachs Legionär Jan Jurcec und Dominik Reiter Latte und Stange trafen, Torhüter Tobias Lawal gegen Jurcec einen Rückstand verhinderte. Aber wahrscheinlich wäre das Happy End ohne eine „sentimentale Rückkehr“ nicht möglich gewesen: Nach 58 Minuten wurde Peter Michorl für die im Sommer geholte 22 jährige Roma-Leihgabe Ebrima Darboe eingewechselt, was im Fansektor, der den Verzicht auf den Routinier ohnehin nie verstand, sehr gut ankam. Denn nach dem 1:1 beim WSG Tirol am 19. August fanden Trainer Thomas Sageder und Sportchef Radovan Vujanovic, Michorl (Bild) sei für den geplanten neuen Weg mit jüngeren Spielern, intensivem Spielstil und hohem Pressing nicht geeignet. Deshalb wurde er gar nicht der UEFA für die Europa League gemeldet. Eine „Watschen“ für einen verdienstvollen Spieler, der sich eigentlich nichts zuschulden kommen ließ, seit acht Jahren beim LASK ist, in der Erfolgsära von Oliver Glasner zum Führungsspieler und Publikumsliebling wuchs. Auch letzte Saison war er Stammspieler.344Spiele mit 40 Toren und 90 Assists bestritt der zentrale Mittelfeldspieler bisher für den LASK.
Der erst 28 jährige Michorl fehlte fünf Runden im Kader, spielte mit den Amateuren in der Regionalliga Mitte. Die Ausfälle von Sascha Horvath und Branko Jovicic ermöglichten ihm die Chance auf das Comeback. Das nützte er: „Ich hab der Mannschaft wieder Struktur gegeben“, bemerkte er nach seinem Einsatz in den letzten 35 Minuten zufrieden, „habe gezeigt, dass ich in die Bundesliga gehöre. Das gibt mir irrsinnig viel“. Der Sieg war für die Linzer nach den Niederlagen in Wolfsberg und Toulouse, die doch für Unruhe sorgten, wichtig. Aber das Thema Michorl bleibt jetzt weiter aktuell und brisant. Auch wenn sein Vertrag nur noch bis zum Ende dieser Saison läuft. Aber wer weiß, vielleicht kommt es zu einem Wintertransfer.