Eishockey

Der Präsident ließ Österreichs Eishockeyteam im Stich

Vor sieben Monaten traten Klaus Hartmann und Nicolas Stockhammer an der Spitze des Eishockeyverbands an. Zum Wahlprogramm des Präsidenten aus Kärnten und seines Vize aus Wien zählte unter anderem das Versprechen, mehr als bisher die Interessen der österreichischen Spieler zu vertreten. Jetzt hätte dafür die Probe aufs Exempel geliefert werden können. Doch was passierte? Der Präsident ließ das Nationalteam, eigentlich das Aushängeschild des Verband, schmählich im Stich. Gab dem Druck der Liga nach, sagte den von 11. bis 13. Februar geplanten Österreich-Cup gegen Frankreich und Slowenien in Klagenfurt einfach ab. Auf Druck der Liga. Die Entscheidung fiel Montag bei einem Gespräch zwischen Hartmann und Ligapräsident Jochen Pildner-Steinburg. Damit unterscheidet sich Hartmann in nichts von seinem Vorgänger Gernot Mittendorfer, der auch nicht konsequent genug gegenüber der Liga auftrat.

Als der internationale Verband  bereits im November die für Mai geplante B-WM 2021 in Laibach mit Österreich absagte, hielt sich Hartmann nicht mit Kritik daran zurück.  Aber er verhält sich genauso. Denn die Argumente für die Absage des Österreich-Cups, die hohen Infektionszahlen und die Mutation des Virus, die müssten auch für die Liga gelten. Aber die spielt munter weiter. Mit Reisen nach Ungarn, Italien und in die Slowakei, mit einem Antigen-Test für Spieler und Betreuer pro Woche. Beim Nationalteam hätte es täglich Tests gegeben, wären die Spieler in Einzelzimmern untergebracht worden, damit der Schutz der Spieler besser gewesen als bei den Klubs, die gegen den Österreich-Cup erfolgreich Sturm liefen. Vor allem die aus Kärnten, der KAC und Villach. Vielleicht gab auch deshalb der Kärntner Hartmann nach. Fiel lieber seinem Sportchef Roger Bader in den Rücken.

Sagte den ersten Teil der Vorbereitung auf die Qualifikation für Olympia, die im August in Bratislava über die Bühne gehen soll, einfach ab. In Österreichs Nachbarländern, etwa der Schweiz und Deutschland, wird die Pause für Tests der Nationalmannschaft genützt. Daher darf man annehmen, das Österreich mit der Verlängerung der Pause für das Nationalteam, die ohnehin schon zu lang dauert, falsch liegt. In Klagenfurt hätte es die Möglichkeit gegeben,  Spieler aus der U 20-WM-Mannschaft, zu forcieren. Etwa Sebastian Wraneschitz, den Tormann der Vienna Capitals, der trotz klarer Niederlagen  auch internationalen Experten positiv aufgefallen  war. Oder Luis Lindner. Oder Thimo Nickl, der in Kanada zwar wegen Covid 19 fehlte, aber inzwischen in Schweden wieder spielt. Oder die Schweiz-Legionäre Benjamin Baumgartner (spielt in Davos nur mehr in der vierten Linie, seit er bekannt gab, den Vertrag nicht zu verlängern), Bernd Wolf und Dominic Zwerger. Interessiert Hartmann nicht. Er vertritt lieber die Interessen der Liga, in der wie bisher der KAC und neu die Vienna Capitals wirklich auf Österreicher setzen. Die anderen Klubs, egal ob Linz, Graz, Villach, Salzburg, Innsbruck oder Dornbirn, geben weiterhin oft nur drittklassigen Ausländern die Bühne.

Im April und Mai soll das Team bei der Euro-Challenge und dem WM-Ersatzturnier in Laibach spielen, vor dem Kampf um das Olympiaticket ist in Trainingslager geplant. Aber wer weiß, ob es dazu kommt. Vielleicht fehlen in schweren Zeiten wie diesen dafür dann die Finanzen. Seit Montag ist nichts mehr auszuschließen.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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