Eishockey

Zum Auftakt ein Tor: So ist Michael Raffl nicht Cinderella

Viel besser hätte für den Villacher Michael Raffl der Start in sein achtes NHL-Jahr nicht verlaufen können: Mit den Philadelphia Flyers das Eröffnungsspiel der nuen Saison, das Pennsylvania-Derby gegen die Pittsburgh Penguins 6:3 (2:1, 1:1, 3:1) gewonnen und dabei das wichtigste der sechs Flyers-Tore erzielt. Nach 5:37 Minuten des letzten Drittels bezwang er Pittsburgh-Keeper Tristan Jarry (Bild oben) zur 4:3-Führung. Auch Pittsburgh-Legende Sid Crosby stand beim Rafft-Treffer am Eis. Das insgesamt 84.Tor in seinem 499. NHL-Spiel. In der Nacht auf Samstag folgte das 500. wieder gegen Pittsburgh. Raffl spiele in der vierten Linie mit Center Scott Laughton, der zu seinem engsten Freundeskreis in der Mannschaft zählt, von dem der Assist kam, und Nicolas Aube-Kabel, der erst seine zweite Saison bei Philadelphia spielt. Laughton gehört wie Raffl seit 2013 zum Rooster der Flyers. Die Überraschung zum Auftakt: Colorado Avelanche, für viele der Favorit auf den Stanley Cup, bezog daheim gegen St. Louis eine 1:4-Pleite.

Auch für Puls 24 war es eine gelungene Premiere. Die erste Live-Übertragung eines NHL-Spiels auf diesem TV-Sender mit dem Tor und Sieg des einzigen Österreichers, der beim NHL-Start dabei ist. Kein Wunder, dass dabei die austro-kanadische Legende Greg Holst als Co-Kommentator zur Hochform auflief, ähnlich unter Strom stand wie zu seinen Zeiten als Center. Er zeigte sich auch als wahrer NHL-Experte. Vor seiner Karriere in Österreich drafteten 1974 die New York Rangers den in Montreal geborenen Holst, für die er elf Spiele bestritt. In Österreich erzielte er für Innsbruck, den WEV, Salzburg, Villach und Hannes Kartnigs Grazer „Elefanten“ 522 Tore und kam auf 506 Assists. Nach seiner Einbürgerung spielte er für Österreich zwischen 1982 und 1986 bei vier Weltmeisterschaften. Als Trainer wurde er mit Villach 2006 Meister. Holst ist mit inzwischen 66 Jahren noch immer so kanadisch, kauzig, so emotional und polarisierend wie früher. Mit ihm fühlte man sich auch nach Mitternacht in vergangene bessere Zeiten versetzt, als er volle Hallen sorgte, die es aktuell wegen Corona nicht geben kann. Holst spielte noch mit Michael Raffls Vater Peter zusammen. Legendär von ihm ist auch sein  inzwischen fast fünf Jahre altes TV-Interview als Villach-Trainer nach einer Niederlage in Wien, in dem das f…-Wort nicht nur einmal vorkam.

Am Ende nannte Holst den Raffl-Abend zufrieden eine Cinderella-Story. Das ist eine 17 Jahre alte amerikanische Filmkömodie, die auf dem Aschenputtel-Märchen beruht. Aschenputtel heißt im englischsprachigen Raum Cinderella. Ein Aschenputtel-Dasein für Michael Raffl und die Flyers zeichnet sich nach dem gelungenen Auftakt aber nicht ab.

Foto: NHL.

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