Fußball

Der Sündenbock beim Tanz auf der Rasierklinge

Zu den 28 Jahren von Andy Marek gehört bei Rapid gehört auch die Rolle des Sündenbocks. Wenn der Tanz auf der Rasierklinge, wie er einmal den Umgang mit dem Fans bezeichnete, außer Kontrolle geriet. Passierte einige Male. Etwa 2001 beim Sitzstreik einiger Fans im Hanappi-Stadion beim Stand von 0:4 gegen GAK. beim ersten Fanwirbel samt Polizeieinsatz im beschaulichen San Marino, als 100 sogenannte Rapid-Anhänger die Kabine belagerten, den Autobus bis 22 Minuten vor Mitternacht blockierten, weil sich die zuvor mit Pfiffen und Schmährufen bedachte Mannschaft nicht von ihnen nach Schlusspfiff verabschiedete.  Ein Jahr später folgte der Abbruch des Freundschaftsspiels gegen Arsenal in Eisenstadt. als Rapid-Radaubrüder auf der Tribüne untereinander in Streit gerieten, Sitzbänke flogen, unbeteiligte, verängstigte Zuschauer auf das Spielfeld flüchteten.  Neun Jahre später der Platzsturm in Hütteldorf am 22. Mai 2011 nach 26 Minuten bei  0:2 im Derby gegen die Austria, 2012 der Eklat von Saloniki mit den Fans von PAOK vor dem UEFA-Cup-Spiel, als danach Rapid zu einem Geisterspiel und 75.000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, die Griechen noch härter bestraft. wurden. Ein Jahr darauf die Schreckensszenen  nach einem Freundschaftsspiel gegen Nürnberg im Hanappi-Stadion, als danach die WEGA mit Pfefferspray im Einsatz war, sogar ein Polizeihubschrauber über Hütteldorf kreiste. Nach der Eröffnung des Allianz-Stadions im Sommer 2016 die Vorfälle um den neuen Stürmer Max Entrup wegen dessen Austria-Vergangenheit. Drei Jahre später spielt Entrup in der Regionalliga Ost bei Traiskirchen. Das letzte Ereignis, das in Erinnerung blieb, waren die Vorfälle rund um das Derby gegen Austria im Dezember 2018 bei der Generali-Arena in Favoriten.

Und immer wieder tauchte bei der Suche nach den Schuldigen der Name des Leiters der Rapid-Klubservice auf. Zu große Nähe zu den Fans, zu viel Nachsicht wurde Andy Marek vorgeworfen, sogar eher ein Komplize zu sein, damit den ganzen Verein vereinnahmt und zu  einem Event-Club gemacht zu haben, bei dem der Sport nur noch so nebenbei läuft statt im Mittelpunkt zu stehen. Zudem den Rekordmeister dem Einfluss der Ultras ausgeliefert zu haben, die ihn jetzt dominieren würden: „Das können nur Ahnungslose  behaupten“, erwidert Marek, „es ist zwar einiges passiert, was nie passieren hätte dürfen, vieles wurde aber auch übertrieben dargestellt. So etwas passiert auch in anderen Ländern. Außerdem ist es unmöglich, Rapid irgendjemandem auszuliefern“. Er habe aus allem gelernt: „Ich weiß jetzt,wie schnell man Sündenbock wird, alle Verdienste vergessen sind. Aber auch damit muss man umgehen können. Das gelingt, wenn viel Herzblut dabei ist“ Es könne kein Fehler sein, wenn man versuche, immer mehr Fans und auch Mitglieder an Bord zu holen. Derzeit sind es 16.000, zu Beginn seiner 28 Jahr bei Grün-Weiß waren es nur tausend.

Sein Herzblut zeigt sich schon daran, dass er die 28 Jahre lang, fast täglich,weil es nötig war, vom Waldviertel, von Groß-Siegharts bei Waidhofen/Thaya nach Hütteldorf und wieder zurück fuhr. Das sind zusammen 296 Kilometer. Macht in einem Jahr um die 70.000 Kilometer. Umgelegt aufs eine gesamte Rapid-Zeit mehr als 700.000. Der Lohn waren dafür waren auch unvergessliche Dinge. Wie Steffen Hofmanns Rückkehr im Sommer 2006, der letzte Meistertitel 2008 unter Peter Pacult nach dem 7:0 in Salzburg am Ostersonntag, ein Jahr später alles rund um das 110. Geburtstag Rapids  mit dem großen Jubiläumsspiel gegen den FC Liverpool. Damals entstand der Begriff von der  Wunderwelt Rapid.

 

MORGEN:  WOFÜR ANDY MAREK ZULETZT BEI RAPID ZUSTÄNDIG WAR

 

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