Fußball

Der vierte „Burgknaller“ brachte Schalke nach fünf Jahren wieder auf Platz zwei

Guido Burgstaller hegte und pflegt seinen Ruf als Schalkes preiswertester Billigbomber der Vereinsgeschichte.  Denn sein vierter „Burgknaller“ in dieser Saison machte jedes Tor des Kärntners, hochgerechnet auf die 1,5 Millionen Ablöse, die letzten Jänner der 1.FC Nürnberg für ihn  kassierte, noch billiger. Und damit verdrängte Schalke mit dem sechsten Spiel hintereinander ohne Niederlage (davon vier Siege)  RB Leipzig dank der besseren Tordifferenz von Rang zwei. Zweiter hinter Bayern, das war  Schalke zuzletzt vor fünf Jahren. Burgstallers 2:0 gegen den Hamburger  SV machte das möglich. Österreichs Teamstürmer stand nach 77 Minuten bei einem Pass des Ukrainers Yevhen Konoplyanka dort, wo ein Torjäger eben stehen muss. Und das nur sechs Tage vor dem Revierderby bei der angeschlagenen Dortmunder Borussia, die fünf Spiele hintereinander nicht gewann, zuvor noch Dienstag in der  Champions League gegen Tottenham ran muss. Dort gibt es bereits erste Gerüchte um eine mögliche Ablöse des erst im Mai engagierten holländischen Trainers Peter Bosz nach der Hinrunde im Dezember. Schalke kann sich in aller Ruhe auf das Nachbarsduell vorbereiten. Die 60.000 Schalker Fans sangen Sonntag bereits: „Die Nummer eins im Revier sind wir.“

Das zweite österreichische Erfolgserlebnis in Deutschland gab es am Sonntag für Zlatko Junuzovic und Florian Kainz: Erster Saisonsieg für Werder Bremen durch das 4:0 im Nordderby gegen  Hannover 96. Damit ist Peter Stögers 1. FC Köln die einzige Mannschaft in der Bundesliga, die in zwölf Runden noch nicht gewann. Vier Tore erzielte Bremen zuvor in allen elf Partien zusammen. Herausragender Mann im zweiten Match unter dem vorerst bis Weihnachten engagierten Interimstrainer Florian Kohfeldt: Max Kruse, der beste Freund von Hannovers Österreicheer Martin Harnik seit Jugendtagen in Hamburg, mit drei Treffern.  Für Kainz war es allerdings nur ein kurzes Erfolgserlebnis: Der Steirer kam erst drei Minuten vor Schluss für den umjubelten Kruse.

Ein guter Sonntag war es auch für Adi Hütter in Bern. Einer der zwei  Tabellenführer unter Österreichs Trainerlegionären verteidigte mit Young Boys Bern den Siebenpunktevorsprung auf Titelverteidiger FC Basel mit einem 2:1 gegen den FC Zürich. Das Siegestor vor 20.000 Zuschauern im Stade de Suisse fiel nach einem 0:1-Rückstand erst sechs Minuten vor Schuss. Es war das 106.Spiel, in dem Hütter an der YB-Seiteninie stand. Vorbei sind die Zeiten, in denen manche Journalisten den 47jährigen Vorarlberger quasi schon weggeschrieben haben. Jetzt stellen sie sich um Interviews an, hören von Hütter: „Es ist auch nicht so, dass ich noch nie einen Titel geholt habe. Ich weiss, wie es ist Meister zu werden.“

Ein schwarzer Sonntag war es hingegen in London für Marko Arnautovic. Zwar war er beim ersten Spiel unter West Hams neuen Trainer David Moyes erste Wahl, aber beim 0:2 im Stadion an der Vicarage Riad bei Watford  holte ihn auch das Verletzunsgpech ein: Bei einem Zweikampf mit Watford holländischem Verteidiger Marvin Zeegelaar verdrehte sich Arnautovic nach 74 Minuten unglücklich den rechten Arm und das Handgelenk. Wie es aussieht, brach der Knochen. Das würde eine Pause auf unbestimmte Zeit bedeuten. West Ham blieb mit der Niederlage als Drittletzter auf den Abstiegsrängen. Pech wie Arnautovic hatte zwei Tage zuvor der Ex-Rapidler Stefan Kulovits:  Der Kapitän des deutschen Zweitligisten Sandhausen erlitt beim 2:1 in Sandhausen einen mehrfachen Unterarmbruch, musste operiert werden.

 

 

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