Fußball

Desaströs! Bei Austria geht nichts nach Plan auf

Es klang fast wie ein Geständnis, das Markus Kraetschmer vergangenen Montag in „Talk & Tore“ bei Sky ablegte. Am Tag, an dem zuvor feststand, dass am 1.Mai das Finale des Uniqa-Cups nicht wie geplant in der violetten Generali-Arena stattfinden wird. Stunden später bezeichnete  Austrias AG-Vorstand im Hütteldorfer TV-Studio die Frühjahrsbilanz als desaströs. Nicht gehe derzeit so auf, wie es sich die Austria vorstellt. Man müsse intensiv nachdenken, wie es weitergeht, eine wirkliche Weiterentwicklung habe diese Saison nicht stattgefunden. Die Austria müsse sich modernem Offensivfußball öffnen, ohne eine Red Bull-Kopie zu sein. Kraetschmer räumte auch Fehler in der Personalpolitik ein, da  Austria auf einige Transfers nicht so vorbereitet war, wie es ein moderner Klub sein muss.

So schlecht wie die Woche begann, endete sie Freitag für Violett auch. Die Lizenz für 2019/20 ebenso wie St.Pölten, Admira und Wacker Innsbruck mit Auflagen erhalten zu haben, passt nicht zu Austrias Ansprüchen. Bis 15. Oktober müssen Budget und Liquiditätsplan überarbeitet werden. Kraetschmer behauptete, das komme für ihn nicht überraschend. Die Young Violets erlitten in der zweiten Liga, in der Ried Wattens als Tabellenführer ablöste, ein 0:4-Debakel in Pasching gegen die Oberösterreich Juniors. Stehen als Drittletzter auf einem Abstiegsplatz. Auch bei der zweiten Mannschaft gibt´s es eher einen Trainerdefekt als Effekt nach der von Sportchef Ralf Muhr veranlassten Ablöse von Andi Ogris. Ändert der Sonntag etwa an den trüben Tagen?

Der Trainerfeffekt stellte sich auch in der Meistergruppe der Bundesliga mit Robert Ibertsberger nicht ein. Drei Spiele, drei Niederlagen. So hatte der Salzburger, der letzten Sonntag beim 0:1 gegen Sturm etwas verzweifelt wirkte (Bild oben) auch letztes Frühjahr als Interimslösung in Wolfsberg begonnen, ehe es aufwärts ging. Gelingt im neuen Job ausgerechnet beim ehemaligen Klub die Wende? Gegen Wolfsberg verlor Austria zuletzt dreimal hintereinander. Michael Liendl, das Um und Auf der Kärntner als Zentralfigur im Mittelfeld, hat eine violette Vergangenheit. Dass der Steirer mit 33 Jahren die Scorerwertung der Bundesliga mit neun Toren und zehn Assists anführt, in der Alexander Grünwald bei nur 15 Einsätzen mit fünf Toren auf zwei Assists auf Rang 21 der beste Austrianer ist, muss Violett eigentlich sehr weh tun. Ibertsberger geben die zwei Niederlagen der Saison gegen Wolfsberg, bei denen Liendl an jeweils einem Tor beteiligt war, nicht zu denken: „Wir spielen jetzt ein anderes System, haben damit andere Lösungsmöglichkeiten.“ Es wäre nicht nur für den Kampf um Platz drei, sondern auch  für Ibertsbergers Chancen, über das Saisonende hinaus  Austrias Trainer zu bleiben, gut und notwendig, wenn die richtigen gefunden werden. Muhr behauptet, abgesehen von den Resultaten mit der Arbeit von Ibertsberger durchaus zufrieden zu sein.

Die Sperre von James Jeggo eröffnet Ibertsberger zumindest die Chance, neue und bessere Lösungsmöglichkeiten bezüglich der violetten Aufstellung zu finden. Die Konkurrenten der Austria um Platz drei? Für St. Pölten wird in Pasching gegen den LASK nicht viel zu holen sein. Für den Nordkoreaner Kwang-Ryong Pak ist die Saison nach seiner Operation des gerissenen Syndesmosebands und einem Knöchelbruch ebenso beendet wie für den Griechen Taxiarchis Fountas nach einer Schulterluxation. Sturm Graz muss zum Fast-Meister Red Bull Salzburg, bei dem er am 10.März ein 0:0  erkämpft hatte. Also wird Trainer Roman Mählich auch Sonntag tief verteidigen lassen, quasi eine Mauer hochziehen. Beim Tabellenführer herrscht seit Mittwoch Klarheit über Trainer Marco Rose, nicht über den Nachfolger. Über den wird es wochenlang Spekulationen geben. Damit kann Sportchef Christoph Freund aber leben. Rose will gegen Sturm nicht noch ein Heimspiel ohne erzieltes Tor, gab seinen Jungs die Devise aus, eine gute Woche, die hinter ihnen liegt, zu vergolden. Bemerkenswert: Der 33jährige Vorzeigekapitän Andreas Ulmer, seit zehn Jahren beim Klub, erhielt einen neuen Vertrag bis 30. Juni 2022. Dann wird der Linksverteidiger 36 sein. Schon jetzt hat kein anderer Spieler der Bundesliga so wie Ulmer neun Meistertitel und fünf Cupsiege auf seiner Visitenkarte stehen.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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