Fußball

Didi’s Feuer darf keine Brandgefahr für Rapid bedeuten

Letzten Sonntag verkündete Didi Kühbauer in der Pause bei Rapids 4:1-Führung in Mattersburg selbst am ORF-Mikrofon seinen Rollenwechsel. Nicht mehr ORF-Kommentator in der Bundesliga, sondern wieder Trainer, um Schlusslicht St.Pölten in der Bundesliga zu halten. Und das Debüt ausgerechnet bei dem Klub, bei dem er selbst gerne Trainer geworden wäre, was auch dem Wunsch vieler Fans entsprochen hätte, um den er sich als Spieler große Verdienste erworben hatte. Der Name Kühbauer ist untrennbar mit der erfolgreichen Ära von Ernst Dokupil, mit Cupsieg 1995, ein Jahr darauf Europacupfinale und Meistertitel verbunden. Darum wird er Samstag Abend sicher mit Beifall in Hütteldorf empfangen werden.

„Jede Mannschaft ist nach einem Trainerwechsel gefährlich. Wir dürfen keine Sekunde überheblich sein“, sagte Goran Djuricin sofort, als er in Mattersburg vom „neuen“ Gegenspieler auf der Trainerbank in der nächsten Runde erfahren hatte. Zumal Kühbauer gleich angekündigt hatte, dass es nicht passieren wird, dass man nach Hütteldorf kommen wird, um sich vom klaren Favoriten abschlachten zu lassen: „Man muss mehr Feuer in die Mannschaft bringen, ein bessere Zweikampfverhalten, um jeden Gegner ärgern zu können“. Beim Ex-Klub will Kühbauer damit beginnen, für St. Pölten eine Philosophie zu finden, um via Relegation die Klasse zu halten. Mit konsequenterer Defensivarbeit, aggressiverem Zweikampfverhalten.

Didi hatte zwar nur fünf Tage Zeit, um mehr Feuer in die Mannschaft zu bringen. Man darf ihm zutrauen, dass ihm dies gelungen ist. Daran zweifelt auch Djuricin nicht: „Wahrscheinlich werden sie knapp vor Anpfiff noch rohes Fleisch essen,“ prophezeite er Freitag im Spaß. Aber Didi´s Feuer darf keine Brandgefahr im Westen Wiens  hervorrufen. Dazu sind die Qualitätsunterschiede zwischen beiden Teams zu groß. Zeigen auch die Da müssen Louis Schaub, den sein holländischer Manager Rob Groener sicher nicht zufällig besuchen kommt, Thomas Murg und Stefan Schwab schon den Unterschied ausmachen. Das Fehlen von Joelinton, der  wie befürchtet wegen einer Bänderverletzung im Knie mehrere Wochen fehlen wird, muss ebenso wie die Gelbsperre von Dejan Ljubicic zu verkraften sein. Das zeigen auch die tipp 3-Quoten (siehe unten). Wer 10 Euro auf eine Sensation durch den Letzten setzt, bekäme 90.

Da darf Rapid eine Woche vor dem Derby gegen Austria nichts passieren, muss der dritte Sieg in Serie her und damit Platz drei im Fernduell gegen den LASK, der Sonntag in Pasching Meister Red Bull Salzburg empfängt,  gehalten werden. Alles andere als drei Punkte wären, Kühbauer hin oder her, bei allem Respekt eine riesige grün-weiße Blamage. Bisher gewann ja Rapid alle sieben Spiele in der Bundesliga gegen die Niederösterreicher. Und da dürfen auch die Tribünensperren nach den Ligaurteilen über die Szenen beim Februar-Derby keine Rolle spielen. Den schlechtesten Besuch  seit der Eröffnung des Allianz-Stadions wird es trotzdem nicht geben: Beim 2:1-Zittersieg im Cup gegen Ried  waren es bei klirrender Kälte am 28. Februar 7200 Fans. Heute werden es trotz der leeren Tribünen hinter beiden Toren knapp über 9000 sein. Rapids Vorstand Christoph Peschek bezifferte den finanziellen Schaden durch Tribünensperren und Geldstrafe auf 250.000 Euro. Der Delegierte der Liga wird mit Argusaugen beobachten, was im diesmal für die Rapid-Fans geöffneten Gästesektor alles passieren wird.

Die schwerer Aufgabe in der Runde vor dem letzten Wiener Derby dieser Saison hat die Austria beim Tabellenzweiten Sturm Graz, der zuletzt vier Siege hintereinander feierte. Der Wunsch von Trainer Thomas Letsch, die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen, verbindet ihn mit all seinen Kollegen. Nicht nur Michael Madl ist wieder  im Einsatz, auch Dominik Prokop. Was Letsch Hoffnung macht: Der große Wille, den seine Mannschaft beim nicht überzeugenden Zittersieg gegen Altach an den Tag legte. Der 18jährige Dominik Fitz, der dabei sein Debüt feierte, bekam noch vor der Fahrt nach Graz einen Fünfjahresvertrag. Sportchef Franz Wohlfahrt band das größte violette Offensivtalent bis 2023.

 

Foto: © ORF.

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