Fußball

Die Bundesliga ersucht Anschober um fliegende Tee-Verkäufer mit Bauchladen

Zu vier der neun Spielen der Wochenendrunde in der deutschen Bundesliga dürfen definitiv keine Zuschauer in die Stadien, die meisten, nämlich 6000, wahrscheinlich am Sonntag zu Wolfsburg gegen Bielefeld. Trotz steigender Covid 19-Zahlen gibt es aber einen Aufstand der Klubs gegen die Corona-Regeln. Die sind sich einig: Die Fans werden benachteiligt! Sie beklagen Politik auf dem Rücken des Fußballs, fordern, dass es ausschlielich um Konzepte und Fakten gehen muss. So krass formulierte dies in Österreich eigentlich nur Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter am Mittwoch via „Sky“ vor dem Anpfiff zur Champions League. Als er von Willkür sprach, sich fragte, ob bei den neuen Zahlen gewürfelt wurde und nachvollziehbar Überlegungen dahinter stecken.

Nach der Tagung der 28 Klub aus der höchsten Spielklasse und zweiten Liga, bei der es keine formellen Beschüsse geben könnte, weil ja die Vereine selbst nichts festlegen dürfen, gab es noch moderatere Töne in Richtung Sport-und Gesundheitsministerium. Wenn schon die Kantinen geschlossen bleiben müssten, ersuchte man wenigstens das Gesundheitsministerium von Rudi Anschober wenigstens um eine sogenannte Verpflegung am Sitzplatz. Bei der fliegende Verkäufer mit Bauchladen  den Fans in den kälteren Jahreszeiten  einen warmen Tee anbieten dürfen. Als eine Art Mindestservice, für das die Besucher allerdings kurz die Gesichtsmaske abnehmen müssten. Vielleicht stand deshalb die Antwort noch aus. Die fehlt auch auf die Frage, ob bei Klubs mit Gastro-Lizenz, etwa Rapid, es so wie im VIP-Klub eine Gastronomie geben darf. Ein Nein  wäre eigentlich eine krasse Benachteiligung. Die neuen Verordnungen treten Freitag in Kraft, auf den betreffenden Bescheid des Gesundheitsministeriums warteten die Vereine bis in den späten Donnerstag vergeblich. Unglaublich.

Unübersehbar  bleibt aber, dass sich sowohl in Deutschland als auch in Österreich die Corona-Fälle bei den Klubs häufen. Bei Werder Bremen gab es zwei, die Mannschaft ging bis Freitag freiwillig in Quarantäne. Bei Bayern München erwischte es nach Serge Gnabry, dessen zweier Test negativ war, einen italienischen Physiotherapeuten, der die Mannschaft behandelte. Das löste Alarmstimmung aus. Er fehlt deshalb schon Mittwoch Abend beim 4:0 gegen Atletico Madrid. Und Österreich? Vier Fälle bei Aufsteiger Ried, drei bei WSG Swarovski Tirol. Im Eishockey sieht es schlimmer aus. Beim KAC sind mehrere Spieler betroffen, alle sieben von Freitag bis Sonntag angesetzten Spiele der ICE League wurden verschoben.  Seit Donnerstag steht auch fest, dass die Nationalmannschaft nicht wie geplant im November an einem Vier Nationen-Turnier in Slowenien teilnimmt. Warum die Damen aber in Budapest spielen, ist allerdings logisch nicht zu begründen.

Foto: Sturm Graz.

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