Fußball

Strebinger und irreguläres Tor verhinderten Sensation

Der Traum von der  Sensation dauerte nur 19 Minuten, der von der Überraschung nur vier länger. In Wahrheit scheiterte Rapid auch an sich selbst, um die billige 1:0-Führung gegen Arsenal länger als von der 51. bis zur 70. Minute zu halten. So endete alles vor 3000 Zuschauern, die den Verlierern nachher viel Beifall spendeten, gemäß Papierform mit einem 1:2 (0:0). Dennoch zeigte sich Rapids Trainer Didi Kühbauer zufrieden mit seiner Mannschaft: „Weil wir auf sehr hohem Niveau spielten!“ Speziell vor der Pause, als Rapid trotz 70 Prozent Ballbesitz von Arsnal gefährlicher wirkte, Neuzugang Marcel Ritzmaier und Kapitän Dejan Ljubicic für Akzente sorgten, Ercan Kara sich gegen die Innenverteidiger David Luiz und Gabriel aufrieb, Kelvin Arase an der rechten Flanke ganz starke Szene hatte, Taxiarchis Fountas einige „Nadelstiche“ setzte.  Schade, es wäre durchaus möglich gewesen, dass Rapid mit zumindest einem Punkt im Gepäck nächste Woche zu Norwegen Meister Molde fliegt. Der in Dublin gegen Dundalk ein 0:1 in den 2:1-Auswärtssieg verwandelte. Das wird schon ein Schlüsselspiel im Kampf um Platz zwei.

Arsenal begann mit nur fünf Spielern von der Startelf, die letzten Samstag bei Manchester City 0:1 verlor. Aber das hat nichts zu besagen. Denn die sechs Neuen waren fünf Nationalspieler aus Portugal (Europameister Cedric Soares), Bosnien, Ghana (50 Millionen-Kauf Thomas Partey), Ägypten und Frankreich sowie der Torjäger von Englands U 21, Eddie Nketiah. Rapids Defensivabteilung, die bei Ballbesitz von Arsenal aus sieben Mann bestand,  ließ bis zur Pause keine einzig klare Chance von Arsenal zu, verschenkte aber auch zu leicht erkämpfte Bälle. Da sündigte vor allem Srdjan Grahovac.

Nach 48 Minuten hätte Rapid mit einem Mann mehr spielen müssen da der Ellbogencheck des bereits mit gelb vorbelasteten Nketiah gegen Filip Stojkovic mit der Ampelkarte zu bestrafen gewesen wär. Aber das ignorierten sowohl Referee Pavel Kralovec aus Tschechien als auch sein Assistent Ivo Nadvornik, vor dessen Augen alles geschah. Zwei Minuten später war alles vergessen, weil Arsenals deutscher Keeper Bernd Leno, der laut Transfermarkt einen Marktwert von 32 Millionen Euro hat, für den die „Gunners“ vor zwei Jahren 25 Millionen Ablöse an Leverkusen zahlten, beim Versuch, den Ball mit dem rechten Fuß im Strafraum zu David Luiz zu spielen, Kara „übersah“. Von ihm prallte der Ball zu Fountas, der sich die Chance nicht entgehen ließ (Bild oben). Noch zweimal ermöglichten Lenos „Fußfehler“ Rapid Chancen. Bei einem Schuss von Fountas verhinderte er das 2:0, bei 1:1 ging der Heber von Fountas neben das leere Tor.

Rapid machte den Fehler, sich nach der Führung zurückzuziehen, sich zu weit zurückdrängen zu lassen, zwang Arsenals Trainer Mikel Arteta zum Handeln. Er brachte nach 61 Minuten den spanischen Rechtsverteidiger Hector Bellerin und Topstar Pierre Emerick Aubameyang. Aber den Ausgleich ermöglichten nicht sie, sondern Rapids Tormann. Richard Strebinger wollte offenbar hinter Leno nicht „zurückstehen“, verflog sich bei einem Freistoß von Nicolas Pepe in den Strafraum schrecklich, faustete ins Leere. Da hatte der aufgerückte David Luiz per Kopf den Ball schon verlängert. Da drängte sich fast Vergleiche mit dem „Batman“-Flug auf. Aber mit „Batman“ zwischen den Pfosten kann man nicht  gewinnen. Nicht der erste Fehler von Strebinger dieser Art. Im September ermöglichte er so Sturm Graz den Führungstreffer beim 1:1.

Vier Minuten später kam das k.o., weil Ritzmaier bei einem Pass von Mohamed Elneny zum vorstürmenden Bellerin ins Leere rutschte. Dessen perfekten Stanglpass nutzte Aubameyang aus kurzer Distanz. Der Schönheitsfehler: Der andere Assistent von Kralovec, Tomas Mokrusch, übersah, dass Aubameyang beim Pass zu Bellerin klar abseits stand und so einen Vorteil hatte. Daher hätte er die Fahne heben müssen, tat es aber nicht. Und verhindert eine grün-weiße Überraschung, die auch ein Unentschieden gewesen wäre. So wurde eine durchaus gute Leistung, für die sich Rapid nicht genieren muss, entwertet, gab es keinen österreichischen Sieg am Donnerstag. Nur Wolfsberg verlor nicht, kam gegen CSKA Moskau zu einem respektablen 1:1 (1:1), wobei Kapitän Michael Liendl knapp vor Pause mit einem verwandelten Elfmeter für den Ausgleich sorgte. Der LASK hatte in London gegen Tottenham keine Chance – 0:3 (0:2).

Das Unentschieden, das Rapid verpasste schafften die Ex-Rapidler Thomas Murg und Stefan Schwab, mit Paok Saloniki. Murg erzielte beim Startelfdebüt nach Assist von Schwab das 1:1 gegen Omonia Nikosia. Mit dem aber beide gar nicht zufrieden sind.  Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger spielte beim 6:2 von Bayer Leverkusen gegen Nizza durch, gab den Assist zum 2:0, Aleksandar Dragovic in den letzten zehn Minuten, in denen aus einem 4:1 ein 6:2 wurde. Ex-Teamkapitän Christian Fuchs gewann mit Leicester daheim gegen Zorja Lugansk aus der Ukraine 3:0 (2:0). Das erste Match seiner Karriere, das eine Schiedsrichterin leitete. Senkrechtstarter Christoph Baumgartner erzielt bei Hoffenheims 2:0 (0:0) gegen Roter Stern Belgrad nach 64 Minuten die Führung. Stefan Posch spielte durch, Florian Grillitsch bis zur Pause. Dann wechselte er ins Krankenhaus zu seiner Frau Hannah. Zur Geburt des ersten Kindes. Ein Baby-Wechsel.

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