Fußball

Die grün-weiße Lust auf mehr Minuten von Badji

Dieser Tage überreichte Rapid der Gruft, Wiens bekanntester Einrichtung der Caritas für Obdachlose, rund 600 gemeinsam mit Sponsor Uber eingesammelte Textilien und wärmende Gegenstände . Sportliche „Geschenke“ wird sich Rapid Samstag in St.Pölten nicht erlauben können, wenn es um den zweiten von vier notwendigen Siegen geht, um noch unter die ersten sechs und in die Meisterrunde zu kommen. Und die Konkurrenten Hartberg, Austria und Sturm Graz unter Druck zu setzen, die erst am Sonntag spielen. Eine Frage heißt: Wird Didi Kühbauer ein möglicherweise neues As in seinem Talon namens Aliou Badji (Bild oben) schon früher ausspielen als für die letzten fünf Minuten beim Überraschungssieg über Meister Red Bull Salzburg, in denen es nur noch darum ging, für Entlastung zu sorgen, das 2:0 zu halten?

Sportchef Fredy Bickel erinnert sich gar nicht so gerne an die Verhandlungen um den Last Minute-Kauf der Hütteldorfer, wie er letzten Montag bei „Talk und Tore“ auf Sky zugab. Der Grund: Zunächst hatte Badji lange Zeit gar keinen Berater, dann aber gleich vier bis fünf, die sich dazu noch gegeneinander ausspielten. Bis ein Machtwort aus Stockholm von Badjis ehemaligen Klub Djurgarden kam, er die Vollmacht für die Verhandlungen der in Luxemburg ansässigen Smart Sports Agency übertrug. Danach ging alles etwas leichter bis zur Vertragsunterschrift.

Die ersten Minuten des 21jährigen Senegal-Stürmers im Dress von Rapid machten jedenfalls den Fans gleich Lust auf mehr. Ihr Beifall ließ fast darauf schließen, dass der das Zeug in sich hat, ein neuer Publikumsliebling zu werden. Er wirkt sehr aktiv und trotz seiner 1,89 Meter sehr beweglich.  Man konnte sich vorstellen, dass der Rapid  weiter helfen kann. Schon zum Sprung unter die ersten sechs? Kühbauer hatte sich zum Ende der Transferzeit klar als Befürworter des Badji-Kaufs deklariert. Aber wahrscheinlich wäre es ihm jetzt am liebsten, dass er sich nicht den Kopf zerbrechen muss, ob und wie lange er Badji bringen soll. Denn dann würde es auch ohne ihn nach Wunsch klappen. Und das steht ganz klar im grün-weißen Fokus.

Rapid hat  in der St.Pöltener NV-Arena noch  nicht verloren, gewann zwei der vier Spiele in der Bundesliga. Letzte Saison ganz klar 4:1 und 5:0. Da war Kühbauer noch nicht St.Pölten-Trainer. In seine kurze, erfolgreiche Ära fiel aber am 26.September letzten Jahres der erste Auswärtssieg St. Pöltens über Rapid.  Zwei Tage später war Kühbauer Rapid-Trainer. Das Führungstor beim 2:0 im Allianz-Stadion hatte mit Rene Gartler ein Ex-Rapidler erzielt. Sein 49.Tor in der Bundesliga. Auf das 50. wartet der 33jährige Routinier noch. Wäre paradox, wenn er das ausgerechnet gegen seinen früheren Klub erzielt. Und dem gar damit die letzte Chance auf die Meisterrunde raubt.

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