Fußball

Die Reaktionen von Jesse Marsch erstaunen Salzburg

Innerhalb von vier Tagen in Bundesliga und im Uniqa-Cup gegen die gleiche Mannschaft zu spielen, ist Red Bull Salzburg bereits gewohnt. So war es schon Anfang Februar gegen Austria. Jetzt folgt die Neuauflage gegen Sturm Graz. Mit drei Unterschieden: Gegen Austria kamm zuerst der  Cup, diesmal die Bundesliga. Beide Spiele im Klagenfurter Wörthersee-Stadion statt in Salzburg, Mittwoch geht es um den Aufstieg ins Cupfinale und nicht wie gegen Austria um das Semifinale. Zwei Salzburg-Siege wie Anfang Februar sind allerdings wieder zu erwarten: Weil Sturm Graz derzeit ziemlich weit von der Verfassung entfernt ist, in der die „Blackies“ noch als Salzburg-Jäger galten. Als sie am 21. November mit dem 3:1 in Salzburg nach zwei Toren von Jakob Jantscher für die erste Niederlage des Meisters sorgten. Ins neue Jahr ging Sturm noch mit der Chance, Salzburg als Tabellenführer abzulösen. Nach dem 0:0 beim Nachtrag in Wolfsberg lag Sturm mit Salzburg nach Punkten gleichauf, sechs Runden später beträgt der Rückstand acht Punkte.

Salzburgs Trainer Jesse Marsch rotierte im November vier Tage vor dem Champions League-Spiel bei Bayern ziemlich heftig, zudem war Patson Daka verletzt. Sturm fehlen von der damaligen Besetzung mit dem gesperrten Tormann Jörg Siebenhandl und dem verletzten Slowenen Ion Gorenc Stankovic zwei Schlüsselspieler, die Mittwoch wieder dabei sein werden. Der Georgier Otar Kiteishvili, der noch wochenlang ausfällt, war auch im Herbst beim Sieg über Salzburg verletzt und nicht dabei. Für Sturm zählt das Cupspiel mehr, weil die Chance auf den Titelgewinn die größere ist. In einem Match kann mehr passieren als in einem Dauerbewerb wie der Bundesliga. Deshalb wird Christian Ilzer angeschlagene Spieler wie Stankovic oder Stürmer Kevin Friesenbichler am Sonntag nicht „verheizen“und darauf hoffen, dass sich Siebenhandl-Ersatz Tobias Schützenauer bei seinem sechsten Einsatz in der  Bundesliga als dafür tauglich erweist.

Bei Salzburg ist man darauf gespannt, welche Spuren die Enttäuschung über das Ausscheiden in der  Europa League hinterlassen hat. Die Reaktionen von Marsch (Bild oben) wirkten allerdings eher seltsam, gefielen auch in Salzburgs Chefetage nicht unbedingt. Weniger, dass er mit der Leistung beim 1:2 zunächst „sehr, sehr zufrieden“ war, aber viel mehr die Aussage, dass es schwierig sei, wenn man in jeder Transferzeit nach der Champions League wichtige Spieler verliert, einen Neuaufbau starten müsse. Das klingt schon mehr als Ausrede, denn Marsch kannte die Philosophie des Klubs, als er einen Vertrag bis 2022 unterschrieb. Bei Torjäger Erling Haaland konnte man das vor einem Jahr gelten lassen, aber bei Dominik Szoboszlai heuer schon nicht mehr. Glaubt Marsch allen Ernstes daran, dass mit dem Ungarn Salzburg Villarreal eliminiert hätte? Szoboszlai war alles, nur kein Aggressiv-Leader, der speziell beim 0:2 im Heimspiel abgegangen war. Und fehlte bisher bei Leipzig wegen seiner Adduktorenprobleme. Also kann man davon ausgehen, das er auch Salzburg nicht zur Verfügung gestanden wäre. Die anderen Spieler, die Salzburg im Jänner verließen, gehörten nicht zur Stammbesetzung. Weder der an FC Genoa verliehene Jerome Onguene, noch Majeed Ashimeru, der nach Belgien zu Anderlecht wechselte, noch Masaya Okugawa, der bei Arminia Bielefeld auf mehr Einsatzzeiten hofft.  Der bis Jahresende an Red Bulls New York verliehene Tormann Carlos Coronel kam in Wahrheit nur dann zum Einsatz, wenn Cican Stankovic verletzt war.

Sportchef Christoph Freund reagierte Donnerstag Abend im Estadio de la Ceramica beim Puls 4-Interview auch etwas verwundert auf die Marsch-Behauptung vom Neuaufbau: „Ich glaub nicht, dass wir im Jänner einen hatten!“ Damit lag er richtig. Auf die Sperren von Sekou Koita und Mohamed Camara hinzuweisen, hätte viel mehr Berechtigung gehabt. Aber für die kann keiner bei Salzburg auch nur das geringste. Zudem behauptete Marsch, man sei darauf vorbereitet gewesen.

Foto: Red Bull Salzburg.

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