Fußball

Drama um Admira und Herzog: Zum einzigen Mal Letzter und abgestiegen!

Nach 16 Jahren stiegt die Admira wieder aus der Bundesliga ab. Durch ein 1:3 (0:3) beim LASK und Didi Kühbauer, der als Trainer mit der Admira vor elf Jahren den Aufstieg geschafft hatte, nach Schlusspfiff einer der ersten war, der Absteiger Andreas Herzog tröstete. Bis zur letzten Runde war die Admira nie Letzter, Freitag Abend passierte es. Weil Altach daheim WSG Tirol 2:1 (1:0) bezwang, es zwischen Hartberg und Ried ein 1:1 (1:0) gab. Der Wahnsinn. Nach der Hälfte der Qualifikationsrunde am 16. April war die Admira noch ohne Niederlage Erster, fünf Punkte vor dem Letzten Hartberg. Unglaublich, dass danach der Abstieg passieren konnte. Ohne Punkteteilung nach 22 Runden wäre nicht Admira abgestiegen, sondern Altach mit zwei Punkten Rückstand auf die Südstädter. Ein Schlüssel für den Abstieg war auch das 2:2 in Altach am 2. April: Damals führte Admira 2:0, kassierte in der 97. Minute den Ausgleich durch Felix Strauß. Wäre es beim 2:1 geblieben, würde jetzt nicht Untergangsstimmung bei Admira herrschen.

WSG Tirol begann beim Westderby in Altach ohne fünf Stammspieler. Schon nach zwei Minuten jubelten 8226 Altach-Fans, weil ein abgefälschter Schuss des Ex-Hartbergers Bakery Nimaga die Führung bedeutete. Kurz darauf sorgte Donis Avdijaj für das 1:0 von Hartberg, womit zu diesem Zeitpunkt Ried Letzter und Absteiger war. Aber nur neun Minutenlang. Dann begann Admiras Untergang mit der LASK-Führung durch Husein Balic. Nach drei Minuten in 19 Minuten hieß es 3:0 für die Linzer, die Admira machte einen desolaten Eindruck. Unmöglich, den Umschwung zu schaffen, die erste Auswärtsniederlage seit September zu verhindern.

Und so war es auch. Es reichte nur zum Anschlusstor durch Linksverteidiger Leonardo Lukacevic, die Chance auf das 2:3 gab es erst in der Nachspielzeit. Aber das hätte auch nichts mehr gebracht. Die einzige Hoffnung wäre gewesen, dass WSG Tirol den Sieg von Altach verhindert. Aber mit dem 2:0 durch Strauß schien alles für die Vorarlberger gelaufen. Nach 65 Minuten brachte Tirols Trainer Thomas Silberberger mit Torjäger Giacomo Vrioni, Thomas Sabitzer und Zan Rogelj von der Bank, drei Minuten später war Altach durch Gelb-Rot von Nimaga dezimiert, was Vrioni zum Anschlusstor nützte. Mehr gelang trotz Tirol-Überlegenheit bis zur 96. Minute nicht, die Rettungsmission von Altachs im Winter geholten Schweizer Trainer Ludovic Magnin war geglückt. Danach hielt er Wort und setzte sein Versprechen für den Fall des Rettungswunders in die Tat um, drehte einige Runden um den Platz.  In Hartberg schaffte Ried den Ausgleich, meinte Kapitän Marc Ziegl: „Als Rieder hab ích mich noch nie über einen LASK-Sieg so gefreut!“.

In Pasching stellte sich der frustrierte Herzog nach dem Schock-Ende seiner ersten Cheftrainer-Saison bei einem Klub dem Sky-Interview, meinte, man habe den Abstieg selbst verschuldet, weil die Leistungen in den letzten fünf Wochen zu schlecht waren. Auch sich selbst nahm er in die Verantwortung: „Ich habe nicht die richtigen Mittel gefunden, um dagegen zu steuern, das zu verhindern!“ Über seine Zukunft wollte er nicht reden: „Die Admira muss rasch wieder aussteigen. Egal mit wem!“ Sicher war auch die nicht gelungene Personalpolitik ein Mosaikstein beim Niedergang. Muhamed Cham Saracevic von Aufsteiger Austria Lustenau, Freitag als bester Spieler der zweiten Liga ausgezeichnet, war 2020 bei der Admira. Auf ihn legte man in der Beraterära von Felix Magath keinen Wert mehr. Im Sommer wurde Emanuel Aiwu verkauft, in Winter Luca Kronberger, die fünf Winterzugänge halfen nicht wirklich. Da wird sich auch Hartbergs erfolgreiche „Feuerwehr“ Klaus Schmidt seinen Teil gedacht haben. Er rettete letzte Saison die Admira, musste dann gehen. Ein Jahr später blieb er mit Hartberg oben, sein Nachfolger Herzog stieg mit Admira ab.

Montag geht es am Innsbrucker Tivoli mit dem Semifinale der Playoffs für die Conference League weiter. WSG Tirol empfängt den LASK, fühlt sich gerüstet.  Die Linzer auch, der Trainer nach seinem ersten Sieg im dritten Spiel auf der LASK-Bank Freitag Abend noch mit Freund Herzog und seinem Ex-Klub litt: „Ich hab der Admira einiges zu verdanken, da tut es mir schon weh!“, gab Kühbauer zu.  Der Sieger des Montag-Duells empfängt am Donnerstag den Fünften der Meistergruppe, der drei Tage später Heimvorteil hat. In seiner Rapid-Zeit kam Kühbauer 2019 ins Finale, in dem er an Sturm Graz scheiterte. Daheim 1:2, auswärts 1:0. Ein Auswärtstor mehr entschied für die Grazer.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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