Fußball

Ein Rekord Rapids führte zum zweiten – und der ist bedenklich

Rapid und Mattersburg, die Grün-Weißen aus Wien und dem Burgenland, sorgten vier Tage vor ihrem Hütteldorfer-Duell im Play off für eine Rekord-Premiere in der Bundesliga: Beide boten eien komplett veränderte Mannschaft gegenüber der vorangegangenen Runde auf, in der Mattersburg im Pappel-Stadion Rapid 1:0 besiegt hatte. Von den grün-weißen Verlierern sassen Richard Strebinger, Mert Müldür, Mario Sonnleitner, Kapitän Stefan Schwab, Thomas Murg und Aliou Badji auf der Bank Christopher Dibon., Boli Bolingoli, Srdjan Grahovac, Thomas Murg, Christoph Knasmüllner und Philipp Schobesberger nur auf der Tribüne, von der auch die Ex-Rapidler Max Wöber und Philipp Linhart ebenso wie offiziell 13.200 Zuschauer die 1:2 (0:0)-Heimpleite gegen Altach verfolgten. Bei den 13.200 waren sicher auch die Abonnenten eingerechnet,die in Wahrheit nicht alle kamen. Die Niederlage sorgten für einen zweiten Rapid-Rekord: Erstmals gelang in einer Saison kein Altach. Alles in allem ein bedenkliche Ergebnis.

Denn Kühbauer ließ zu Beginn acht Spieler ran, die immer zum Kader gehören, schon ihr Können unter Beweis stellte wie Dejan Ljubicic (Bild oben). War überzeugt, eine Mannschaft aufgeboten zu haben, die so viel Qualität haben müsste, um Altach daheim zu besiegen. Auch wenn sie davor nie in der Zusammensetzung gespielt hatte. Sie hatte es nicht. Vor der Pause war das Match an Fadheit nicht zu überbieten. Der Standard-Berichterstatter auf der Pressetribüne meinte sogar, ein Rosamunde Pilcher-Film sein ein wahrer Thriller im Vergleich zum Geschehen am grünen Rasen. Da gab es bis zum Pausenpfiff keinen Schuss auf das Altach-Tor.

Nach dem ersten Match in der zweiten Ära von Zoran Barisic stand die Frage, warum da so mancher, der seine Chance bekam,  von seinem Vorgänger Fredy Bickel einen Vertrag bekommen hatte. Weil sie grün-weiße Ansprüche einfach nicht erfüllen. Aber sie haben laufende Verträge, womit Geschäftsführer Barisic punkto „Kaderbereinigung“ eigentlich die  Hände gebunden sind. An den drei eingesetzten Youngsters  aus dem eigenen Nachwuchs darf man dies  nicht festmachen. An dem 20jährigen Patrick Obermüller, dessen Eltern Schiedsrichter sind, der im Abwehrzentrum sein Bundesligadebüt feierte, in diversen Nachwuchsnationalteams stand, merkbar unter Nervosität litt. Oder an dem in der zweiten Hälfte eingewechselten 18jährigen talentierten Mittelfeldspieler Nicholas Wunsch, dessen Mutter Engländerin ist.

In der Startelf stand auch der Anfang der Woche vom Zweitligisten Horn zurückbeorderte Kelvin Arase, der schon vor drei Jahren unter Mike Büskens, dem Barisic-Nachfolger als Trainer, sein Bundesligadebüt gefeiert hatte. Bei Horn war er zuletzt verletzt außer Gefecht, bei der Rückkehr in den grün.weißen Dress zeigte der 20jährige, dass  man ihm in den letzten Jahren mehr Vertrauen schenken hätte sollen. Denn mit seiner Schnelligkeit hat er eine Waffe. Er wuchs nach der Pause zum auffälligsten Rapid-Spieler, war der beste der jüngeren Rapid-Abteilung, holte auch den Elfer zum Anschlusstor heraus. Nach dem 1:2 weiß man auch, wen Kühbauer Dienstag nicht aufstellen wird. Müldür und Sonnleitner musste er wegen Verletzungen von Marvin Potzmann und Obermüller einwechseln, was eigentlich nicht geplant war. Kühbauer meinte vielsagend: „Für mich war das Match wichtig, weil ich sah, wo manch Spieler stehen.“

Gegen Rapids Totalerneuerung war nichts einzuwenden, da es für Altach um nichts mehr ging. Bei Mattersburg hatte es doch einen unsportlichen Beigeschmack, weil die Burgenländer in das Abstiegsfernduell zwischen den Aufsteigern Wacker Innsbruck und Hartberg involviert waren, sich am Tivoli 0:4 (0:2) vor 5800 Zuschauern abschießen ließen. Das hatte aber keine Auswirkung, da Hartberg daheim eine Admira, bei der man auch merkte, dass sie bereits gerettet war, die mit Sasa Kalajdzic ihren besten Offensivspieler erst zur zweien Hälfte brachte, mit 3:1 (1;0) vor 4000 Besuchern besiegte, sich damit rettete. Präsident Brigitte Annerl konnte erleichtert tanzen, sprach bei „Sky“ von einem „Schopp-Häubchen“ und meinte den erfolgreichen Trainers. Markus Schopp hat mit dem Klassenerhalt etwa geschafft, was den Steirern zu Saisonbeginn kaum einer zutraute. Auch seine „Reifeprüfung“ als Trainer. Er sah als ein Geschenk an alle, „die sich hier den Arsch aufgerissen haben.“

Riesenjubel in der Oststeiermark, in Tirol flossen hingegen die Tränen. Auch bei Präsident Gerhard Stocker. Viele befürchten, dass beim Klub des Aufsichtsratschef der Bundesliga die Lichter ausgehen. Wenn Wattens in den letzten zwei Runden der zweiten Liga gegen Ried nicht den Aufstieg schafft, hat Tirol keinen Bundesligaklub. Was schlecht wäre. Aber einen Tag nach dem Innsbrucker Aufstieg gab es Hoffnung: Durch das 1:1 von Ried gegen Austria Klagenfurt geht Wattens mit zwei Punkten Vorsprung in die entscheidenden zwei Spiele gegen Austria Lustenau und in Horn, kann es aus eigener Kraft schaffen. Wacker Innsbrucks Fall in die zweite Liga hat noch eine Auswirkung: Es gibt dort keinen Absteiger, der Kampf um den Klassenerhalt ist beendet. Weil die zweite Innsbruck-Mannschaft, derzeit auf Platz sieben, nicht in der gleichen Liga spielt darf, wie die  erste, muss sie in die Regionalliga. Wr.Neustadt bekam keine Lizenz, aus der Regionalliga Ost steigt kein Klub auf. Tabellenführer Ebreichsdorf suchte nicht um die Lizenz an, der Zweite Mauerwerk bekam keine. Damit bleiben mit Amstetten, Horn und Vorwärts Steyr auch die letzten drei drinnen. .

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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