Fußball

Eine Bereicherung wie Gregoritsch bräuchte auch Rangnick

Das Terrain im kroatischen Medellin bezeichnete U 21-Teamchef Werner Gregoritsch nach dem 1:1 (0:1) gegen die Türkei zwar als „inferior“. Aber dennoch stand ein positiver Aspekt für ihn im Vordergrund: „Die Neuen sind eine Bereicherung“. Immerhin setzte er sechs Debütanten ein. Von Beginn an Samson Baidoo im Abwehrzentrum und Verteidiger Lukas Ibertsberger von der Salzburg-Filiale Liefering (Baidoo spielte drei Minuten in der Bundesliga bei Salzburgs 1:0 gegen Hartberg) sowie die Sturm Graz-Hoffnung Christoph Lang. Eingewechselt wurden Austrias Manuel Polster, Noah Bischof von Altach und Philipp Wydra aus dem Nachwuchs des 1. FC Köln. Polster erzielte den Ausgleich. Montag spielt die U 21 gegen Kroatien.

Eine Bereicherung durch Neue könnte auch Ralf Rangnick bei der Nationalmannschaft brauchen. Beim  mageren 1:0 gegen Andorra spielten Malaga gab es mit Alexander Prass von Sturm im Mittelfeld und Rapids Tormann Niklas Hedl zwei Neulinge. Der blieb in der zweiten Hälfte praktisch arbeitslos, Prass wurde zur Pause ausgewechselt. Vielleicht auch, weil er es von seinem Klub gewohnt ist, in einer Mittelfeldraute zu spielen, die es im Team nicht gab. Ob Rangnick Sonntag beim achten Spiel seiner Ära eine Bereicherung sehen wird? Eigentlich kann man sich das schwer vorstellen. Schon hingegen, dass sich das Team besser präsentieren wird als in Malaga. Gegen starke Mannschaften greift Rangnicks „Pressing-Spielanlage“. Wie in der Nations League beim 1:1 gegen Frankreich in Wien, beim 3:0 in Kroatien, phasenweise bei den Heimniederlagen gegen den Vizeweltmeister und Dänemark. Italien zählt trotz Umbruch nach dem blamablen Scheitern in der WM-Qualifikation Ende März  (im Semifinale der Play-offs 0:1 gegen Nordmazedonien in Palermo) zu den starken Mannschaften. Aserbaidschan und Estland in den nächsten Spiele Ende März, die wahrscheinlich im neuen Linzer Stadion ausgetragen werden, hingegen nicht. Das sind zwei Pflichtsiege zum Start im Kampf um das Ticket zur Europameisterschaft 2024.

Die Kritik an der Leistung gegen Andorra irritierte Rangnick, weil er keinen Grund sah, die Mannschaft an den Pranger zu stellen. Wäre ein österreichischer Trainer Teamchef, hätte er nach diesem Sager mit scharfer Kritik leben müssen. Unerwartet kam für Rangnick das mäßige Interesse am Duell mit dem Europameister: „Gegen Italien denkt man doch eher als ein fast ausverkauftes Stadion als an ein halbleeres!“ Wie so oft stellt sich die Frage, ob mit Viererabwehr agiert wird oder mit drei Innenverteidigern. Ob der lädierte Knöchel von Philipp Lienhart das Duell mit seinem Freiburger Mitspieler Vincenzo Grifo zulässt, bleibt fraglich. Gernot Trauner hat Probleme mit der Hüfte, England-Legionär Andreas Weimann mit dem Knie. Selbst, wenn Lienhart und Trauenr ausfallen, stehen noch vier Innenverteidiger zur Verfügung. Mit Kevin Danso und Nicolas Seiwald (Bild oben), die Mittwoch pausierten, ist in der Startelf zu rechnen.

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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