Fußball

Einsatzgarantie beim VfB Stuttgart – aber Wöber bleibt bei Rapid

Im Europacup sind derzeit nur Ex-Rapidler engagiert.  Etwa der Bosnier Srdan Grahovac mit Kasachstan-Meister FK Astana, der Mittwoch nach dem 3:1-Heimsieg gegen Legia Warschau in Polens Hauptstadt um das Play-off kämpft.  Mit einem ungarischen Teamspieler, mit dem in Deutschland bei Werder Bremen und Darmstadt gescheiterten Laszlo Kleinheisler. Die ehemaligen Mitspieler von Grahovac bereiten sich in aller Ruhe auf das Wiener Derby gegen Austria am Sonntag, für das schon 24.000 Karten verkauft sind, vor. Einer widerstand zum zweiten Mal den Verlockungen der deutschen Bundesliga: Innenverteidiger Max Wöber.

Wie viele Anfragen Rapid für ihn bekam, verrät Sportchef Fredy Bickel nicht genau. Nur, dass es einige waren. Ajax Amsterdam lud ihn sogar zu einem Lokalaugenschein in sein  Trainingszentrum ein, zu dem ihm Bickel die Genehmigung gab. Sportdirektor Marc Overmars bemühte sich höchstpersönlich um ihn, wollte ihn von den Vorteilen bei einem Wechsel zum Finalisten der Europa League überzeugen. Damit wollte Ajax gerüstet sein, falls einer der jungen Innenverteidiger, der 21jährige Kolumbianer Davinson Sanchez oder der 17jährige Matthijs de Ligt ein Millionen-Angebot angenommen hätten. Doch Wöber sagte nein, bekam aber von Overmars die Zusicherung mit am Weg zurück nach Wien, jederzeit willkommen zu sein, wenn er es sich anders überlegt. Egal ob bis Ende August oder im Winter.

Sehr bemüht um Wöber war auch der deutsche Aufsteiger VfB Stuttgart. Der 36jährige Trainer Hannes Wolf kennt Wöber noch aus den Zeiten, in denen er die U19 von Borussia Dortmund betreute, war schon bei Nachwuchsspielen von den Qualitäten des  Linksfuß überzeugt. Aber Wöber sagte auch Stuttgarts Sportchef Jan Schindelmeister ab. Die Schwaben, derzeit auf Trainingslager im Tiroler Stubaital,  haben drei Wochen vor dem Saisonstart noch Probleme in der Abwehr. Also versuchten sie es noch einmal bei Wöber, von dem sie offenbar mehr überzeugt sind, als vom 28jährigen früheren deutschen Teamspieler Holger Badstuber nach dessen Verletzungspech. Mit ihm wird verhandelt, aber er gilt nicht als erste Wahl.  Schindelmeister und  Wolf lockten stattdessen nochmals Wöber sogar mit einer Einsatzgarantie – doch er zeigte Charakter, blieb bei seinem Nein.

Wöbers Begründung, die auch seine Berater Rob Groener und Walter Künzel respektieren: Er will einmal eine komplette Saison bei Rapid gut absolvieren. Und dann hätte er bei einem Wechsel in einem Jahr sicher ein besseres Standing als jetzt. Egal ob bei Ajax oder in der deutschen Bundesliga. Derzeit hat er für Rapid erst 13 Spiele in der Bundesliga, fünf im Cup und drei in der Europa League absolviert. Mit 19 läuft einem mit Wöbers Können das Ausland nicht davon.

 

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