Fußball

Englands Kapitän Harry Kane trägt als Erster die One-Love-Binde

Sie soll ein Kompromiss von sieben europäischen Teilnehmern sein, die One-Love-Kapitänsbinde, die ihre Kapitäne bei den WM-Spielen tragen sollen. Dafür verzichten Deutschland, England, Holland, Belgien, die Schweiz, Dänemark und Wales auf die viel bekanntere, von einigen Seiten geforderte Regenbogenbinde, was weltweit bekannte Symbol für sexuelle Vielfalt. Die One-Love-Binde sehen die Europäer als Protest gegen Homophobie und Rassismus, als Zeichen für Menschen – und Frauenrechte. Englands Kapitän Harry Kane wird der erste sein, der sie trägt. Am Montag gegen den Iran, nach ihm Hollands Virgil van Dijk gegen Senegal. Deutschlands Manuel Neuer bekräftige, mit der Binde am linken Arm seine Mannschaft am Mittwoch gegen Japan auf den Rasen zu führe. Ein Zeichen, das weder den Katar-Organisatoren noch der FIFA gefällt. Die Verbandspräsidenten von England und Deutschland, Mark Bullingham und Bernd Neuendorf, versicherten, bereit zu sein, Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Etwa eine Geldstrafe.

Aber es gibt Spekulationen über andere, weiter reichende „Sanktionen“, die von der FIFA geplant werden sollen. Abgesehen davon, dass sie allen Mannschaften Kapitänsbinden mit den Worten „Football unites the world “ (Fußball vereint die Welt) wie eine ins Leben gerufene Aktion heißt, zur Verfügung stellt. Die Schiedsrichter sollen aufgefordert werden, die Ausrüstungs-Statuten penibelst auszulegen. Dann müssten sie den Kapitänen mit der One-Love-Binde noch vor Anpfiff wegen eines Regelverstoß die gelbe Karte zeigen. Das würde bedeuten: Bekommen sie bis zum Viertelfinale eine zweite, wären sie für ein Spiel gesperrt. Englands Teamchef Gareth Southgate wird nicht auf Kane verzichten wollen, Hansi Flick nicht auf Neuer. Das deutsche Massenblatt „Bild“ forderte Neuer auf: „Manu, zieh das durch!“ Der Ausweg wäre, in jedem Spiel einen anderen Kapitän zu haben. Aber das will keiner.

Abgelehnt hat die One- Love-Binde bereits letzten Mittwoch Weltmeister Frankreich. „So wie wir wollen, dass sich Fremde an unsere Regeln halten und unsere Kultur respektieren, mache ich dasselbe in Katar. Ziemlich einfach“, behauptete Kapitän Hugo Lloris. Der Titelverteidiger hat ohnehin andere Sorgen: Torjäger Karim Benzema fällt mit einer am Samstag im Training erlittenen Oberschenkelverletzung aus. Teamchef Didier Deschamps verzichtete darauf, einen Ersatz zu nominieren. Was nicht bedeuten muss, dass Frankreich entscheidend geschwächt ist. Beim WM-Titel vor vier Jahren war er intern gesperrt. Den Angriff, den Deschamps 2018 im 4:2 gewonnen Endspiel gegen Kroatien aufbot, hat er wieder zur Verfügung: Antoine Griezmann, Olivier Giroud und Kylian Mbappe.

 

Foto: FA/Getty.

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