Vor einem Jahr kam Sturm Graz als Meister fix in die Ligaphase der Champions League, diesmal muss das im Play-off geschafft werden. Gegen Norwegens heimstarken Meister Bodoe Glimt. Der Start am Mittwoch nördlich vom Polarkreis erinnerte an die letzte Saison, an eine der besten Leistungen der Grazer in der Ligaphase: Als Sturm in der vierten Runde sich von der gelben Wand, der mächtige Südtribüne von Borussia Dortmund wenig beeindrucken ließ, erst durch ein Tor in der 85. Minute 0:1 verlor. Schafft Sturm dieses Ergebnis auch auf Kunstrasen des Aspymra-Stadion vor der norwegischen gelben Wand, dann würde dies alle Chancen für das Retourspiel am nächsten Dienstag in Klagenfurt lassen, für das Sturm von seinem Recht Gebrauch machte, das für Samstag angesetzte Bundesligaspiel gegen WSG Tirol auf einen späteren Zeitpunkt verschieben zu lassen. Bodoe Glimt hat mit gelb und schwarz die gleichen Klubfarben wie Dortmund. Die norwegische gelbe Wand ist mit etwa 4000 Zuschauern nicht so mächtig wie die in Dortmund mit 25.000, aber sie kann durchaus für Stimmung und Rückhalt sorgen. Wie die Heimsiege von Bodoe der letzten Saison zeigten.
Sturms Trainer Jürgen Säumel ließ zuletzt zweimal in Messendorf auf Kunstrasen trainieren, will den Faktor des ungewohnten Terrains nicht zu viel Bedeutung geben. Mit Max Johnston, Dimitri Lavalee, Tochi Chukwuani, der Zentralfigur Otar Kiteishvili und William Böving werden in Bodoe sechs Mann aus der Startelf von Dortmund beginnen. Unter anderem fehlt Malick Yalcouye, der damals zum „man of the match“ gewählt wurde, jetzt bei Swansea in der zweiten englischen Liga. Hingegen ist der damals verletzte Kapitän Ion Gorenc Stankovic diesmal dabei. Tomi Horvat kam in Dortmund erst in der letzten Minute für Kiteishvili, Linksverteidiger Emir Karic war Ersatz. Heute sind beide erste Wahl. „Neu“ sind der dänische Tormann Oliver Christiansen, der deutsche Innenverteidiger und Youngster Leon Grgic, der damals noch kein Thema war. Als neuen Stürmer soll Sportchef Michael Parnsen einen 21 jährigen Australier am Radar haben: Mohamed Toure fiel letzte Saison beim dänischen Klub Randers mit neun Toren und vier Assits auf. Sein Marktwert liegt bei 900.000 Euro, er spielte zweimal im australischen Nationalteam.
Aufpassen muss Sturms Abwehr vor allem auf einen der zwei Legionäre bei Bodoe, den dänischen Stürmer Kasper Högh. Vor einem Monat traf er in der Meisterschaft gegen Sandefjord viermal in 37 Minuten, alle vier Treffer wurden vom VAR annulliert. Bodoe gewann dennoch 2:0. Das Spiel leitet der Schweizer Schiedsrichter Sandro Schärer. Vielleicht ein gutes Omen: Der 37 jährige pfiff letzte Saison in der Champions League-Qualifikation bei Salzburgs 2:0-Auswärtssieg gegen Dynamo Kiew im polnischen Lublin. Salzburgs wurde eine Woche nach dem Scheitern in der Qualifikation gegen Club Brügge etwas rehabilitiert: Belgiens Vizemeister fertigte im Ibrox-Park die Glasgow Rangers mit 3:1 (3:0) ab. Roter Stern Belgrad blamierte sich ohne Marko Arnautovic daheim mit dem 1:2 (0:1) gegen Paphos aus Zypern, Ungarns Meister Ferencvaros Budapest mit dem 1:3 (1:0) gegen Aserbaidschan-Meister Qarabag Agdam.
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