Nach zwei Runden ohne Sieg, zwei Heimniederlagen, erfüllte Meister Red Bull Salzburg mit dem 3:0 (1:0) gegen Altach seine Pflicht, aber nicht mehr. Entscheidend für den ersten Heimsieg seit 3. September (2:0 gegen Rapid) war die letzte Minute der ersten Hälfte und die erste der zweiten: Knapp vor der Pause gelang Rechtsverteidiger Amar Dedic nach Flanke von Oscar Gloukh per Kopf die Führung, 34 Sekunden nach der Pause dem Dänen Maurits Kjaergaard mit seinem ersten Treffer dieser Saison das 2:0. Das Ende der „Torsperre“ von Karim Konate nach fünf Spielen (Bild) war dann nur noch die Draufgabe. Trainer Gerhard Struber brachte gegenüber dem 1:2 bei Inter Mailand Samson Baidoo im Abwehrzentrum statt Oumar Solet, Stürmer Karim Konate statt Mittelfeldspieler Lucas Gourna-Douath, wählte wieder die Variante mit der Mittelfeldraute. Aber auch er wusste: „Wir müssen noch zulegen!“ Problemlos brachte Schiedsrichter Harald Lechner sein Rekordspiel über die Distanz. Er verteilte in seinem 236. Bundesligaspiel nur vier gelbe Karten.
Austria Klagenfurts Trainer Peter Pacult hatte an seinem 64. Geburtstag eine gute Idee. Er ließ gegen WSG Tirol Florian Jaritz statt Jonas Arweiler als zweite Spitze neben Sinan Karweina beginnen, Jaritz erzielte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das goldene Tor zum 1:0 (0:0). „Berauschend war es nicht“, wusste Pacult, „wir haben aus wenig eigentlich viel gemacht, nämlich drei Punkte!“ Als Sky-Experte Alfred Tatar im Studio behauptete, Klagenfurt werde um den Titel mitspielen, fragte Pacult schlagfertig zurück: „In welcher Sportart? Die Punkteanzahl ist natürlich für alle sehr erfreulich. Jetzt noch mehr zu fordern, mit unseren Möglichkeiten, das wäre unverschämt.“ Er freute sich nur über Punkte gegen den Abstieg. Das Gefühl kennt Tirols Trainer Thomas Silberberger schon seit einiger Zeit nicht. Nach der fünften Niederlage hintereinander redete er offen über seine Gefühlslage: „Wie der Tabellenstand. Katastrophal, beschissen!“
Über Punkte gegen den Abstieg konnte sich hingegen Gerald Scheiblehner mit Aufsteiger Blau Weiß Linz freuen. Das 2:0 (1:0) gegen Wolfsberg bedeuteten den ersten Heimsieg. Immerhin hat Blau Weiß von den letzten sieben Spielen nur eines verloren. Das erste Bundesligator von Abwehrspieler Manuel Maranda bedeutete die schnelle Führung, das 2:0 fiel erst in der Nachspielzeit nach einem Eckball von Wolfsberg, in dem Tormann Hendrik Bonmann im Blau-Weiß-Strafraum war, ins leere Tor der Kärntner. Ob Marandas Kopftor korrekt war oder aus Abseitsposition fiel, blieb offen. Weil der VAR nicht die ominöse Linie ziehen konnte. Das hängt mit den Kamerapositionen im Stadion zusammen.