Fußball

Für die Wölfe ist jeder Punkt ein Erfolg

Wenn dem LASK und dem Wolfsberger Donnerstag Abend ein ähnlich fulminantes Debüt in der Europa League gelingen wie Dienstag Meister Red Bull Salzburg in der Champions League, dann hat Fußball-Österreich seinen nächsten Feiertag. Dem LASK ist im ausverkauften Linzer Stadion auf der Gugl sicher der Startsieg gegen Norwegens Meister Rosenborg Trondheim zuzutrauen, die „Wölfe“ sind hingegen im Borussia-Park bei Mönchengladbach ganz krasser Außenseiter. Überhaupt muss man als Realist der Gefahr ins Auge sehen, dass der Klub aus dem Lavanttal nach den sechs Partien gegen den deutschen Spitzenklubs, AS Roma und Türkeis Vizemeister Basaksehir Istanbul, den Lieblingsklub von Staatspräsident Recep Erdogan, ohne Punkt dasteht. Und niemand dürfte den Wölfen dafür einen Vorwurf machen. Jeder Punkte wäre für die „Wölfe“ ein Riesenerfolg.

Die derzeitige dritte Kraft in Österreichs Klubfußball ist eigentlich dort, wo Klubs wie Rapid, Austria oder Sturm Graz sein müssten. Erst seit acht Jahren in der obersten Spielklasse, bedeutet alleine das Startgeld von 2,92 Millionen Euro einen Quantensprung, wenn man bedenkt, dass Wolfsberg mit einem Budget von rund acht Millionen Euro auskommen muss nur zum Vergleich: Rapid  verfügt über eines um die 30 Millionen, Austria um die 27. Wolfsberg hat nur 25.000 Einwohner. Da kann man von provinziellem Fußball reden, auch wenn das positiv für Improvisation, Emotion, Einsatz und Willen steht, es Klubs mit besseren Voraussetzungen zu zeigen. Als zusätzliches Handikap  können die drei Heimspiele nicht einmal in Kärnten ausgetragen werden. Wegen des seltsamen Baumprojekts in der Klagenfurter Wörthersee-Arena  muss Wolfsberg sein Glück in der steirischen Landeshauptstadt Graz probieren.

„Wir sind scharf wie ein Messer“, versicherte Trainer Gerhard Struber vor seiner Premiere in Mönchengladbach, die in Puls 4 live zu sehen sein wird. Die für Kapitän Michael Liendl (Bild oben) und Linksverteidiger Lukas Schmitz auch ein Rendezvous mit ihrer Vergangenheit bedeutet: Der 33jährige Steirer Liendl wurde in seiner Legionärszeit bei Fortuna Düsseldorf und 1860 München sogar als Alpenmaradona gefeiert, Schmitz spielte in seinem Heimatland bei Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen und Schalke. Für alle Beteiligten,inklusive Israels Teamstürmer Shon Weissman, ist es das erste Gruppenspiel. Struber hat dabei vielleicht den kleinen Vorteil, Gladbachs Trainer  Marco Rose, seine Ideen und Methoden etwas genauer zu kennen: Er lernte sie in den letzten zwei Saisonen im Salzburger Red Bull-Reich genauer kennen. Auch wenn Struber bei Liefering engagiert war.

Das ändert nichts daran, dass Wolfsberg im Borussia-Park chancenlos sein dürfte. Obwohl Stefan Lainer, der Ex-Salzburger-Teamspieler im Gladbach-Dress, davor warnte, Wolfsberg zu unterschätzen. Er will mit Rose in dem „coolen Wettbewerb“, wie er es ausdrückte. eine ähnliche gute Rolle wie die letzten zwei Saisonen mit Salzburg spielen: „In der K.o.-Phase geht dann noch einmal die Post ab, das wären emotional ganz besondere Spiele. Entscheidend ist, dass man den Wettbewerb zu 100 Prozent annimmt. Sonst scheitert man ganz schnell.“ Dafür wird schon Rose mit seiner ihm eigenen Leidenschaft und Energie sorgen. Von wem außer Lainer droht Wolfsberg noch Gefahr?  In Gladbachs Mittelfeld kurbeln mit Christoph Kramer und Denis Zakaria ein deutscher Weltmeister von 2014 und Schweizer Teamspieler, Vorne haben die Franzosen Alessane Plea, mit 23 Millionen Euro Gladbachs teuerster Einkauf aller Zeiten,  und Marcus Thuram, der Sohn des französischen Rekordteamspielers, des Weltmeisters von 1998 und Europameisters von 2000, große Qualitäten. Ebenso der  Schweizer Breel Embolo, der nach zwei Seuchensaisonen bei Schalke unter Rose aufblüht.

„Wenn wir gut darauf sind,können wir die Gruppe überstehen“, behauptet Rose., „ein lockerer Durchmarsch wird das aber nicht.“  Wolfsberg und Gruppe überstehen? Dazu wären Leistungen notwendig, die bisher trotz des starken Höhenflugs noch nicht gelangen.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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