Fußball

Für Salzburg geht´s in der Champions League um die Super-Liga

Die Freude bei Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg über die seit Sonntag endgültig feststehende Premiere in der Gruppenphase der  Champions League ab September ist verständlicherweise noch sehr groß. Samt Hoffnung auf ähnliche Jubelszenen wie in der Europa League. Das neue Gefühl zu genießen, wird eine Sache sein. Die andere: die Salzburger stehen  unter doppeltem Druck. Sie wollen die Gruppenphase überstehen. Zudem geht es  um die neue Super-Liga ab 2024, von der man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen muss, dass sie kommen wird. Obwohl Europas Ligen unter der Führung des schwedischen Präsidenten Lars Christer Olsson und österreichischen Generalsekretärs Georg Pangl dagegen Sturm laufen werden. Freitag stellt UEFA-Boss Aleksander Ceferin in Budapest den 55 Mitgliedsverbänden, also auch dem österreichischen, die Pläne für diese Liga vor. Die decken sich zu großen Teilen mit den umstrittenen Ideen von Juventus-Präsident Andrea Agnelli, dem Chef von Europas mächtigem Klubverband ECA. Eine dreistöckige Pyramide aus League 1, der neue Name der Champions League, der League 2 (bisher Europa League) und League 3, die ab 2021 neu eingeführte Europa League 2.

Die League 1 wird wie die Champions League 32 Mannschaften umfassen. Aber entscheidend für die Zusammenstellung ist nicht die Fünf-Jahreswertung der  UEFA, sondern eine Rangliste aus dem Abschneiden zwischen 2020 und 2024. Darum wäre  es für Manchester City fast fatal, sollte sic die Meldung der New York Times, wonach Englands Meister eine Europacupsperre für ein Jahr wegen Verstoßes gegen das Financial Fair Play, bewahrheiten, die UEFA einmal ausnahmsweise auch bei großen Namen Härte un Konsequenz zeigen. Es wird nicht mehr in acht Vierer-, sondern in vier Achtergruppen gespielt. Damit wächst die Gruppenphase von sechs auf 14 Spieltage. Danach geht es mit dem Achtelfinale der jeweils vier besten Mannschaften aus jeder Gruppe weiter. Die übrigen Vereine ermitteln die vier Absteiger in die tiefere League 2. Die besten 24 Klubs  wären auf Grund ihres Abschneidens automatisch auch in Folge wieder in der League 1 dabei. Unabhängig von ihrer Platzierung  in der Nationalliga Liga in dieser aktuellen Saison! Dazu kommen vier Aufsteiger aus der League 2 sowie vier Klubs, die sich über die nationalen Ligen auf direktem Weg qualifizieren können.

In Wahrheit sind das Irrsinns-Pläne, mit denen sich der Fußball von den Fans entfernt, sich die internationale Elite absetzen will. Es geht nur noch um zu viel Politik und Geschäft, der Fußball bleibt auf der Strecke. Ebenso das Leistungsprinzip. Demnach könnt ein Zweitligist in der Champions League mitspielen, während der Meister zuschauen muss. Ein Wahnsinn, das darüber nur wenige Tage nach dem Zauber der k.o.-Spiele von Liverpool, Amsterdam und London in Champions und Europa League überhaupt geredet wird. Statt mehr solcher Entscheidungsspiele zu schaffen, müsste man künftig nach den Plänen von Agnelli und Ceferin 224 statt bisher 96 Gruppenspiele erdulden. Das bringt den Fans  viel mehr Langeweile, den Vereinen aber mehr Geld. Da wird ein schlimmes Wettrüsten einsetzen, um 2024 zum lukrativen Feld der Gründungsmitglieder zu gehören.

Speziell in Deutschland wird gegen diese Pläne mobil gemacht. Aber bisher signalisieren Ceferin und Agnelli als einzige Reaktion auf die letzte Woche in Madrid artikulierte Ablehnung durch die Basis der Ligen nur ihre Bereitschaft, auf die geplanten Wochenendtermine der League 1 zu verzichten. Die Auswirkungen auf Österreich? Da Salzburg als nationale Nummer eins auf Jahre hinaus unantastbar sein dürfte, könnten sich die Bullen in der nationalen Liga schonen, wenn sie 2024 in der Super Liga dabei sind. Dazu brauchen sie  entsprechende Resultate in der Champions League. Für die Salzburg-Verfolger wird es härter, in die neue League 2 zu kommen. Denn die soll im Gegensatz zur aktuellen Europa League nur 32 statt 48 Klubs umfassen. Auch hier soll zur Erstaustragung eine Vierjahreswertung gelten. 20 Vereine können sich in Folge über die nationalen Ligen qualifizieren. Dazu kommen vier Absteiger aus der League 1, vier Aufsteiger aus der League 3 und vier Klubs, die auf Grund des Abschneidens in der League 2 automatisch nächste Saison dabei sind. In der League 3 sollen  nicht wie in den beiden anderen 32, sondern 64 Teams starten, die in vier regionale Zonen mit je vier Gruppen aufgeteilt werden. Da soll das Teilnehmerfeld je nach Abschneiden in den nationalen Ligen jede Saison komplett neu zusammengesetzt. werden.

Die Chancen in diese „Schrottliga“ zu kommen, wären  reell. Die neue Super-Liga soll aber quasi zur geschlossenen Gesellschaft  der Geldmacherei werden. Wie es aussieht, hat aus Österreich nur Salzburg bei entsprechenden Resultat in der Champions League die Chance, da hineinzukommen. Auch wenn es wenig nützen wird: Österreichs Verband und die Bundesliga müssen sich in aller Einigkeit dagegen auflehnen! Der ÖFB ist in Budapest durch Präsident Leo Windtner und Generalsekretär Thomas Hollerer vertreten. Eine Tagesordnung für das Informationsmeeting gibt es  bezeichnenderweise nicht.

Foto: © FC RB Salzburg Media (GEPA).

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