Fußball

Gegen Salzburg gibt es nichts, was für Rapid spricht

13 Punkte Rückstand auf den souveränen Tabellenführer Red Bull Salzburg, sechs auf den Zweiten Sturm Graz. Wenn es nach der Papierform geht, müsste Rapids Minus auf der  Spitzenduo der Liga Sonntag um 19 Uhr noch größer sein, nämlich 16 und neun Zähler (Sturm empfängt WSG Tirol). Denn vor dem „Klassiker“ in Salzburg spricht überhaupt nichts für eine grün-weiße Überraschung, alles für frustrierte Mienen bei Paul Gartler, Max Ullmann, Kapitän Max Hofmann und Dejan Petrovic (Bild oben). So wie Donnerstag nach dem 0:1 gegen Genk in Hütteldorf. Zum Plus an Qualität bei Salzburg, auch für Rapids Trainer Didi Kühbauer, das Nonplusultra in Österreich, kommen zwei Tage mehr Pause nach dem Europacup. Salzburg spielte Dienstag in Sevilla, Rapid erst Donnerstag. Warum sollte Rapid Sonntag die erste Mannschaft sein, die in dieser Ligasaison gegen den souveränen Meister punktet? Da findet man kein stichhaltiges Argument. Kampfansagen gegen Salzburg hörte man aus dem Rapid-Lager schon lange keine mehr. Die gingen seit fünf Jahren ständig daneben.

Dass Salzburg außer den Langzeitausfällen Sekou Koita und Albert Vallci auch Zlatko Junuzovic (Ferse), Ex-Rapidler Max Wöber (grippaler Infekt) und Bernardo (Knieprobleme) nicht zur Verfügung stehen, wird  für Trainer Matthias Jaissle kein großes Problem sein: „Wir machten nicht den Fehler, jetzt auf die Tabelle zu schauen, Rapid wird uns sicher fordern“, kündigte er sehr höflich und nobel an. In den letzten acht Bundesligaduellen gegen Rapid blieb Salzburg unbesiegt (sieben Siege, ein Unentschieden), in elf Runden hintereinander nicht zu verlieren, hatten die Bullen zuletzt zwischen Dezember 2013 und März 2014 geschafft. Sonntag kann Jaissle seinen Landsmann Roger Schmidt, der damals Trainer wahr, als Rekordmann ablösen. In 40 Heimspielen hintereinander hat Salzburg immer getroffen. Ausgerechnet gegen Rapid geht es darum, den grün-weißen Rekord von 41 zwischen den Jahren 1983 und 1986 einzustellen. Der Torjäger, der damals für viele Rapid-Tore gesorgt hatte, kommt Sonntag nach seinem traditionellen Urlaub für Sky in die Red Bull-Arena, um den Klassiker zu analysieren: Hans Krankl.

Samstag überholten  Hartberg, Admira, Altach und  Wolfsberg Rapid in der Tabelle. Der Vizemeister der letzten zwei Saisonen liegt nicht mehr unter den Top sechs, sondern nur auf Rang acht. Zuletzt feierte Rapid am 1. August 2015 einen Sieg in Salzburg. Mit dem jetzigen Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic als Trainer. Damals spielte Rapid aber ganz anders Fußball, mit Ballstafetten etc., mit einer Zentralfigur namens Steffen Hofmann (der damals zwischen den Qualifikationsspielen zur Champions League gegen Ajax Amsterdam geschont wurde) im Mittelfeld, als jetzt mit den vielen hohen Bällen, auf die sich jeder Gegner einstellen kann. Tormann Richard Strebinger und höchstwahrscheinlich auch Robert Ljubicic fehlen weiterhin, Strebingers Ersatz Gartler ließ sich bisher nichts zuschulden kommen. Sollte es wirklich Anfang Oktober die große Trainerdiskussion bei Rapid geben, die von Tag zu Tag  mehr voraussagen, dann hat sie Kühbauer unbewusst selbst losgetreten: Als er letzten Montag  bei „Talk und Tore“ von einem Anruf von Präsident Martin Bruckner redete, der ihm seinen Rückhalt versicherte.

Foto: FotobyHofer/ChristianHofer.

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