Fußball

Getroffen und gezaubert: Zirkus Wimmer begeistert die Bundesliga

Wann immer Bilanz über die Saison 2021/22 der deutschen Bundesliga gezogen wird, der Name von Patrick Wimmer wird dabei vorkommen. Auf Grund von 22 Minuten beim 2:0 (2:0)-Auswärtssieg mit Arminia Bielefeld gegen Eintracht Frankfurt: Zunächst traf er, dann zauberte er. Der Zirkus Wimmer lieferte Gesprächsstoff mit seinem Assist zum ersten Saisontor des Tirolers Alessandro Schöpf: Der 20 jährige Wimmer zog das rechte Schussbein hinter das linke Standbein, flankte mit überkreuzten Beinen (Bild oben), praktisch mit der Ferse auf die Brust von Schöpf, der vollendete. Im DAZN-Interview gestand der  gebürtige Tullner lächelnd, dass er in dieser Situation kein Vertrauen in seinen linken Fuß hatte:  „Wenn das nicht gelungen wäre, hätte ich mir einiges anhören können.  Wahrscheinlich auch vom Trainer!“ Frank Kramer sah es anders: „Besser er probiert so etwas als er versucht etwas mit links!“ Ansonst fiel ihm nur positives zu dem Youngster, der für Bielefelds schnellstes Tor seit der Rückkehr in die Bundesliga sorgte, ein: “ Er ist immer für ein Tor oder die Vorlage zu einem Tor gut!“

Bielefelds Tormann Stefan Ortega nannte Wimmers Aktion „jugendlichen Irrsinn“. Drei Tore und fünf Assist sind „Wimmsi“, wie sie den Ex-Austrianer in Bielefeld nennen, in seiner ersten Bundesligasaison bei 18 Einsätzen, davon 14 in der Startelf gelungen. Für nur 700.000 Euro Ablöse bekam ihn Bielefeld letzten Sommer, weil die Austria in großen Finanznöten war. Frankfurt scheint sein Lieblingsgegner zu sein: Beim 1:1 im Hinspiel  gelang Wimmer sein erster Treffer in der Bundesliga. „Rabona“ werden solche Aktionen mit gekreuzten Beinen in der Fußballsprache. Als absoluter „Rabona“-König gilt der portugiesische Ex-Teamspieler Ricardo Quaresma, der auf diese Art schon Tore erzielte.  Dazu muss Wimmer im Training noch etwas üben.

Abgesehen von „Rabona“ war es ansonst beeindruckend, was Wimmer vor den Augen von Österreichs Teamchef Franco Foda bot. Sein Tor erzielte der rechte Außenbahnspieler  von links, das zeigt, wie beweglich und auch laufstark er ist. So kann man sich durchaus vorstellen, dass er am 24. Februar im Semifinale der Play-offs um das WM-Ticket gegen Wales in Cardiff sein Debüt feiert. Stammspieler in der U 21 war er bereits, wenn er nicht verletzt war. Für Martin Hinteregger könnte es mit Leistungen wie der in der ersten Hälfte eng worden. Da kam Frankfurts Abwehrchef fast nie in die Zweikämpfe, wirkte zögerlich, nicht so aggressiv wie gewohnt. Zur Pause tauschte ihn Trainer Oliver Glasner aus, begründete dies, dass der Kärntner darum selbst bat, weil er eine Schambeinverletzung spürte. Die gelten als langwierig. Frankfurt blieb in der Rückrunde noch sieglos, holte aus drei Partien nur einen Punkt, verlor beide Heimspiele. Arminia Bielefeld ist auch dank Wimmer und Schöpf auf Kurs Richtung Klassenerhalt: Elf Punkte aus den letzten fünf Runden.

Foto: DAZN.

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