Mitten in die Diskussionen bei Meister Sturm Graz um Sportchef Michael Parensen, den von ihm ausgesuchten technischen Direktor Benjamin Schunk und Trainer Jürgen Säumel entwickeln Parensen und Schunk plötzlich Aktivitäten. Zwei Tage nach der Rückkehr von Verteidiger Jusuf Gazibegovic vermeldeten sie die Verpflichtung eines flexibel einsetzbaren Offensivspielers, der einen langfristigen Vertrag unterschrieb, Landsmann von Otar Kiteishvili ist: Der 22 jährige Gizo Mamageishvili (Bild) war Kapitän des georgischen Meisters Iberia, Nachwuchsteamspieler aller Altersklassen, erzielte in den 34 Spielen der abgelaufenen Saison sechs Tore und zehn Assists. Laut Parensen hatte Mamageishvili eine Vielzahl von anderen Angeboten, entschied sich aber für Sturm. Die Entscheidung könnte mit Kiteishvili zusammenhängen.
Das ist die eine Seite. Die andere: Mamageishvili ist der 17. Legionär im Kader von Sturm. Denen stehen nur neun Österreicher gegenüber. Die 17 Ausländer kommen aus elf Ländern: Drei aus Bosnien, je zwei aus Slowenien, Georgien, Deutschland und Dänemark, je einwr aus Belgien, Frankreich, Polen, Norwegen, Russland, und Costa Rica. Damit ist der Meister auch ein Beweis für eine Studie der Vereinigung der Fußballer, die sie unter 569 Spielern aus der ersten und zweiten Bundesliga durchführte. Bei der es auch darum ging, ob die österreichischen Fußballer nicht bald „aussterben“ werden, weil die Vereine mehr Chancen darin sehen, mit Legionären Geld zu verdienen. Österreichische Spieler, die man mit einem Verein identifiziert, wie derzeit etwa Manfred Fischer, den Kapitän von Austria Wien, sind eigentlich die Ausnahme der Regel.
In der Vdf-Studie ging es um 23 Fragen zu den Lebens-und Arbeitsbereichen der Profis. Bemerkenswert, dass im Vergleich zu 2019 der ligaübergreifende Mittelwert des monatlichen Bruttogehalts von 3700 auf 3500 Euro brutto gesunken ist. In der Bundesliga liegt der Mittelwert bei 8000 Euro brutto. Das bedeutet ungefähr: 50 Prozent werden mehr verdienen, 50 Prozent allerdings auch weniger. Am besten verdienen kann man derzeit bei LASK, Sturm und Red Bull Salzburg. Viele der Zweitligaspieler haben auch noch einen zweiten Job, um auf ihre Kosten zu kommen, zu „überleben“. Da die Spielergehälter mit der Inflation nicht mithalten, behauptet der VdF-Vorsitzende Gernot Baumgartner: „Das räumt mit der Mär der Fußballmillionäre auf. Wie in der Gesellschaft wird die Einkommensschwere auch im Fußball immer größer!“
Foto: Sturm Graz.