Fußball

Hasenhüttl konnte nur auf 75 Minuten stolz sein

Zuletzt coachte Ralph Hasenhüttl Southampton meist im Trainingsanzug und dicker Jacke. Mit den gestiegenen Temperaturen an der englischen Südküste wechselte der Grazer aber zum Schlager des Viertelfinales im FA-Cup gegen Manchester City in feinen blauen Zwirn (Bild oben). Aber der Sonntag wurde kein Feiertag für ihn, denn der Traum, zum zweiten Mal hintereinander das Semifinale im Wembley-Stadion zu erreichen, erfüllte sich nicht. Southampton verlor 1:4 (1:1). Auf 75 Minuten, in denen sich seine „Saints“ der Übermacht des Meisters und Tabellenführers mit großem Aufwand entgegenstemmten, war Hasenhüttl stolz, über die restlichen 15 enttäuscht.

Sowohl er als auch „Kollege“ Pep Guardiola verzichteten zu Beginn auf Stammspieler. Anders als in der Premier League dürfen im FA-Cup fünf Spieler ausgetauscht werden, daher war die Überlegung, Spieler auf die Bank zu setzen, die, wenn es eng wird, als Joker für entscheidende Impulse sorgen konnten. Guardiola verzichtete auf  Stammkeeper Ederson, setzte statt des Brasilianers seinen „Pokaltormann“, den Amerikaner Zack Steffen ein. Nicht in der Startformation standen Könner wie Bernardo Silva, Riyad Mahrez, Phil Foden oder Fernandinho. Nach 12 Minuten führte City durch Raheem Sterling, kurz davor traf Southampton-Stürmer Adam Armstrong die Stange. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel der Ausgleich durch ein Eigentor von Spaniens Teamspieler Aymeric Laporte. Nach 62 Minuten führte wieder City nach einem harten Elfmeter, den der 53 jährige „Schiedsrichter-Oldie“ Mike Dean verhängte und der Belgier Kevin de Bruyne verwandelte. Danach wechselten Hasenhüttl und Guardiola. Hasenhüttl brachte Teamstürmer aus Schottland (Che Adams) und Albanien (Armando Broja), Guardiola Foden und Mahrez.  Adams ließ den Sitzer zum 2:2 aus, was Ex-Sturmtank Hasenhüttl nicht verstand: „Das war eine Chance, die man nicht vergeben darf“. Foden hingegen sorgte nach 75 Minuten für das 1:3, was sozusagen den Stecker zog: „Ohne hohe Intensität, kann es gegen City nicht klappen. Wir hielten die nur 75 Minuten durch. Das darf nicht passieren, enttäuscht mich!“  Southampton ergab sich im Finish statt wie zuvor zu sprinten, kassierte noch das 1:4.

Nach Wembley kamen Chelsea, Manchester City, Crystal Palace (4:0 gegen Everton) und Liverpool mit einem glücklichen 1:0 bei Zweitligist Nottingham. Der Semifinalkracher am 16. April in Wembley heißt Manchester City gegen Liverpool, Meister gegen Vizemeister, Tabellenführer der Premier League gegen den Zweiten.

Foto: FC Southampton.

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