Fußball

Junuzovic vom Scout zum Co-Trainer: Salzburg hat reagiert

Sturm Graz in der Europa League nach drei Runden nur auf Platz, der FC Salzburg auf Rang 34, Rapid in der Conference League Vorletzter: Kein Klub aus der Bundesliga wäre derzeit in den Play offs eines europäischen Bewerbs. In der Rangliste dieser Saison belegt Österreich nur den blamablen Platz 31. Zypern ist Sechster, Aserbaidschan 14., Kasachstan 21., Island 27. und auch der Kosovo auch noch einen Platz besser. Das heißt: Österreich wurde Donnerstag in der Fünfjahreswertung von der Schweiz überholt, fiel aus den ersten 15, auf den16. Platz zurück. Nur noch nächste Saison wird Österreich fünf Europacupteilnehmer haben, ab 2026/27 nur noch vier. Da beginnt dann nur der Meister in d er Qualifikation zur Champions League, hat keiner einen Fixplatz i einer Ligaphase. Ligavorstand Christian Ebenbauer wäre daher gut beraten, künftig nicht mehr die Attraktivität der Liga hervorzuheben. Die Türkei, Tschechien, Griechenland, Polen, Norwegen, Dänemark und die Schweiz haben mehr Qualität in der Liga – alle sind in der Fünfjahreswertung vor Österreich.

Meister Sturm Graz verkauft sich noch am besten. Dennoch bedeutete das 1:2 im Celtic-Park von Glasgow gegen den schwächenden schottischen Meister eine verpasste Gelegenheit, etwas mitzunehmen, über die man sich ärgern muss. Positive Aspekte zu entdecken, auf denen man aufbauen könnte, würde nur bedeuten, die Situation schön zu reden. So wie Rapid Markus Katzer, der trotz 0:1-Pausenrückstand im „Sky Interview“ von einer wirklich guten Spiel gegen Fiorentina sprach. Eine Sofort-Reaktion auf das unnötige 2:3 gegen Ferencvaros gab es in Salzburg: Den Aufstieg von Zlatko Junuzovic (Bild) vom Scout zum Assistenten von Trainer Thomas Letsch, dessen Rauswurf die Salzburg-Fans in ihrem Frust am Donnerstag forderten. Ob es auch bei einem Sieg gegen Ungarns Meister zum Junuzovic-Aufstieg gekommen wäre, ist unerheblich. Gemessen an den Möglichkeiten, die der Klub in jeder Hinsicht hat, ist Salzburg die größte österreichische Enttäuschung. Bedenklich, dass Salzburg im Schnitt zwei Tore pro Spiel kassiert, obwohl Tormann Alexander Schlager meist der beste Mann ist.  Man kann darüber diskutieren, ob Freitag der Frust in Salzburg oder bei Englands Cupsieger Crystal Palace größer war. Mitten in den Jubel über die ersten zwei Titel der Klubgeschichte, den Applaus für eine lange Erfolgsserie, verlor die Mannschaft von Oliver Glasner das erste Europacup-Heimspiel der 102 jährigen Klubgeschichte gegen den Fünften von Zypern, AEK Larnaca, trotz Dauerüberlegeheit 0:1. Bis Donnerstag prophezeiten viele, dass Crystal Palace die Conference Lague gewinnen wird.

Junuzovic, 55 facher Teamspieler, ist eine Erinnerung an bessere Salzburger Zeiten. Nach sechs Jahren bei Werder Bremen kam er 2018 mit 31 nach Salzburg, gewann acht Titel: Je viermal Meister und Cupsieger. 2022 bekam er vom damaligen Sportchef Christoph Freund keinen Vertrag mehr, obwohl er sich fit genug fühlte, um die aktive Karriere fortzusetzen. Sein Debüt auf der Trainerbank wird er Sonntag in Wien gegen die Austria feiern, bei der er von 2009 bis 2012 gespielt hatte, ehe er um 800.000 Euro an Bremen verkauft wurde. Mit dem im Sommer als Co-Trainer verpflichtete Jens Wissing passte es offenbar nicht, der Deutsche musste nach 22 Spielen wieder gehen. Sollte es beim Junuzovic-Einstand in neuer Rolle Salzburg erstmals nach 22 Spielen, davon elfmal auswärts, gegen Austria wieder verlieren, dann wird es für Ex-Austria-Trainer Letsch noch enger als es ohnehin schon ist.

Foto: RB Salzburg.

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