Fußball

Keine Lizenz und Punkteabzug: Die Austria in Not!

Ein schwarzer Mittwoch für die Wiener Austria: In erster Instanz bekam sie vom Senat fünf der Bundesliga unter Rechtsanwalt Thomas Hofer-Zeni so wie im Vorjahr keine Lizenz für die kommende Saison. Die schafften alle anderen elf Vereine aus der Bundesliga sowie drei aus der zweiten Liga. Der kleine Floridsdorfer AC ist derzeit eher bundesligatauglich als die traditionsreiche Austria. Ein verheerendes Image. Selbst wenn es in zweiter Instanz so wie 2021 die Lizenz mit Auflagen geben sollte, dann gibt es für die nächste Saison einen Abzug von vier Punkten. Weil im letzten Jahr ein geprüfter Jahresabschluss nicht fristgerecht abgegeben werden konnte.

Die Prüfung der finanziellen Kriterien war aufgrund der Covid-Pandemie in den letzten Jahren entweder ganz ausgesetzt worden oder fand in abgeschwächter Form statt. Heuer gab es wieder das gewohnte Zulassungsverfahren. Die Austria bekam die Lizenz aus finanziellen und rechtlichen Gründen nicht. Das heißt: Es gibt zwei Baustellen. Die finanzielle, weil das vorgelegte Budget für 2022/23 offenbar finanziell nicht überzeugend abgesichert ist. Die rechtliche könnte mit dem Einstieg der Investorengruppe um Jürgen Werner in die Austria AG zusammenhängen. Der Senat fünf vermutet offenbar, der Klub habe damit die vorgeschriebene Eigenständigkeit (etwa bei Transfers) eingebüßt. Die Austria hat aber nur acht Tage Zeit, Protest einzulegen und dem Protestkomitee neue Unterlagen vorzulegen. Das Verfahren wird am 27. April, also schon in zwei Wochen abgeschlossen. Bekomm auch dort die Austria keine Lizenz, bleibt nur die Klage vor dem ordentlichen Schiedsgericht. Bis 31. Mai muss feststehen, wie es mit der Austria weitergeht.

Aus der Ligazentrale hörte man zwar, dass sich die Lage der Austria nicht mehr so dramatisch darstellt wie vor einem Jahr. Aber das hilft nicht, weil die Kriterien strenger sind. Da gibt es die Problematik des noch wie vor aufrechten Gazprom-Sponsorvertrag, an der die Austria schuldlos ist. Es wurde einen Liquiditätsplan mit und ohne Gazprom-Millionen eingereicht, der offenbar nicht überzeugend war. Zumal in Frage gestellt, ob wegen der EU-Sanktionen überhaupt russische Gelder nach Österreich fließen könnten. Jetzt wird wie im Vorjahr die Gruppe um Vizepräsident Raimund Harreiteer, die damals die Lizenz rettete, gefragt sein. Und dazu die neuen Investoren.

Zum Zeitpunkt der Abgaben für die Lizenz Anfang März war Austrais AG-Vorstand Gerhard Krisch (Bild oben) neun Monate im Amt. Weshalb man behaupten kann, er habe einige Hausaufgaben nicht so gemacht wie es nötig war. Auch der ehemalige AG-Ausichtsrat kann nicht aus der Verantwortung genommen werden. Klar, dass Krisch das anders sieht: „Mit dem Inbestoren-Einstieg ist der erste Schritt in Richtung der wirtschaftlichen Stabilisierung gelungen. Allerdings sind noch viele Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung erforderlich, die wir dargestellt haben. Aufgrund der Komplexität und Einmaligkeit des Investoren-Abstiegs ist es nachvollziehbar, dass die Bundesliga weitere Rückfragen stellt. Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Themen rechtzeitig klären können“. Schöne Wort allein werden jetzt nicht helfen, da müssen Taten folgen. Der Lizenz-Hammer traf sicher auch Trainer und Sportchef: Es wird schwer für Manfred Schmid, die Mannschaft bei solchen Nachrichten bei Laune zu halten. Und die Position von Manuel Ortlechner bei Vertrags-und Transfergesprächen wurde dadurch nicht besser. Sondern schlechter.

Wie die Austria für die Bundesliga keine Lizenz, erhielten als Folge die Young Violets keine Zulassung für dir zweite Liga. So erging es auch Wacker Innsbruck und St. Pölten: Keine Lizenz für oben, keine Zulassung für die zweite Liga. Bei Innsbruck aus finanziell und infrastrukturellen Gründen, bei St. Pölten nur aus finanziellen. Somit hat die zweite Liga aktuell eine mehr als prekäre Liga: Drei ohne Zulassung, die Oberösterreich Juniors stiegen aus, machen in der Regionalliga Mitte weiter, aus der Regionalliga West möchte keiner aufsteigen. Derzeit sieht es danach aus, dass es zum fünften Mal hintereinander keinen sportlichen Absteiger geben wird, das eigentlich nicht zu akzeptieren ist. Um weiter mit 16 Vereinen spielen zu können, kann es passieren, dass aus der Regionalliga Ost beide Klubs, die eine Zulassung bekamen (Vienna, Stripfing) aufsteigen!

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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