Fußball

Kevin Wimmer spielte mit Kane und Lloris: „Ich vergönn´ beiden den Aufstieg“

England gegen Frankreich gilt für viele als das attraktivste Viertelfinalduell der Wüsten-WM. Demnach kommt das Beste zuletzt, nämlich Samstagabend im Al Bayt-Stadium. Es gibt einen Österreicher, der sowohl mit dem Kapitän der Engländer, Harry Kane, als auch mit dem von Titelverteidiger Frankreich, Hugo Lloris, zusammengespielt hat: Rapids Innenverteidiger Kevin Wimmer. Es ist zwar schon einige Jahre her, passierte von 2015 bis 2017 in England bei Tottenham. Zur Mannschaft gehörte auch Südkoreas Kapitän Heung Min Son, mit dem Wimmer noch immer in Kontakt steht, der dänische Kapitän Christian Eriksen, drei weitere englische Teamspieler, die in Katar dabei sind (Kyle Walker, Kierian Trippier, Eric Dier), die belgische Innenverteidiger Toby Alderwereld und Jan Vertonghen. Die Frage, wem er vor dem TV-Schirm die Daumen hält, bringt Wimmer fast etwas in Verlegenheit: „Eigentlich würd´ ich beiden den Sieg und den Aufstieg gönnen“. Aber der gebürtige Welser glaubt, dass es eher Lloris schaffen wird: „Die Franzosen haben etwas mehr Qualität!“

Wimmer hat sowohl Lloris (Bild oben), der acht Tage nach dem WM-Finale seinen 36. Geburtstat feiern wird, als auch Kane als ruhige und bescheidene Typen in Erinnerung: „Lloris ist nur auf dem Spielfeld sehr laut. Ein lauter Tormann, der dirigiert und einteilt, ist für die Abwehrspieler immer angenehm!“ Auch Kane habe damals die Mitspieler nie seine Popularität spüren lassen, für sich keine Sonderstellung beansprucht: „Er war immer ein Teamplayer, hat sich aber sensationell gut weiter entwickelt. Ich seh ihn als keinen typischen Mittelstürmer, der nur darauf aus ist, Tore zu schießen. Er war genauso zufrieden, wenn er einen Assist geliefert hat. Kane ist zugleich ein Torjäger und ein mannschaftsdienlicher Spieler. Das findet man nicht oft!“

England bekam nach dem Achtelfinale eine „Verstärkung“ dazu: Raheem Sterling, beim 3:0 gegen Senegal nicht dabei, weil er nach einem Einbruch in sein Haus nach London flog, ums seiner Familie beizustehen, kehrte zur Mannschaft zurück. Dürfte aber zu Beginn auf de Bank sitzen, da Bukayo Saka und Phil Foden überzeugten. Bei Englands bisher einzigem WM-Titel vor 56 Jahren im eigenen Land gehörte am Weg dorthin ein 2:0 gegen Frankreich im letzten Gruppenspiel dazu. 16 Jahre später schlug England in Spanien zum Auftakt der Vorrunde Frankreich 3:1, beide stiegen aber auf. Das war das bisher letzte Aufeinandertreffen bei einer WM. Bei der Europameisterschaft 2004 führte England zum Vorrundenauftakt im Da Luz-Stadion von Lissabon bis in die Nachspielzeit 1:0, ehe ein Freistoß und Elfmeter von Zinedine Zidane für Frankreichs 2:1 sorgten. Beide kamen ins Viertelfinale. Acht Jahre später gab es in der Donbass-Arena von Donezk im Gruppenspiel ein 1:1. Damals stand schon Lloris in Frankreichs Tor, blieb Olivier Giroud auf der Bank, wurde Jordan Henderson bei England eingetauscht.

Foto: FIFA.

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