Fußball

Knasmüllners Weltklassetor gab Rapid die Hoffnung zurück

Rapids Trainer Didi Kühbauer sprach von der Kraft des Publikums, Christoph Knasmüllner, der mit einem Doppelpack das 2:1 (0:1) gegen Sparta Prag möglich machte, von einer tollen Kulisse, die ihn und die Mitspieler enorm gepusht habe. Das war auch nötig, denn sonst hätte Rapid nach dem schnellen Rückstand nach genau 2:20 Minuten, gerade als die ersten „steht auf, wenn ihr Grüne seid“-Sprechchöre beendet waren, das Match nicht mehr drehen können. Ausgerechnet durch einen, den man sonst, mitunter nicht zu Unrecht vorwirft, abzutauchen, wenn seine Mannschaft in Rückstand liegt. Dienstag Abend war das vor 19.500 Zuschauern in Hütteldorf zu Rapids Glück nicht der Fall. Denn bis zu Knasmüllners Weltklassetor zum 1:1 war Sparta Prag eindeutig die bessere Mannschaft. Besser strukturiert, bessere Raumaufteilung im 4-4-1-1 mit zwei Viererketten, ballsicherer, nicht annähernd so viele unnötige Ballverluste wie Rapid. Aber mit dem Ausgleich drehte sich alles.

Jetzt darf Rapid wieder hoffen, am 28. Juli in Prag den Aufstieg zu schaffen. Knasmüllner sorgte jedenfalls dafür. dass der Tipp der Rapid-Legende aus Prag,  Antonin Panenka, am Ende nach 94 Minuten stimmte. Panenka, der  vor Ampfiff ebenso stürmisch umjubelt wurde, wie Ex-Tormann Jan Novota. Auch ein andere ehemaliger Rapid-Keeper, Ladi Maier, war unter den Zuschauern. Ebenso Hartbergs Trainer Kurt Russ, Samstag  Rapids Gegner zum Bundesligastart. Und Jürgen Säumel, Assistent von Teamchef Franco Foda. Und Robert Kovac, der Assistent seines Bruders Niko bei Monaco. Der Rapid nächster Gegner wäre, wenn der  Aufstieg gelingt. Monaco ist derzeit zum Trainingslager im Burgenland, in Stegersbach. Von dort war die Fahrt nach Hütteldorf nicht zu lange. Zur Pause rechnete Robert Kovac sicher mit Sparta als Gegner im August. Wegen Knasmüllner muss er auch noch Rapid am Zettel haben. Ebenfalls live mitten drin in der Rapid-Begeisterung: Die Austria-Ikone Herbert Prohaska als ORF-Analytiker. Auch ihm hat´s gefallen.

Rapid geriet in Rückstand, weil die  Defensive nach einem Sparta-Freistoß völlig unsortiert war. So konnte Ladislav Krejci, der zwischen Filip Stokjovic und Ercan Kara freistand, unhaltbar per Kopf treffen. Sparta hat zwei Mittelfeldspieler namens Ladislav Krejci. Den Treffer erzielte der 20 jährige, um neun Jahre jünger als der andere. Von dem Schock erholte sich Rapid bis zur Pause nicht, Nur Tormann Richard Strebinger war es zu verdanken, dass Rapid noch im Spiel blieb. Kevin Wimmer wirkte in einigen Szenen alles andere als souverän, Max Ullmann war in seinem Übereifer überall, nur nicht dort, wo er als linker Verteidiger sein sollte. Machte unerklärliche Fehler, wirkte mitunter planlos. Die hohen Bälle auf  Kara blieben wirkungslos.

Mit dem Ausgleich drehte sich alles. Wie Knasmüllner in der 63. Minute nach einem Pass von Kelvin Arase, dessen bester Aktion, den Ball gekonnt über den rumänischen Tormann Florin Nita ins Kreuzeck hob, war unübertreffbar. Für Arase war das Spiel damit beendet. Für ihn kam Taxiarchis Fountas. Der acht Minuten später mit dem Siegestreffer nichts zu tun hatte. Danach traf Knasmüllner nach einer perfekten Flanke von Robert Ljubicic, die er direkt übernahm. Auch der Jubel (Bild oben) zeigte, wie sehr er seinen Doppelpack genoss. An diesem Abend  war Neuerwerbung Ljubicic der auffälligste Spieler, solange Rapid in Rückstand lag, ehe ihm von Knasmüllner die Show gestohlen wurde. Diskussioslos war Ljubcic der beste der drei eingesetzten Neuen. Ein Manko  bei Rapid: Es gelingt nicht, die Schnelligkeit der Außenspieler Arase und Marco Grüll wirklich ins Spiel zu bringen.

Noch eine Überraschung in Hütteldorf: Über 200 Fans von Sparta Prag im Gästesektor, obwohl Gästefans von der UEFA nicht erlaubt sind.  Die kamen ohne Karten nach Wien, standen vor dem Stadion, als der UEFA-Delegierte aus Lettland nach Rücksprache mit der Zentrale in Nyon entschied, es wäre die bessere Lösung, ihnen Karten zu geben und  auf die Tribünen zu lassen. Darüber kann man diskutieren. Auf jeden Fall sorgten die Sparta-Fans nach dem Match für einen Polizeieinsatz. Sicher brachten sie auch einige Rapid-Fans auf eine Idee bezüglich des Rückspiels. Was man so hört, wollen aus allen Fangruppen einige in die tschechische Hauptstadt, allerdings nicht ins Sparta-Stadion, das  Allianz-Arena heißt. Wie in Wien das Stadion der Austria. Gegen Rapid dürfen in Prag nur 9000 Zuschauer rein.

Nicht nur die Grün-Weißen aus Wien gewannen, sondern auch die aus Budapest mit ihrem Wiener Trainer Peter Stöger. Ferencvaros bezwang vor 11.000 Zuschauern Schalgiris Wilna aus Litauen 2:0 (2:0). So stand es bereits nach 39 Minuten. Der Albaner Myrto Uzuni, Schütze des 1:0, vergab nach 92 Minuten einen Elfmeter. „Wir ließen einige Chancen liegen“, meinte Stöger, „aber wenn wir es beim Rückspiel konzentriert angehen, steigen wir in die dritte Runde auf.“ Dann wäre Ferencvaros fix in der Gruppenphase der Europa League, wenn es nicht gelingt, über Tschechiens Meister Slavia Prag ins Play-off um die Champions League zu kommen. Stöger kann die Situation etwas entspannter sehen als sein ehemaliger Mitspieler Kühbauer.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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