Fußball

Kühbauer muss schon mit Vorwürfen beginnen

Wahre Freunde, die kann nichts trennen. Das besang schon Franz Beckenbauer als Bayern Münchens Jungstar in den Sechzigerjahren. Wahre Freunde halten noch Jahrzehnte nach gemeinsamen erfolgreichen Spielerzeiten bei Rapid zusammen. So wie Zoran „Zoki“ Barisic und Didi Kühbauer, vom damaligen Trainer Ernst Dokupil nach der kultigen US-TV-Serie gemeinsam mit Stefan Marasek und Sergej Mandreko zu den „Daltons“ ernannt. Also fuhr Barisic Samstag, ohne dass es sein Freund wusste, gemeinsam mit seiner Frau Uschi zur Heimpremiere von Didi auf der Trainerbank von St. Pölten. Um ihm die Daumen zu halten für eine Überraschung gegen den LASK, die er für möglich hielt. Vor dem Match zufälliger Treff mit Kühbauers Gattin und ihren zwei Töchtern.

57 Minuten lang täuschte Barisic seine freundschaftlichen Gefühle und Hoffnugnen nicht. Der Letzte mit dem Aufsteiger, der  um einen Europa League-Platz kämpft, gleichwertig, zweimal sogar der Führung nahe. Aber dann drehten sechs Minuten alles um, in denen St. Pölten drei Tore kassierte. Weil nach einem Eckball für den Letzten die Organisation in der Rückwärtsbewegung nicht stimmte, Salzburg-Leihgabe David Atanga völlig unnötig einen Elfmeter verschuldete und ein weiter Abschlag von LASK Tormann Pervan Pavao die Abwehr des Schlusslichts ganz schlecht aussehen ließ. Das 72. Verlusttor der Saison. Barisic schüttelte auf der Tribüne kurz den Kopf. So freute sich LASK-Trainer Oliver Glasner über den fünften Sieg in Serie, steckte Routinier Emanuel Pogatetz das gefühlte 500. Cut ins einer Karriere souverän weg,

Er ist zwar nicht mehr der schnellste, aber einen Typen wie Pogatetz, der mit seiner ganzen Routine alles zusammenhalten kann, den bräuchte Kühbauer dringend. Hat ihn aber nicht. Er weiß, wo er ansetzen muss, um die Mission Rettung via Relegation zu schaffen. Die Defensive stabilisieren. Daher eigentlich entgegen seiner 4-4-2-Philosophie drei Innenverteidiger, Fünferabwehr. Nur sorgten zwei der drei zentralen Abwehrspieler statt für Stabilität durch technische Schwächen und Stellungsfehler für allgemeine Verunsicherung. Speziell Frankreich-Legionär Babacar Diallo. Die Außenverteidiger machen zu wenig für die Offensive, die vorderen Flügelspieler zu wenig für die Defensive. Also passt es im Mittelfeld nicht zusammen, gibt´s dort zu oft numerische Unterlegenheit. Kühbauer musste schon nach seinem zweiten Spiel damit beginnen, seiner neuen Mannschaft Vorwürfe zu machen. Zurecht, weil sie unnötig ein Spiel weggeschmissen hat: „Es war enger, als es das Resultat besagt.“ Aber im Vergleich zu früheren Zeiten wirkt er derzeit wie die Ruhe in Person. Nur nach dem Elferpfiff für die Linzer ein kurzes Gespräch mit dem Linienrichter. Kühbauer hat sich rotz angespannter Lage gut im Griff.

Trotzdem hörte man im VIP-Club obergescheite Sager von einigen, die immer schon wussten, dass ein Trainerwechsel bei diesere Mannschaft nichts bringen kann. Auf Kühbauer warten bis zur Relegation schwerere Zeiten als bei seinen bisherigen Trainerstationen in der Südstadt bei Admira und in Wolfsberg. Letzten Freitag beobachtete er bei Wr.Neustadts 1:0 gegen Ried mögliche Gegner im Kampf um die Zugehörigkeit zur neuen Zwölferliga. Er muss darauf eingestellt sein, auch in den nächsten Runden, bei seinem Ex-Verein Mattersburg und gegen Red Bull Salzburg Niederlagen von St.Pölten erklären zu müssen. Wie nach dem 1:2 gegen Rapid und letzten Samstag. Irgendwann in den nächsten Tagen zwischen den Daltons via Telefon zum Meinunsgaustausch kommen. Über eine Lage, die bei einer Tordifferenz von minus 52 St. Pölten-Kenner Toni Pfeffer im „Sky“-Studio als trostlos, aber noch nicht hoffnungslos bezeichnete.

Foto: © SKN St.Pölten Media.

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