Fußball

Kühbauer zum LASK bedeutet vorerst auch einen Sieg für Rapid

Es gibt nichts im Fußball, was es nicht geben kann: Didi Kühbauer, als Rapid-Trainer die große Reizfigur in der LASK-Chefetage und auch bei den Fans, soll die bisher enttäuschende Saison der Linzer retten. Dienstag leitete er bereits das Training, Samstag steht er beim Heimspiel gegen Hartberg in Pasching erstmals in der Linzer Cachingzone. Eine Überraschungsaktion von LASK-Präsident Siegmund Gruber, die Sportchef Radovan Vujanovic selbstverständlich mittragen musste. Vor kurzem hatte Gruber noch seinen Trainer Andreas Wieland, mit dem er auch befreundet ist, über den grünen Klee gelobt, aber durch die desaströse Leistung beim 0:4 in Innsbruck gegen WSG Tirol wurde über Nacht alles anders. Zehn Tage danach war Wieland Vergangenheit, wurde Kühbauer präsentiert. Der 51 jährige erhielt viereinhakb Monate nach der Beurlaubung bei Rapid einen Vertrag bis 2024, durfte auch seinen langjährigen Assistenten Manfred Nastl, der auch bei Admira, Wolfsberg, St. Pölten und Rapid an seiner Seite war, mitnehmen. Da der 38 jährige Wieland, der den Job im Oktober von Dominik Thalhammer übernahm, noch einen Vertrag bis 2024 hat, kommt die ganze Aktion dem LASK, der in dieser Saison damit bereits zweimal den Trainer wechselte, nicht billig. Insgesamt ist es der achte Trainerwechseln in dieser Saison, fünf passierten in Oberösterreich bei Ried und LASK.

Kühbauer spielte als Trainer vierzehnmal gegen den LASK, feierte acht Siege, verlor nur zweimal mit Rapid, einmal mit St.Pölten. Ob das allen bisherigen Ärger, den es zwischen ihm und dem LASK gab, vergessen macht? Sein provokanter Jubel nach dem Siegestor von Taxiarchis Fountas in Pasching zum 1:0 gegen den LASK aus Rapid-Zeiten im Juni 2020 ist noch in Erinnerung. Ebenso seine Wortgefechte einen Monat später, als Rapid im Allianz-Stadion durch das 3:1 gegen LASK Platz zwei eroberte. Der damalige LASK-Trainer Valerien Ismael giftete mehrmals verbal gegen Kühbauer, der blieb ihm nichts schuldig. Die Rapid-Spieler haben noch im Hinterkopf, dass Kühbauer damals in der Kabine wenig Gutes über die Akteure des LASK, mit denen er künftig zusammenarbeitet, sagte. Aber jetzt ist Kühbauer Grubers Hoffnung, dass der LASK noch die Qualifikation für einen Europacupplatz gegen den Fünften der Meistergruppe schafft. „Der LASK war durch seine physische Präsenz und Fitness immer ein unangenehmer und schwerer Gegner“, meine Kühbauer, „jetzt gilt es diese Tugenden wieder abzurufen!“

Peter Stöger und Markus Schopp, die Gruber ebenfalls kontaktierte, wollten nicht einsteigen. Kühbauer schreckte schon als Spieler wenig bis nichts ab. Mit seiner Unterschrift in Linz siegte vorerst auch Rapid. Denn damit kamen er und Nastl von der grün-weißen Gehaltsliste. Ihr Vertrag wäre noch bis 2024 gelaufen, für Kühbauer eine Ablöse zu verlangen, war in Hütteldorf auf Grund der Verdienste von Kühbauer um Rapid kein Thema. Der LASK ist drei Runden vor Schluss in der Qualifikationsgruppe mit drei Punkten Rückstand auf WSG Tirol und je einem Punkt Vorsprung auf Ried und Admira Zweiter. Behält er diesen Platz, spielt er gegen den Ersten in einem Match am 23. Mai um die Play-off-Spiele gegen den Fünfter der Meistergruppe. Deren Termine sind der 26. und 29. Mai. Wird Rapid nur Fünfter, was nicht auszuschließen ist, könnte es zu den Duellen zwischen Rapid und LASK kommen. Dir durch die Person Kühbauer natürlich besonders brisant wären. Dann fliegen garantiert die Fetzen.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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