Fußball

Nur der LASK kann noch aus eigener Kraft Meister werden

Erstmals seit vier Jahren ist der LASK wieder Tabellenführer der Bundesliga, zugleich die einzige Mannschaft, die noch aus eigener Kraft Meister werden kann. Wenn auf den Jubel beim spektakulären 5:1 (2:0) in Hartberg (Bild) auch in den letzten drei Runden Siege im Linzer Stadion gegen Rapid und Red Bull Salzburg und zuletzt in Wien bei der Austria folgen. Dann ist der LASK erstmals seit 1965 wieder Meister. Weil er bei Punktgleichheit mit Sturm oder Salzburg vorgereiht wird, da er den Grunddurchgang  mit einer ungeraden Punkteanzahl beendete und bei der Punkteteilung „rückgereiht“ wurde. Aktuell sind LASK und Sturm punktgleich, da der Titelverteidiger die Austria nicht bezwingen konnte, in der 85. Minute das 1:1 und damit das vierte Unentschieden hintereinander „rettete“.  Auf Salzburg hat der LASK zwei Punkte Vorsprung, auf Rapid drei. Freitag können die Lizer bereits erstmals seit 61 Jahren Cupsieger werden, wenn im Klagenfurter Finale Außenseiter Altach geschlagen wird. Diskussionslos ist der LASK die spielerisch beste Mannschaft der Liga.

Jubelzeiten also für die Linzer. Keine andere Mannschaft erzielte in dieser Saison so viele Tore gegen Hartberg. Nach fünf Minuten sorgte Innenverteidiger Xavier Mbuyamaba, der  vor  drei Runden in Salzburg das Siegestor in der Nachspielzeit erzielt hatte, für die schnelle Führung. Nach einer halben Stunde traf Sasa Kalajdzic mit rechts. Sein Schuss wurde noch abgefälscht. Nur 22 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte nützte Moses Usor die Vorarbeit des Ex-Hartbergers Maximilian Entrup zum dritten Treffer. Auf den Hartberg mit dem Traumtor des eingewechselten Elias Havel, der volley unter die Latte traf, antwortete Für den Wiener sein 13. Saisontreffer, der LASK aber nicht sehr irritierte.  Die Mannschaft von Didi Kühbauer, die von ihrem Trainer ein großes Lob bekam,  kontrollierte immer das Spiel, schlug in der Nachspielzeit noch zweimal zu. Zunächst der Ex-Hartberger Christoph Lang nach einer Flanke von Kalajdzic, dann der Teamstürmer selbst. Er eroberte vor der Mittellinie den Ball, sah, dass Hartbergs Tormann Tom Ritzy Hülsmann weit vor seinem Tor stand. Mit rechts gelang es Kalajdzic aus der eigenen Hälfte, den 2,06-Meter-Riesen, den längsten Spieler der Liga, zu überheben. Ein „Tor des Jahres“. Kalajdzic ist, wie hier bereits vor zwei Monaten prophezeit, ein entscheidender Faktor. Einen Stürmer von dieser Klasse hat die Konkurrenz nicht, weder Sturm noch Salzburg oder Rapid. Rätselhaft, warum Rapid letzten Sommer nicht  interessiert war, ihn von Wolverhampton, auszuleihen.

Meister Sturm ist zwar seit zehn Spielen ungeschlagen, hat aber von den letzten sieben nur eines gewonnen. War gegen die Austria vor ausverkauftem Haus optisch überlegen, aber die größte Chance vor der Pause hatte die Austria durch Kelvin Boateng, der an Tormann Danili Khudiakov scheiterte. Die Austria ging dann durch ihr 20. Tor in dieser Saison nach einem Standard in Führung, als Innenverteidiger  Tin Plavotic, dessen Vertrag nicht verlängert werden soll, bei einem Eckball des Südkoreaners Taeseok Lee höher sprang als alle Sturm-Spieler. Dann traf Aleksandr Dragovic nach einem Freistoß von Kapitän Manfred Fischer nur die Stange, der zweite Treffer hätte den Sieg bedeutet. So konnte Sturm in der 85. Minute ausgleichen, als Innenverteidiger Paul Koller nach einem Freistoß von Jusuf Gazibegovic per Kopf sein erster Treffer in der Bundesliga gelang. Da gab es für Tormann Samue Sahin Radlinger, der seine beste Leistung seit Wochen bot, sich damit „rehabilitierte“, nichts zu halten. Die Austria bewies nach den Pleiten gegen Salzburg Charakter, kann mit dem Unentschieden besser leben als Sturm, obwohl der Rückstand auf den Wiener Erzrivalen Rapid auf vier Punkte wuchs. Ein Problem haben Sturm und Austria gemeinsam: zu wenig Durchschlagskraft im Angriff.

 

Foto: APA/Erwin Scheriau.

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