Bis zur Pause nicht Champions League würdig und 0:1 im Rückstand, in der zweiten Hälfte auch durch zwei Wechsel alles verändert und viel besser. Daher verwandelte der FC Salzburg bei Brann Bergen vor 15.000 Zuschauern das 0:1 noch in ein 4:1, steht damit praktisch in der dritten Runde und hat damit eine europäische Ligaphase fixiert. Aber keine Frage, die Leistung gegen den belgischen Vizemeister Club Brügge wird in besser sein müssen als gegen den norwegischen, um ins Play off zu kommen.
Mit Tormann Alexander Schlager und Rechtsverteidiger Stefan Lainer gehörten nur zwei Österreicher zur Startelf. Im Angriff begannen Edmund Baidoo und Adam Daghim, im zentralen Mittelfeld spielte überraschend nicht Maurits Kjaergaard mit Kapitän Mads Bistrup, sondern Mamady Diambou. Ein schlimmer Patzer des neuen Abwehrchefs Jacob Rasmussen, der einem Routinier wie ihm nicht passieren darf, führte nach 20 Minuten zum 0:1. Danach wirkte Brann Bergen giftiger, zur Pause bestand für Trainer Thomas Letsch Handlungsbedarf. Er hatte mit seinen Wechseln ein gutes Händchen, er wechselte drei Torschützen ein. Zu Beginn der zweite Hälfte waren Kjaegaard statt des rot-gefährdeten Diambou und Karim Onisiwo statt Daghim am Rasen.
Der Ausgleich nach 58 Minuten war das einzige Tor ohne Joker-Beteiligung: Einen genialen Chip von Oscar Gloukh zwischen zwei norweegischen Verteidigern vorbei übernahm Dorgeles Nene mit links direkt, traf ins lange Eck: „Im Stile eines Weltklassestürmers“, lobt Servus TV-Experte Sebastian Prödl im Studio Salzburgs besten Torschützen der letzten Saison. Nur drei Minuten später folgte die Führung: Ein Sprint von Lainer wie in seiner besten Zeiten, die Flanke verwertete Onisiwo per Kopf. Nicht nur deshalb war er wichtig, sondern auch als Stürmer, der Bälle halten und gut verteidigen könnte. So auch bei der Aktion beim ersten von zwei Toren in den letzten sieben Minuten: Den Schuss des für den Torschützen Nene gekommenen Japaner Sota Kitano wehrte Norwegens Teamtormann Mathias Dyngeland nur kurz ab, Yobe Vertessen, der „Nachfolger“ von Baidoo, traf aus kurzer Distanz. In der Nachspielzeit gab es nach einem Schuss von Kitano einen Handselfmeter, den Kjaergaard verwertete. Zur Pause hieß das Schussverhältnis 5:5, am Ende 21:8 für Salzburg. Das sagt alles.
„Wir haben in der Pause einige Dinge klar angesprochen. Ich war überzeugt, dass wir das noch drehen können, ohne so ein klares Ergebnis zu warten“, meinte Letsch. Aber auch er wusste: Salzburg muss künftig noch einige Dinge besser machen, um zum siebenten Mal hintereinander in die Königsklasse zu kommen.