Erfolgs-Donnerstag für Rot-Weiß-Rot in Europa und Conference League: Alle Österreicher-Klubs gewannen ohne Gegentor. Daher ist Philipp Lienhart mit Freiburg nach dem 3:0 (2:0) gegen Celta Vigo vor 32.000 Zuschauern praktisch schon im Semifinale der Europa League, Oliver Glasner nach dem 3:0 (2:0) mit Crystal Palace gegen Fiorentina unter den letzten vier der Conference League. Stefan Posch und Philipp Mwene sind nach dem 2:0 (2:0) mit Mainz gegen Racing Straßburg auf Kurs Richtung Aufstieg. Posch wurde bei einem Eckball von der Abwehr der Franzosen übersehen, das nutzte er nach 19 Minuten zu einem sehenswerten Volleyknaller zum 2:0 (Bild). Es war bereits das zweite Tor des Steirers in der Europa League, das er bejubelte. Er traf auch beim 2:0-Heimsieg gegen Sigma Olmütz: „Gut getroffen“ kommentierte Posch sein Traumtor, „es war ein guter erster Schritt. Aber das Rückspiel wird schwer!“ Seit neun Spielen ist Mainz ungeschlagen.
Für Lienhart war es eine magische Nacht. Wahrscheinlich noch mit der nötigen Wut über die 2:3-Niederlage gegen Bayern in der Nachspielzeit fünf Tage zuvor im Bauch Der 33 jährige Italiener Vincenzo Grifo brachte Freiburg schon nach zehn Minuten in Führung, noch vor der Pause fiel das 2:0. Im Finish traf Matthias Ginter, der Nebenmann von Lienhart im Abwehrzentrum, per Kopf: „Mit viel Energie waren wir von Beginn an die klar besere Mannschaft, wurden nach dem 2:0 nicht überheblich, wollten den dritten Treffer. Es hat wirklich sehr viell Dpaß gemacht, aber in Spanien wird es nicht einfach!“, freute sich Lienhart. Im Semifinale könnte es zu einem Österreicher-Duell kommen: Wenn Florian Grillitsch mit Braga nächsten Donnerstag in Sevilla gegen Betis aufsteigt. Die Chancen darauf sind nach dem 1:1 im Heimspiel aber wesentlich geringer als die von Freiburg mit der stabilen Abwehr, die bisher die wenigsten Gegentore in der Europa League kassierte. Auch Aston Villa steht nach dem 3:1 (1:0) in Bologna so gut wie im Semifinale, alles offen ist nach dem 1:1 zwischen Portugals Tabellenführer FC Porto und Nottingham, dem 16. der Premier League.
Oliver Glasner feierte mit Crystal Palace den bisher höchsten Sieg in der Conference League. Bei Nieselregen und starkem Wind hatten die „Eagles“ im ausverkauften Selhurst-Park bis zur Pause alles im Griff. Der wieder fitte Torjäger Jean-Philippe Mateta verwandelt nach 24 Minuten einen Elfmeter nach Foul an dem im Winter von Aston Villa gekommenen Franzosen Evann Guessand. Sieben Minuten später fiel schon das 2:0 durch Linksverteidiger Tyreck Mitchell. Nur in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte verlor Crystal Palace die Kontrolle über das Spiel, da traf Fiorentina nur die Latte. Zu Beginn der fünfminütigen Nachspielzeit traf Senegal-Stürmer Ismaila Sarr per Kopf, danach gab es noch eine Chance auf das 4:0: „Die Leistung in den 20 Minuten vor der Pause war herausragend“, freute sich Glasner, „aber es war nur ein erster Schritt!“ Wie es aussieht, wird Crystal Palace im Semifinale auf die ukrainische Mannschaft Schachtjor Donezk treffen, die im polnischen Krakau AZ Alkmaar 3:0 (0:0) abfertigte. Mainz würde höchstwahrscheinlich gegen Rayo Vallecano (3:0 gegen den griechischen Tabellenführer AEK Athen) um den Aufstieg ins Endspiel kämpfen.
Foto: Mainz 05.