Eishockey

Machen die Trainerwechsel im Eishockey Sinn? Ein „neuer“ Österreicher stieg ins Karussell ein

Das Trainerkarussell dreht sich in der ICE League. Drei der acht österreichischen Klubs wechselten im Dezember die Trainer. Den Anfang machte am 5. Dezember Villach, vor Weihnachten folgten die Linzer Black Wings, am Sonntag die Grazer 99ers, der Klub von Ligapräsident Jochen Pildner Steinburg. Den Manager Bernd Vollmann bei dieser Entscheidung sicher nicht übergangen haben wird. Und so muss man auch den Präsidenten die Frage stellen müssen, ob in dieser speziellen Saison, die wohl ohne Zuschauer zu Ende gespielt werden wird, Trainerwechsel einen Sinn machen. Da kann es ohne Einnahmen nur eine vernünftige Devise geben: Kosten sparen, junge Österreicher forcieren, wie es der KAC und die Vienna Capitals tun, kein Geld in Trainerabfindungen verpulvern. Passierte aber doch. Da spielt wohl die Hoffnung mit, bis zum 7. Februar den Sprung unter die ersten fünf und damit ins Play-off zu schaffen. Beim Letzten Linz und dem Vorletzten Villach fast in Ding der Unmöglichkeit, beim Achten Graz wird´s sehr schwer.

Den Anfang machte Villach am 5. Dezember, setzt den Kanadier Dan Ceman, der wenig Einfluss auf die Zusammenstellung des Kaders hatte, vor die Tür. Holt Rob Daum zurück, mit dem man sich nach der letzten Saison auf keine Verlängerung einigen konnte. Jetzt war Daum in der besseren Verhandlungsposition. Die Bilanz der neun Partien seit dem Trainerwechsel: Drei Siege in neun Spielen, darunter zuletzt einer nach Verlängerung gegen Tabellenführer HB Südtirol. Das macht Hoffnung. Ceman musste aber nur drei Wochen auf einen neuen Job warten. Dann griff Schlusslicht Linz zu, erwartete laut Manager Gregor Baumgartner von ihm statt Pierre Beaulieu nach fünf Niederlagen in Serie einen deutlichen Impuls.  Am Christtag leitete Ceman erstmals das Training, einen Tag später gelang es in Wien die Vienna Capitals 2:1 zu schlagen. Was hatte das mit Ceman zu tun? Wenig bis nichts. Viel mehr mit einer herausragenden Leistung von Tormann David Kickert.

Sonntag zogen die Grazer 99 ers die vierjährige Zusammenarbeit mit Doug Mason (Bild oben) wegen nur einem Sieg in den letzten zwölf Spielen und insgesamt fünf Punkten. Zogen die immer geplant gewesene Amtsübergabe von Mason  an seinen schwedischen Assistenten Jens Gustafsson, mit 48 Jahren 17 jünger als Mason, eben vor. Normal ist der Assistent mit dem Chef auf einer Linie. Daher bleibt die Frage, was sich mit Gustafsson entscheidendes ändern soll. Die Hoffnung macht ein Österreicher, der neu ins Trainerkarussell einsteigt: Der 36-jährige Patrick Harand, der mit 16 bereits in der Bundesliga debütiert hatte. Einmal war er mit den Vienna Capitals Meister, je zweimal mit den Salzburger Bullen und dem KAC. Dort war er im Sommer nach acht Jahren nicht mehr gefragt, weil schon zu alt. Seither arbeitete er als Nachwuchstrainer in der steirischen Akademie. Mit den Grazer Verhältnissen ist er seit Spielerzeiten in Graz vertraut. Das Debüt hinter der Band feiert er Mittwoch ausgerechnet beim KAC in Klagenfurt. Damit hat ein Österreicher mehr einen Job, der ansonst meist nur für Ausländer reserviert ist. Österreichische Cheftrainer? Fehlanzeige. Assistenten?  Jetzt wenigstens sechs. Zwei (Mark Szücs in Linz, Rick Nashim in Dornbirn) sind allerdings noch als Spieler eingebürgerte Kanadier. Österreichische Tormanntrainer? Nur drei.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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