Fußball

Marcel Koller und seine Fragzeichen

Im neuen Stammquartier des Nationalteams vor Spielen im Happel-Stadion, dem Hotel Kempinski im Palais Hansen, lüftet Marcel Koller Dienstag Mittag  das Geheimnis  um den Kader für die WM-Qualfiikation gegen Moldawien. Da muss  nach dem verpatzten Herbst mit nur einem Sieg in vier Spielen  der erste von sechs möglichen Siegen her, um die Mini-Chance auf das Ticket nach Russland  zu wahren. Vielleicht hat der Teamchef auch etwas auf Lager, um das Interesse für das erste Match Österreichs in diesem Jahr anzukurbeln: Von 12.000 verkauften Karten las man bereits zu Weihnachten  auf der ÖFB-Homepage, zweieinhalb Monate später sind es nur 15.000. Wäre eine schüttere Kulisse. Möglicherweise sorgt die Rückkehr von Guido Burgstaller  für ähnliche Schlagzeilen wie  Montag in Deutschland sein erster  „Doppel-Burgknaller“ für Schalke. Damit kam er erstmals auch überregional auf Seite eins von „Bild“ mit der Überschrift „Schalkes Tor-Schnäppchen.“ Weil umgerechnet auf die Ablöse von 1,5 Millionen Euro bisher jedes seiner sechs Tore in Pflichtspielen nur 250.000 Euro kostete. Und das gilt in Deutschland als Dumpingspreis. Einen „Burgknaller“ könnte auch Österreich gut brauchen.

Das Comeback  des Kärntners  bedeutet keine Überraschung. Aber Koller hat noch andere Fragezeichen. Wird interessant,wie er sie beantwortet: System, Tormann nach dem Rücktritt von Ramazan Özcan,  Rechtsverteidiger, die Rolle von David Alaba, der Angriff. Die endgültige Antwort wird man erst am 24. März 90 Minuten vor dem Anpfiff gegen die Moldawier wissen. Dann weiss man auch, welches System Koller spielen läßt. Weiter wie in den bisherigen fünfeinhalb Jahren das 4-2-3-1, erstmals ein 4-4-2, wogegen die kurze Vorbereitungszeit von praktisch nur drei Tagen spricht, oder  ein 3-5-2 mit drei Innenverteidigern. Bisher  nur praktiziert bei der EURO-Vorbereitung in Laax bei einem Trainingsspielchen gegen Schweizer Amateure und im letzten Spiel bei der EURO in Paris gegen Island. Ohne Erfolg bei Koller ist  überzeugt, das es nicht wegen des Systems zum 1:2 und ausscheiden kam. Marco Knaller vom deutschen Zwweitligisten Sandhausen wäre die naheliegende Wahl.

Einen rechten Verteidiger  braucht Koller auf jeden Fall, wenn er bei der Viererabwehr bleibt. Laufwunder Alessandro Schöpf spielte  im 3-5-2 bei Schalke rechts an der Flanke, praktisch wie ein  vorgeschobener Verteidiger.  Die Verteidigerfrage stellte sich, weil Florian Klein leider beim VfB Stuttgart keine große Rolle mehr spielt, daher keine Spielpraxis hat. Zum Unterschied von Christoph Trimmel bei Union Berlin, der bei Koller bisher nur auf Abruf stand. So wie Salzburgs Stefan Lainer, der zuletzt trotz vergebenem Elfer gegen Admira  positiv auffiel.

Die Diskussionen um die Rolle von David Alaba brachte Koller selbst wieder in Gang, als er  in einem Interview bei „Spox“feststellte, die bisherige Rolle im zentralen Mittelfeld sei nicht in Stein gemeißelt.  Seit dem Rücktritt von Christian Fuchs steigt die Zahl derer, die fordern, dass Alaba wie bei Bayern als  linker Verteidiger  beginnen sollte, da er auf dieser Position zu den besten der Welt gehört, vielleicht sogar der beste ist. Im 3-5-2 könnte Alaba an der linken Flanke agieren, also der vorgeschobene Verteidiger im Mittelfeld sein. Oder aber, was bisher nicht diskutiert wurde, einer der drei Innenverteidiger. Die Rolle hatte er schon bei Bayern unter Pep Guardiola, Carlo Ancelotti setzte ihn auch in einer Viererabwehr im Zentrum ein. Alaba kann auch das sehr gut, setzt bei der Spieleröffnung Akzente.Und Markus Suttner fällt in Ingolstadts  Abstiegskampf stets positiv auf, sei es als Linksverteidiger oder im Mittelfeld. Fixstarter bleibt Alaba  auf jeden Fall. Egal in welchem System, in welcher Rolle. Das  gilt auch für Teamkapitän Julian Baumgartlinger, Zlatko Junuzovic, Aleksandar Dragovic.

 

Der Angriff: Wenn Koller vom 4-2-3-1 weggeht, braucht er eine zweite Spitze. Setzt er dann auf Burgstaller und Marc Janko, wenn dessen muskuläre Probleme vorbei sind? Sicher hat er auch andere Lösungen im Hinterkopf. Marko Arnautovic spielt bei Stoke nie an vorderster Front, Martin Harnik  bei Hannover schon, hält dort mit seinen Toren die Aufstiegshoffnungen am Leben.  Auch Marcel Sabitzer wäre eine Lösung als Spitze. Auf jeden Fall müßte Koller neue  Reize setzen, die vielleicht für den nötigen neuen Schwung im Kampf gegen Moldawien, Irland, Wales und Serbien sorgen.  Eine erste Chance für Salzburgs Mittelfeldspieler Konrad Laimer gehörte auch zu seinen Überlegungen. Auf jeden Fall ist  Guido Burgstallers Devise, mit der er sich zuletzt bei Schalke aus dem Zwischentief arbeitete, auch die richtige für Österreichs Team in diesem Jahr: „Wenn du viel arbeitest, dann holst du auch das Glück zurück!“

 

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