Nach zwei Runden ist es zwar nur eine Momentaufnahme, aber die tut ihm sicher gut: Österreichs Teamstürmer Michael Gregoritsch (Bild) ist zum ersten Mal in seiner Karriere mit Augsburg Tabellenführer in der deutschen Bundesliga. Auf das 3:0 gegen Schalke zum Auftakt folgte Sonntag in Frankfurt ein 4:1 (0:1) gegen die Eintracht. Ein perfekter Start, der Augsburg nach 512 Bundesligaspielen die erste Tabellenführung in der Klubgeschichte brachte. Die Freude von Gregoritsch bedeutete zugleich das Leid für Landsmann Adi Hütter: Bei seiner Rückkehr zu Eintracht Frankfurt ist der Trainer noch ohne Sieg, hat nur einen Punkt. Bei Hütters erstem Heimspiel auf Eintrachts Trainerbank nach 1933 Tagen sah in der ersten Hälfte nach der schnellen Führung in der sechsten Minute alles nach Sieg aus. 103 Sekunden zu Beginn der zweiten Hälfte ließen die zuvor starke Frankfurter Leistung vergessen. Zuerst traf die 20-jährige Bayern-Leihgabe Arijon Ibrahimovic, dann konnte Frankfurts Tormann Atubolu einen harmlosen Ibrahimovic-Schuss nicht festhalten, aus dem Abpraller fiel das 1:2. Eintracht fiel komplett auseinander, in der 65. Minute folgte das 1:3. Eintracht kassierte in den ersten zwei Runden sieben Tore.
Nächste Runde empfängt Augsburg Leverkusen, auf Frankfurt wartet das Hessen-Derby in Mainz. Auch die Mainzer waren mit ihren Österreichern Philipp Mwene und Stefan Posch auf Erfolgskurs. Das 5:0 (2:0) beim Hamburger SV war sogar ein historischer Triumph, weil es erst der zweite war, der Mainz mit fünf Toren Unterschied in der Bundesligageschichte gelang. Mwene erzielte kurz vor der Pause mit links das zweite Tor. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der zweiten Liga ist ein Österreicher Tabellenführer: Das schaffte U-21-Teamstürmer Olawuseun Adewumi mit Hertha BSC Berlin. Beim 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen Magdeburg wurde er vor 60 569 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion zur zweiten Hälfte eingewechselt, erzielte bereits in der 47. Minute das Siegestor. Zum dritten Mal hintereinander traf er als Joker, zuvor auch beim 4:1 gegen Bundesliga-Absteiger Heidenheim und beim 5:3 in Braunschweig. Adewumi wurde vor zwei Jahren vom Floridsdorfer AC um 400.000 Euro an Burnley verkauft, zuerst nach Schottland an Dundee verliehen, dann nach Belgien an Cercle Brügge, jetzt an Hertha BSC Berlin. Mit jedem Einsatz verringert sich die Leihgebühr für Hertha, die nach vier Runden die einzige Mannschaft mit vier Siegen ist, erstmals seit dem Bundesligaabstieg vor drei Jahren in der zweiten Liga auf Rang eins liegt. Das kam völlig unerwartet, weil Hertha im Sommer 16 Spieler abgab.
In Italiens Serie A gewann Romano Schmid mit Frosinone daheim das Aufsteigerduell gegen Venezia 3:2 (1:0). Es war der zweite Sieg in drei Runden, Schmid wurde in der 57. Runde beim Stand von 2:0 ausgetauscht. Florian Grillitsch kam erneut nicht zum Einsatz.
Foto: FC Augsburg.