Fußball

Millionen aus Luxemburg: Austria im Quattrex-Gerede!

Bevor es für die Austria Mittwoch und Sonntag gegen St.Pölten darum geht, mit sechs Punkten die Chancen auf Platz drei nicht nur am Leben zu erhalten, sondern vielleicht sogar entscheidend zu verbessern, kam Violett in Deutschland ins Gerede. Unverschuldet in Zusammenhang mit Wolfgang Dietrich, dem Präsidenten des Abstiegskandidaten VfB Stuttgart. Das Fachblatt „kicker“ stellte in Frage, ob Dietrich wirklich nicht mehr wie von ihm versichert an einer im Großherzogtum Luxemburg beheimateten Investmentgesellschaft namens Quattrex  beteiligt ist. Deren Geschäftsfelder laut Homepage die wirtschaftliche,finanzielle und sportliche Beratung von Vereinen ist sowie die Bereitstellung finanzieller Hilfen zur Verstärkung des Kaders.

Quattrex legte über seine Deutschland-Zentrale in Stuttgart einen Fonds namens „Quattrex German Opportunities“ auf.  Diese deutschen Möglichkeiten oder Chancen sollen laut „Kicker“ vor allem vier Vereine genutzt haben:  Aus der zweiten Liga Union Berlin und Heidenheim, dazu der in die dritte Liga gefallene Traditionsklub Kaiserslautern sowie aus Österreich die Wiener Austria. In Sachen der „Eisernen“ aus Berlin gibt es konkrete Zahlen: Sie nahmen 6,3 Millionen Euro in Anspruch, für die Investoren soll es bisher eine Rendite von 25 Prozent gegeben haben. Die Chefetage der Austria um AG-Vorstand Markus Kraetschmer (Bild oben) dementiert nichts, bestätigt die Geschäftsverbindung zu Quattrex im Zuge des Neubaus der Generali-Arena, die auch im letzten Jahresbericht offiziell aufscheint. Nur die Vertragsdetails bleiben ein violettes Insider-Geheimnis. Ob es auch für die Investoren bereits nach einem Jahr eine ähnlich Rendite wie in Berlin gab. Oder ob es Chancen darauf gibt.

Die Millionengeschäfte mit Quattrex haben nichts mit den Auflagen zu tun, die Austria bei der Lizenz für die kommende Saison erhielt. Mit der Überarbeitung des Budgets und einem Liquiditätsplan für die kommende Saison bis 15. Oktober. Das hängt viel mehr an den ausstehenden sechs Spielen in dieser Saison. Denn zum Unterschied von den Quattrex-Details ist es ein offenes Geheimnis, dass eine zweite Saison ohne Europacup zu einer Reduzierung des Budgets um  rund fünf Millionen Euro führen müsste. Also geht es gegen St.Pölten eigentlich ummehr als sechs Punkte. Obwohl ein reduziertes Budget vielleicht die Austria zu der vernünftigsten Lösung „zwingen“ würde. Nämlich vermehrt auf die Talente aus den eigenen Reihen zu setzen. In den erfolgreichen österreichischen Nachwuchsauswahlen spielen einige Austrianer.

Vielleicht schon Mittwoch, spätestens aber Sonntag wird Austria wissen, wohin die Reise geht. Mittwoch muss St.Pölten mit Rene Gartler seinen torgefährlichsten Spieler nach der fünften gelben Karte vorgeben. Trainer Ranko Popovic sieht mit einer Einstellung wie bei den letzten zwei Überraschungen gegen LASK und Red Bull Salzburg trotzdem Siegeschancen. Beim LASK herrscht bereits vor  den zwei Spielen gegen Sturm Graz Klarheit über die Zukunft von Oliver Glasner. Der Trainer gab Dienstag seinen Wechsel zum Vfl Wolfsburg, derzeit auf Platz neun der deutschen Bundesliga, bekannt. Wolfsburgs Sportvorstand Jörg Schmadtke hatte Montag Abend nach dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt angekündigt, Ende der Woche den Trainer für die kommende Saison bekanntzugeben. Das ging schneller. Das könnte damit zusammenhängen, dass der mit Schmadtke befreundete LASK-Mastermind Jürgen Werner aus dem Urlaub zurück ist und die Ablöseverhandlungen kein Problem bedeuteten. Glasner nimmt zwei aus seinem derzeitigen Trainerteam nach Deutschland mit.

Zu vergeben sind in der deutschen Bundesliga derzeit für nächste Saison noch die Trainerjobs bei Hertha BSC Berlin, Schalke und Stuttgart. Der Ausgang könnte für die Austria interessant werden: Falls weder in Berlin noch in Stuttgart die Wahl auf Peter Stöger fallen sollte, steigen die Chancen auf seine Rückkehr zu Violett nach sechs Jahren. Dann könnte er Austrias erster Sportvorstand werden.

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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