Fußball

Moin, moin: Schaub hat seinen zweiten Meistertitel hintereinander im Visier

Zwei Tage war er diese Woche noch in Köln, um einige Sachen abzuholen. In Hamburg lebt Louis Schaub einstweilen noch im Hotel, die Wohnungssuche steht noch an. An die typischen norddeutsche Begrüßung „Moin, Moin“  beginnt er sich schön langsam zu gewöhnen wie an die neue Mannschaft. Die Medien, die sich mit dem Hamburger SV beschäftigten, sind schon überzeugt, dass der überraschende Winterkauf Schaub der fehlende Puzzleteil sein wird, um den Traditionsklubs nach zwei Saisonen wieder zurück in die Bundesliga zu bringen. Weil er letzte Saison mit drei Toren und 13 Assists zum Aufstieg des 1.FC Köln viel beigetragen hatte. Donnerstag Abend gibt es in Lübeck den letzten Test für den Start eine Woche später gegen den 1.FC Nürnberg im riesigen Volksparkstadion: „Ich freu´mich schon auf das erste Heimspiel“, meinte Schaub. Bisher lernte er die Atmosphäre nur als Gegner kennen. Die taugte ihm schon beim Gastspiel mit Köln in der vergangenen Saison. Für eine neue Hamburger Hoffnung wird sie noch besser sein. Vorausgesetzt, es läuft so wie erhofft.

379 921 Zuschauer, 47.490 im Schnitt, kamen zu den bisherigen acht Heimspielen der Saison. Ausverkauft mit 57.000 Besuchern war der 6:2-Kantersieg gegen den VfB Stuttgart. Diese Kulisse wird es sicher auch am 22.Februar beim Hamburger Derby gegen St.Pauli geben. Zukunftsmusik, Vorerst heißt es gut starten. Schaub geht als Zweiter mit Hamburg in das Aufstiegsrennen. Wie vor einem Jahr mit dem 1.FC Köln. Beides zu vergleichen, bezeichnet Schaub als „relativ schwierig. Die Erwartungen sind aber ähnlich hoch!“ Auch bei ihm selbst: Seinen zweiter Meistertitel hintereinander, etwas, das er in seiner Karriere zuvor noch nicht schaffte, den hat er schon im Visier: „Das wäre nicht schlecht, nichts alltägliches“, meint er in seiner ruhigen, bescheidenen Art.

Die zentrale offensive Position im System von Trainer Dieter Hecking  gefällt ihm, obwohl er das nicht überbewerten will: „Es gibt mehrere Rollen in der Offensive, in denen ich ich wohl fühle.“ Drei Punkte Rückstand auf Winterkönig Arminia Bielefeld haben die Hamburger, die mit dem Dritten VfB Stuttgart punktegleich sind, nur je einen Punkt vor Heidenheim und Erzgebirge Aue liegen. Bei allen fünf Klubs gibt es Österreicher: In Bielefeld ist es  Manuel Prietl, gegen den Schaub vor fünf Jahren mit Rapid spielte, als der Steirer noch den Mattersburg-Dress trug, bei Stuttgart Sasa Kalajdzic, der nach der schweren Knieverletzung noch um sein Comeback kämpft, bei Heidenheim den Ex-Rapidler Konstantin Kerschbaumer, bei Aue mit Dominik Wydra einen früheren Schaub-Mitspieler bei Rapid, dazu Philipp Zulechner. Apropos früherer Mitspieler bei Rapid: Den gibt es auch Bielefeld mit Brian Behrendt. Bei ihm wird es aber nach einem Kreuzbandriss eng bis zum Spitzenspiel zwischen Hamburg und Bielefeld im März.

Kölns ehemaliger Sportchef Armin Veh, der Schaub im Frühjahr 2018 verpflichtete und vor drei Monaten entnervt selbst das Handtuch geworfen hatte, gratulierte den Hamburger SV, bei dem er vor zehn Jahren als Trainer engagiert war, via Medien zur Verpflichtung von Schaub. Aus voller Überzeugung, wie er feststelle. In Köln gibt es viele, die meinen, dass Vehs Nachfolger Horst Heldt Schaub deshalb „rasierte“, weil  er der Lieblingsspieler seines Vorgängers war. Interessiert Schaub alles nicht mehr. Die Hanseaten haben die Personalplanungen noch nicht abgeschossen. Ein Stürmer soll noch kommen. Ein früherer Kölner Mitspieler, Olaf Terodde, der in der zweiten Liga in 218 Speilen 118 Tore erzielte, davon 29 in der vergangenen Aufstiegssaison, war ein Thema. Auch um den 20 jährigen slowakischen Stürmer Robert Bozenik von MSK Zilina bemüht sich Sportchef Jonas Boldt: „Es läuft hier alles hochprofessionell“, schilderte Schaub sein ersten Einrücke. Auch, was das Trainingszentrum beim Stadion betrifft. Tobias Schweinsteiger, der ältere Bruder des deutschen Weltmeisters und ehemaligen Bayern-Stars, der letztes Jahr sechs Monate in Linz bei den Oberösterreichs Juniors arbeitete, ist Assistent von Hecking. Auf den berühmtesten Österreicher, der in den Achtzigerjahren Triumphe gefeiert, als Trainer für die erfolgreichste Zeit der Klubgeschichte gesorgt hatte, auf Ernst Happel, sprach Schaub bisher in Hamburg noch keiner an. Wenn es so läuft, wie Schaub sich das vorstell,, wird es sicher noch dazu kommen

Foto: Twitter.

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