Fußball

Nachspiel bei FIFA! In einem Jahr hat Rapid Traustason wieder zurück

Genau Mittwoch um 1:45 Uhr früh schickte Rapid die Vollzugsmeldung des Wechsels von Arnor Traustason zu AEK Athen  aus: Ein Jahr wird er gratis ausgeliehen, dann hat AEK eine Kaufoption um eine Million Euro und Rapid weiter 20 Prozent der Transferrechte. Das heißt: Rapid hat zwar den 24jährigen Isländer für ein Jahr von der Gehaltsliste, aber nicht mehr. Und wenn nicht alles täuscht, das  Problem nur auf ein Jahr hinausgeschoben. Auf jeden Fall hat der Transfer ein Nachspiel bei d er FIFA. Die isländische Agentur Sportic, die überzeugt ist, Traustason noch unter Vertrag zu haben, läßt es nicht auf sich beruhen, dass Schwedens Ex-Klassestürmer Martin Dahlin mit seiner Agentur den Transfer abwickelte. Bereits Stunden vor Rapids Vollzugsmeldung stand ein Foto von Traustason mit umgehängten Schal von AEK Athen im Netz, jubelte  der in Monaco lebende Dahlin via Instagram über den Transfer samt Bild aus dem Olympiastadion von Athen, bedankte sich bei Schwedens  Ex-Teamspieler Daniel Majstorovic, der für ihn offenbar die letzten Gespräche führte, für die gute Arbeit. Sportic-Anwalt Georg Gradl: „Rapid hat nur den Wunsch des Spielers erfüllt. Aber wir zeigen sicher Dahlin bei der FIFA an.“ Das wird in Folge auch Konsequenzen für Traustason haben, obwohl „Sportic“ laut Gradl das fern liegt.

Es wäre keine große Überraschung, wenn der Isländer in einem Jahr wieder vor der grün-weißen Tür steht und auf seinen Vertrag bis 2020 pocht. Er ist ein introvertierter Typ, das passt zu südlichen Ländern noch viel weniger  als nach Österreich. Auch das Sprachproblem könnte es geben, in Athen werden nicht so viele der englischen Sprache mächtig sein wie in Wien. Wo Traustason schon Temperaturen um die 30 Grad  zugesetzt hatten. In Athen wird es noch viel heißer. Hat er mit Manolo Jimenez einen spanischen Trainer. Der bekannteste Spieler  ist der 57fache portugiesische Teamstürmer Hugo Almeida. Die beste Zeit des 33jährigen bei Werder Bremen liegt aber schon einige Jahre zurück. Den Platz für die Qualifikation Champions League erobert AEK Athen, weil Paok Saloniki nach Ausschreitungen seiner Fans beim Cupfinale gegen AEK sechs Punkte  in der Meisterschaft abgezogen wurden. Und falls Traustason Lust darauf hat, könnte er in Athen seinen Ex-Trainer Damir Canadi treffen. Der Dienstag bei seinem neuen Klub Atromitos mit der  Vorbereitung begann.

Wie geht es bei Rapid weiter? Sportchef Fredy Bickel ließ durchblicken, der Kauf eines neuen Stürmers sei noch keine fix beschlossene Sache. Auch weil der 23jährige von Rapid II hochgezogene Eren Keles bisher in der Vorbereitung  eine sehr gute Figur mache. Auf der vorerst noch langen Kandidatenliste steht laut „Kurier“ auch ein tunesischer Teamspieler, den Bickel noch aus seinen erfolgreichen Zeiten beim FC Zürich kennt: Amine Chermiti. Ob ein 29jähriger, der seit drei Jahren in Kuwait spielt, der Weisheit letzter Schluss ist, bleibt dahingestellt. Da könnte man noch größere  Bedenken vorbringen als gegen eine Rückkehr von Erwin „Jimmy“ Hoffer.

Nicht ganz nachvollziehbar ist, warum Rapid, Mittwoch zum Abschluss des Trainingslagers in Oberösterreich 2:1 (1:0)-Sieger über Apollon Limassol,  mit Kelvin Arase sein größtes Offensivtalent links liegen läßt. Der nunmehr 19jährige zeigte  in der kurzen Ära von Mike Büskens unter anderem bei seinem Bundesligadebüt  bereits, dass er durchaus das Potenzial für die oberste Spielklasse hat. Die nötige Schnelligkeit bringt er mit. Eigentlich genau der  Typ, der Rapid durch den Ausfall von „Pfitschipfeil“ Philipp Schobesberger abgeht. Aber im Winter „rasierte“ ihn bereits Canadi. Jetzt ließ ihn Goran Djuricin eine Woche mittrainieren, fand nette Worte, ohne ihn dann ins Trainingslager mitzunehmen. Andere Bundesligaklubs, etwa Altach, würden Arase sofort nehmen. Dagegen spricht eigentlich nur , dass er seine Lehre in  Wien beenden wird. Nächsten Sommer läuft sein Vertrag aus, dann ist er ablösefrei. Wenn Bickel jetzt eine Verlängerung des Vertrags anbietet, wird er keine offenen Ohren finden. Und damit könnte das Riesentalent für Rapid praktisch schon verloren sein. Aus eigenem Verschulden.

 

Foto: mbl.is.

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