Fußball

Neue Gerüchte um Rapid: Was könnte die Barisic-Rückkehr verändern?

Rapid spielt daheim Samstag gegen Wacker Innsbruck – und kaum einer redet eigentlich darüber. Weng bis nichts über das Match an sich, sondern nur um das, was im Umfeld passiert. Über das Engagement des Griechen Taxiarchis Fountas als Wunschspieler von Didi Kühbauer, der noch einen, mit dem er schon zusammenarbeitete, angeblich nach Hütteldorf holen will: Thorsten Schick vom Schweizer Meister Young Boys Bern. Dort zählt der  Flügelspieler, der am 19.Mai 28 Jahre alt wird, nicht zur ersten Garnitur. Zuvor spielte er bei Sturm Graz und bei Admira zu Kühbauers Trainerzeiten. Aber noch mehr als Verpflichtungen für nächste Saison beschäftigt die Frage, wer auf Fredy Bickel als Sportchef folgen wird. Am 17.März, am Tag des grün-weißen Scheiterns im Kampf um die Meistergruppe, stand erstmals hier vom Plan der Rapid-Chefetage, Zoran Barisic drei Jahre nach seiner Beurlaubung des Trainers als Sportdirektor zurückrufen. Bestätigung gab es damals keine. Auch seit Donnerstag nicht, als „Sky Sport“  das Barisic-Comeback als fix meldete. Nur die Ankündigung, zeitnah eine Entscheidung bekannt zu geben. In den nächsten zwei Wochen.  Barisic, dessen Name in griechischen Medien als möglicher Nachfolger von  Damir Canadi als Trainer bei Atromitos Athen auftauchte, tat das beste, was er tun konnte: Er schaltete das Handy ab, hob nicht mehr ab. Also sind weiter Spekulationen Tür und Tör geöffnet. Angeblich benützt Präsident Michael Krammer das Heimspiel gegen die Tiroler am Samstag auch zu einem  weiteren Gespräch mit Alfred Hörtnagl, dem Sportvorstand des Vorletzten. Um ihm mitzuteilen, dass die Entscheidung  für Barisic fiel oder um mehr ins Detail zu gehen, als bei den bisherigen Kontakten?

Da spielt die Erinnerung mit, dass Hörtnagl beim letzten Meistertitel vor elf Jahren der Sportdirektor war. Mitunter im Clinch mit Meistertrainer Peter Pacult. Die Differenzen waren nicht mehr zu reparieren, als Hörtnagl zwei Jahre später nicht die routinierte Persönlichkeit Martin Stranzl verpflichtete, der Pacults Wunschspieler war und vor seiner Unterschrift bei Mönchengladbach zum Einstieg in Hütteldorf bereit gewesen wäre, sondern von Twente Eschede das damals 19jährige Talent Michael Schimpelsberger, der jetzt unter Hörtnagl bei Wacker Innsbruck spielt, wohin Hörtnagl den Oberösterreicher vor drei Jahren holte.  Hörtnagl stellt in den letzten Tagen nur klar, dass für ihn der Kampf gegen den Abstieg mit Wacker Innsbruck zähle, er nicht aktiv den Kontakt zu Rapid suchte, sich nicht selbst angeboten hat. Was ohnehin niemand behauptete.

Bei Barisic fällt manchem  schwer, ihn sich nicht wie bisher im Trainingsanzug in der Nähe seiner Mannschaft (Bild oben) vorzustellen, sondern im Büro am Schreibtisch. Eventuell soagr im feinen Zwirn und mit Krawatte. Dabei dachte Barisic auch als Trainer immer startegisch, vorausblickend. Etwa, als er sich dagegen wehrte, dass vor drei Jahen Ivan Mocinic und der Isländer Arnor Traustasson um so teures Geld, um mehr als fünf Millionen Euro, geholt wurden. Auch das war ein Aspekt, der zur Beurlaubung führten. Die Krammer als größten Fehler seiner Amtszeit bezeichnete.  Mit der  Behauptung oder dem Vorurteil, der Präsident wolle den sechs Monat vor deren Ende nur korrigieren, werden Krammer und Barisic leben können. Sollte „Zoki“ im Juni als Sportdirektor beginnen, bedeutet dies auf keinen Fall, das über Nacht alles besser wird. So schnell kann keiner etwas ändern. Viele aus seine ehemaligen Trainerstab, mit denen er sehr gut harmonierte, sind noch oder wieder in Hüttelorf: Thomas Hickersberger, Stefan Oesen und Alexander Steinbichler. Zu denen riss der Draht in den letzten drei Jahren eigentlich nie gnaz ab. Ebenso wie zum grün-weißen Pressechef Peter Klinglmüller, mit dem früher der „Doppelpass“ immer geklappt hatte.

Wenn Barisic jetzt anpackt, dann wird es sich um langfristige Prozesse handeln. Eine durchgehende Spielphilsophie vom Nachwuchs bis zur Kampfmannschaft war immer schon sein Anliegen ein besseres Scouting. Vor allem wird er die Vertrauensfrage in junge Spieler aus eigenen Reihen. Da wird dann sein frühere Kapitän Steffen Hofmann als Talentemanager ein wichtiger Ansprechpartner. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder traut Rapid seinen Talent zu wenig zu, hat überhaupt keine Geduld mit ihnen oder sie entsprechen tatsächlich nicht den Anforderungen eines Spitzenklubs in der Bundesliga mit Ansprüchen wie Rapid. Dann gehört aber die Nachwuchsarbeit total auf den Kopf gestellt. Die Grundsatzentscheidung wird fallen müssen. Eines würde die Barisic-Rückkehr auch bedeuten: Die jahrzehntelange persönliche Freundschaft mit Kühbauer müsste so manche Belastungsprobe aushalten. Denn fußballerisch sind sie nicht unbedingt auf einer Wellenlänge.

Foto: © NK Olimpija Media.

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