Fußball

Neues Leicester im Ländle mit Andi Herzog?

Wenn ein Klub aus einem Vorarlberger Ort, der nur einen Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt liegt, vor 7227 Zuschauern spielt, fällt das auch den Medien im Land der Eidgenossen auf. Speziell wie der Verein dann sensationell erstmals in der Klubgeschichte Winterkönig wird  und daran ein Stürmer aus der Schweizer U21-Nati, Dimitri Oberlin, beteiligt ist. Altach, ein neues Leicester im Ländle. Als vor einem Jahr  in Englands Premier League eine eigentlich als Abstiegskandidat gestartete Mannschaft sensationell führte, glautb auch nur wengie daran, dss am Ende Leicester auch  der Meister sein wird. Ähnlich verhält es sich auch in Österreich. Altach, eine Saison zuvor mitunter in Abstiegsgefahr und Achter,  wäre in rot-weiß-roter Version eine Jahrhundertsensation wie die von Leicester im Mutterland des Fußballs.

Sie wäre die Krönung auch für Sportchef Georg Zellhofer. Als Trainer  kam er einmal einer ähnlichen Sensation schon nahe. Mit einem Klub, den er in der zweiten oberösterreichischen Landesliga übernommen hatte. 2002/03 führte er mit Aufsteiger Pasching die Tabelle in der Bundesliga an, in den zwei Saisonen danach schaffte er die Qualifikation für den UEFA-Cup, in dem der Dorfklub sogar Schalke samt Trainerstar Jupp Heynckes sensationell eliminierte. Behält Altach jetzt seine Heimstärke (neun Siege, zwei Unentschieden), dann ist es durchaus möglich, vorne zu bleiben. Auch weil Zellhofer in den letzten Jahren personell beinahe alles richtig gemacht hat. Aber jetzt beginnt auch der Titelverteidiger  den Außenseiter richtig ernst zu nehmen: Salzburg überlegt, im Jänner seinen Leihspieler Oberlin zurückzubeordern.

Glaubt man Vertrauten des im November zu Rapid gewechselten Ex-Trainers Damir Canadi, dann hat er  schon bei der Mannschaftspräsentation vor der Saison eine große Sensation als möglich bezeichnet. Offenbar konnte er das Potenzial richtig einschätzen. Nach dem 3:1 gegen Rapid betrachtete sein interimistischer Nachfogler Werner Grabherr zum Ende seiner Chefära den Meistertitel nicht mehr als Utopie: „Aber dazu müssen wir die Mannschaft im Winter weiter entwickeln.“ Mit welchem österreichischen Cheftrainer? „Er muss ein Arbeiter sein, der sich nie zufrieden gibt, Woche für Woche etwas verbessern will“, glaubte Grabherr. Zellhofer sah noch eine andere  Voraussetzung: „Er muss auch behutsam mit der Mannschaft umgehen“. Bedeutet der interessante Satz, dass dies zuvor nicht immer geschah oder wollte er damit andeuten, dass der neue Mann nicht allzuviel verändern dürfe, damit es Ende Mai wirklich ein neues Leicester im Ländle gibt?

Ein neuer Name taucht in den Trainerspekulationen auf: Österreichs Rekordteamspieler Andi Herzog, seit seinem Aus in den USA am Markt. Sportchef bei Rapid wollte er nicht werden, da er seine Zukunft als Cheftrainer sieht. Wenn Zellhofer das finalisiert, wäre das sein nächster Coup, der für Aufsehen sorgt. Mit Herzog soll einer mitkommen, mit dessen Vater er  sowohl als Spieler wie auch als Trainer gut zusammengearbeitet hatte: Thomas Hickersberger, Sohn des Ex-Teamchefs, bei Rapid Assistent von Zoran Barisic und Peter Schöttel, zuvor bei Vienna von Peter Stöger. In Altach erzählen sich viele, dass Zellhofer  Hickersberger  sogar den Job als Cheftrainer anbot, der sich aber zu einer Zusage nicht entschliessen konnte.

 

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