Fußball

Neues vom „Zu Null“-Zoki: Der Wunsch nach Kavlak

Zum Unterschied von seinem Ex-Klub Rapid hat Zoran Barisic  das Thema Abstieg mit Karabükspor in der türkischen SüperLig vier Runden vor Schluss auch theoretisch beendet. Darum kam Montag Abend nach dem 1:0 (0:0) gegen Osmanlispor Ankara vor überschaubaren 2835 Zuschauern auch Präsident Ferudun Tankut  zum Feiern in die Kabine. Der Aufsteiger hat mit dem Elfmetertor von Ukraine-Teamstürmer Evgen Seleznyov sein Saisonziel erreicht. Gegen eine Mannschaft, die im Herbst so wie 2015 Rapid unter Barisic Gruppensieger in der Europa League vor dem FC Villarreal wurde, in Spanien 2:1 gewann, daheim 2:2 spielte, im Sechzehntelfinale an Griechenlands Abonnementmeister Olympiakos Piräus scheiterte. Auch ein Spieler bei Osmanlispor erinnerte Barisic  an den damaligen historischen grün-weißen Höhenflug in der Europa League: Innenverteidiger Vaclav Prochazka verlor zweimal mit Viktoria Pilsen gegen Rapid. Überhaupt Legionäre: Bei Osmanlispor standen neun in der Startelf, bei Karabük acht.

Die Bilanz der neun Spiele, seit Barisic mit seinen Assistenten Norbert Schweitzer und Murat Topal den Trainerjob bei Karabükspor von dem zu Galatasaray gewechselten Kroaten Igor Tudor übernahm, kann sich sehen lassen:  Neun Spiele, je drei Siege, Unentschieden und Niederlagen. Das Highlight war das 3:3 beim Tabellenzweiten Basaksehir in Istanbul, das größte Pech die unglückliche 0:1-Heimniederlage gegen Fenerbahce. Auffällig, dass Karabük nur sieben Tore erzielte, aber auch nur acht kassierte. In den letzten drei Partien keines – aus Barisic wurde der „zu null“-Zoki. „Obwohl wir offensiv eingestellt sind“, wie er betont. Und dass es ihm gut geht. Was man von Vorgänger Tudor nicht behaupten kann: Der beklagt einen Spieleraufstand gegen ihn, dass sich die holländischen Galatasaray-Stars Wesley Sneijder und Nigel De Jong mit dem Portugiesen Bruma und Kameruns Teamspieler Aurelien Chedjou gegen ihn verschworen haben. Galatasary ist Vierter mit 13 Pukten Rückstand auf Besiktas. Der Europa League-Platz ist für die  eigenen Ansprüche viel zu wenig. Da lebt Karabükspor mit zwölf Punkten Vorsprung plus besserer Tordifferenz auf den ersten Abstiegsplatz, auf dem Jakob Jantscher und Rizespor stehen, deutlich unbeschwerter.

Zukunftspläne hat Barisic schon entwickelt. Vor allem die Mannschaft zu verjüngen. In der Startformation von Montag mit dem Durchschnittsalter von 29,1 Jahren standen  fünf Spieler über 30,  nur einer unter 27, der 22jährige Ukrainer Andrij Blyznychenko. Das will er ändern. Abwarten, wie viel davon realisierbar sein wird. Österreichs angebotener Teamtorhüter  Heinz Lindner ist kein Thema, da auf der Position kein Handlungsbedarf besteht. Ein Ex-Rapidler schon: Dauerpechvogel Veli Kavlak. Das hat er seinem Präsidenten bereits mitgeteilt. Darum traf sich Barisic in Istanbul mit Kavlaks Management, um alles auszuloten. Zumal Besiktas-Boss Fikrt Orman seinen ehemaligen Kapitän für ein Jahr gratis verleihen würde. Bei Barisic könnte sich Kavlak nach praktisch  zwei Saisonen Pause aufbauen, um 2018 wieder für Besiktas interessant zu sein. Kavlak wurde letzten Freitag in Hamburg zum sechsten Mal an der lädierten rechten Schulter operiert, das Gelenk und die Kapsel waren eingerissen. Die Reha macht er bei Mike Steverding, dem Physiotherapeuten von Österreichs Nationalteam,  im deutschen Herxheim, Mitte August hofft er ins Training einsteigen zu können. Auch Jantscher könnte für Barisic interessant werden. Je nachdem, wie sich die Dinge bis zum Saisonende entwickeln.

Da sagt Barisic noch nichts. Ebenso zur Entwicklung von Rapid.  Obwohl ihm da einiges auf der Zunge gelegen wäre. Speziell nach den letzten verbalen Attacke von Ex-Sportchef Andreas Müller. Aber sich an die Devise zu halten, wonach Schweigen Gold ist, war die richtige Entscheidung statt sich auf dieses Schlammschlacht-Niveau zu begeben.

 

 

 

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